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Ingolstadt

06.05.2015

Clubbetreiber sperrt Asylbewerber aus

Flüchtlingen wurde in Ingolstadt der Zutritt zu einem Club verwehrt.
Foto: Symbolfoto Alexander Kaya

Zutrittsverbot für Flüchtlinge im Ingolstädter "Amadeus": Nach der Entscheidung des Geschäftsführers gibt es heftige Kritik.

In der Ingolstädter Discothek „Amadeus“ haben Asylbewerber keinen Zutritt mehr. In einem Medienbericht wird der Geschäftsführer des Nachtclubs, Martin Tomiak, mit den Worten zitiert. „Die Schwarzen haben ein Frauenproblem, und bei den Arabern gibt es ein Aggressionsproblem.“ Tomiak begründet das Zutrittsverbot mit dem Ausbleiben weiblicher Stammgäste und zunehmenden Beschwerden seit im Dezember regelmäßig Flüchtlinge seinen Club besuchten. Weiter heißt es: Er finde es „nicht gut“, so zu handeln, wisse sich aber nicht mehr anders zu helfen. Für Nachfragen war Tomiak am Dienstag telefonisch nicht erreichbar.

Ein Stadtsprecher kommentiert das Zutrittsverbot im „Amadeus“ wie folgt. „Wir können nur darauf hinweisen, dass ein Zutrittsverbot diskriminierend und damit rechtswidrig ist. Wir können aber nur einschreiten, wenn Beschwerden von Betroffenen vorliegen. Beschwerden sind uns derzeit nicht bekannt.“

Das Netzwerk Rassismus- und Diskriminierungsfreies Bayern hat sich indes beim Ordnungsamt der Stadt Ingolstadt beschwert. In dem Schreiben heißt es: „Das Netzwerk Rassismus- und Diskriminierungsfreies Bayern hat das öffentlich formulierte Einlassverbot für Flüchtlinge in die Diskothek „Amadeus“ mit Erschrecken zur Kenntnis genommen. Wir fordern Sie auf, gegen diese Form der rassistischen Zugangsbeschränkung vorzugehen und Maßnahmen zu ergreifen, damit in Zukunft ähnliche Fälle nicht wieder vorkommen.“ Belästigung und Aggression, heißt es in dem Beschwerdebrief weiter, seien als solche wahrzunehmen und die dafür vorgesehenen rechtlichen Mittel, um dagegen vorzugehen, seien anzuwenden. Es dürfe jedoch nicht sein, dass zweierlei Maß angelegt werde im Umgang mit sexuellen Übergriffen oder Grenzverletzungen. „Ganze Gruppen nach rassistischen Kriterien auszuschließen und ihnen aufgrund des Handelns Einzelner gruppenbezogene Verhaltensweisen zu unterstellen, ist ein Vorgehen, das den Grundwerten unserer Gesellschaft widerspricht.“ Der Bayerischer Flüchtlingsrat, die Arbeitsgemeinschaft der Ausländer-, Migranten- und Integrationsbeiräte Bayern und der Arbeitskreis Panafrikanismus haben den Beschwerdebrief mitunterzeichnet.

Junger Asylbewerber soll Frauen auf Toilette belästigt haben

Weiterer Hintergrund zur Sache: Am Amtsgericht Ingolstadt läuft derzeit ein Verfahren wegen sexueller Nötigung gegen einen Asylbewerber. Der junge Mann muss sich verantworten, weil er am zweiten Weihnachtsfeiertag im „Amadeus“ auf der Damentoilette zwei junge Frauen belästigt haben soll. Laut Anklageschrift soll er mit geöffneter Hose zuerst die eine angegangen und dann, als deren Freundin ihr zu Hilfe kam, auch die andere noch begrapscht haben. Beiden soll er den Mund zugehalten und versucht haben, sie gewaltsam gefügig zu machen. Der Angeklagte bestreitet die Vorwürfe. Er gab an, sich lediglich mit den Frauen unterhalten zu haben. Zudem sei er betrunken gewesen und könne sich nicht mehr an alles erinnern.

Dem Geschäftsführer des „Amadeus“ gehört auch das „dasda“ in Eichstätt. Ein verantwortlicher Angestellter des Nachtclubs sagte auf Anfrage: „Wer sich benimmt, kommt bei uns rein. Wir haben in Eichstätt nicht die Probleme wie in Ingolstadt.“ kuepp

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