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Neuburg

31.01.2021

Donau bei Neuburg: Das Hochwasser bleibt harmlos

Am Auslasswehr des Donaudamms Bergheim darf die Donau in den Auwald Grünau strömen. Fast 100 Hektar füllen sich mit Wasser.
Foto: Winfried Rein

Plus Nach Meldestufe 2 sinken seit Sonntag die Pegelstände der Donau in Neuburg. Ökologische Flutung im Auwald rund um Grünau.

Das Hochwasser der Donau geht wieder zurück, seit Sonntagfrüh sinken die Pegel. Mit 4,16 Metern hatte der Wasserstand immerhin Meldestufe 2 erreicht. Das bedeutet kleine Überflutungen von Uferwegen, aber ansonsten nur den natürlichen Abfluss des Dauerregens und der Schneeschmelze.

„Es hätte aber mehr werden kön-nen“, überlegt ein Sprecher des Wasserwirtschaftsamtes Ingolstadt, „denn der Boden ist voll gesättigt und kann nichts mehr aufnehmen.“ In der Nacht zum Sonntag beendete aber eine Kaltfront die Regenzeit und es fiel wieder etwas Schnee.

Den Kanuten kam die starke Strömung der Donau am Samstag gerade recht für eine kleine Ausfahrt.
Foto: Winfried Rein

Die Wasserwirtschaftsbehörde nutzte das kleine Winterhochwasser zu einer „ökologischen Flutung“ des Auwaldes in Grünau. Die beiden Auslasswehre am südlichen Donaudamm Bergheim öffneten sich und entlassen seit Freitagnachmittag 30 Kubikmeter Wasser pro Sekunde in den winterlichen Wald. Dessen donaunahe Flächen füllten sich im Laufe des Samstages auf etwa 100 Hektar mit der flachen Flut.

Die Flutung des Auwaldes in Neuburg aktiviert die Artenvielfalt

Dieses Szenario aktiviert die Artenvielfalt der Natur insbesondere im Frühjahr und Sommer. Möglich machen es Donaufrachten von 600 bis 1100 Kubikmetern Wasser pro Sekunde. Ab 600 wird das Wehr geöffnet, ab 1100 setzt die natürliche Flutung ein. Samstagnacht hat die Donau den Höchststand des Abflusses mit rund 950 Kubikmetern pro Sekunde erreicht. Ein Mitarbeiter der Fachbehörde kontrollierte tagsüber mehrfach die sechs Grundwassermesspegel im Industriegebiet Grünau. Bei einem zu hohen Stand wäre die Flutung abgebrochen worden.

Auch zwischen Stepperg, Riedensheim und Finkenstein bei Bittenbrunn soll es künftig solche ökologischen Flutungen geben. Das Wasserwirtschaftsamt plant sie innerhalb des Polders Riedensheim ab 900 Kubikmeter pro Sekunde – allerdings erst nach dem Bau der Fischumleitung Bittenbrunn.

Sie wäre gern in der Donau geschwommen, ließ es dann aber sein: Silvia Raimar am Samstag in der „Rossschwemme“.
Foto: Winfried Rein

Das Technische Hilfswerk (THW) Neuburg blieb am Wochenende einsatzbereit und brachte am Samstag Motorboote zu Wasser. Der Aufbau von Hochwasser-Schutzelementen stand angesichts der sinkenden Pegelstände nicht an. Die Wasserwacht Neuburg hätte das für Samstag terminierte Donauschwimmen auf jeden Fall absagen müssen – wenn es nicht schon im Oktober aufgegeben worden wäre. Silvia Raimar aus Heinrichsheim trat am Donaukai mit Bikini und Bademantel trotzdem an. Letztlich verzichtete die winterfeste Dame allerdings auf das Eisbad in der Donau.

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