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Ingolstadt

13.05.2017

Das Auto der Zukunft ist ein Smartphone

Hans-Joachim Hof und Elisabeth Waitz referierten an der THI. Sie arbeitet als Software-Architektin, er vertritt das Lehrgebiet IT-Sicherheit.
Bild: Manfred Dittenhofer

Autos fahren selbstständig, sind permanent mit dem Internet vernetzt und gehören immer seltener nur einer Person - wie das Autofahren der Zukunft aussieht.

Was ist der Unterschied zwischen einem Smartphone und einem Auto? Gar kein so großer, wie Sie vielleicht denken. Denn die Autos der Zukunft werden mehr und mehr zu rollenden Smartphones. Zumindest wenn man Elisabeth Waitz glauben darf. Die Software-Architektin der Firma Elektrobit Automotive GmbH arbeitet an der Sicherheit von eingebetteten Systemen in Fahrzeugen. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Erlangen hat seine Niederlassungen weltweit dort, wo Fahrzeuge der Zukunft gebaut werden. Am Mittwoch entführte die Diplom-Mathematikerin ihre Zuhörer im Rahmen der Vortragsreihe „Aktuelle Themen der Informatik“ an der TH Ingolstadt in eine automobile Zukunft der Bits und Bytes.

An einer Tatsache ließ Waitz keinen Zweifel: Die Fahrzeuge der Zukunft werden immer und überall vernetzt sein. Die Haupttrends sind: Das Auto wird voll autonom fahren können. Es wird immer mit dem Internet verbunden sein. Und es wird immer mehr Carsharing geben. „Daraus ergeben sich für uns Zulieferer von Hard- und Software enorme Herausforderungen, die wir gerade versuchen zu lösen.“

Denn erst einmal muss ein solches Fahrzeug mehrfach redundant abgesichert sein. Denn beim voll autonomen Fahren kann es einige Zeit dauern, bis ein Fahrer ins Geschehen eingreift. Außerdem müssen die Plattformen, die heute schon mal entwickelt werden, für Software offen sein, an die heute noch nicht mal gedacht wird, so Waitz. „Das Auto der Zukunft wird doppelt so komplexe Software an Bord haben, wie heute Windows 7.“ Was bedeutet, dass das Fahrzeug auch andauernde Software-Updates erhalten muss.

Aber passen die Lebenszyklen von Software und Fahrzeugen zusammen? Was passiert mit einem Auto, für dessen Steuergeräte die Software nicht mehr aktualisiert wird? Leicht möglich, dass diese Fahrzeuge nicht mehr laufen werden. Natürlich sollen die Lebenszyklen von Autos nicht verringert werden. Aber gibt es dann noch Oldtimer, wenn die Autos der Zukunft einmal 30 Jahre und älter sind? Schwer zu sagen. Die Firma Elektrobit hat darauf weniger Antworten, als auf die vielen Systemfragen. Alles scheint irgendwie lösbar. Vielleicht auch das Problem der IT-Sicherheit. Aber Computerhardware und noch mehr die Software dazu sind alles andere als langlebig und nachhaltig.

In der Zukunft des Automobils scheint es gerade so, als ob der Transport von A nach B nur noch Nebensache ist. Und eines ist auch klar: Die zunehmenden multimedialen Möglichkeiten sind in einem Auto eigentlich erst nutzbar, wenn das Fahrzeug völlig autonom fährt.

Eine spannende Zukunft die Elisabeth Waitz aufzeigte. Mit vielen Netzwerken, Bordnetz-Zonen, mit noch mehr Sensoren und Aktuatoren. Da wird im Hintergrund beobachtet, analysiert und gemeldet. Das Auto erhält von außen allerlei Informationen.

Wer soll das alles kontrollieren? Und ist es gegen einen Angriff von außen gefeit? All diese Fragen trieben die Zuhörer um. Ist das eine mobile Zukunft, die man sich wünscht?

Eines scheint klar. Die Digitalisierung und Vernetzung schreitet voran. Der Mehrwert im Auto muss irgendwann sein, dass man staufreier, schneller und entspannter ankommt. Und: Das Auto der Zukunft wird sicherlich noch vier Räder haben. Denn sonst hätte man ja gleich ein Smartphone verwenden können.

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