Neubau

19.11.2019

E wie Emil

Eine flache Rampe sorgt für wirkliche Barrierefreiheit in der neuen Leichtmontage-Werkstatt.
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Eine flache Rampe sorgt für wirkliche Barrierefreiheit in der neuen Leichtmontage-Werkstatt.

Die Lebenshilfe weiht in Ingolstadt eine Leichtmontage-Werkstätte mit Förderstätte ein

Dieses Gebäude kann mit Fug und Recht als barrierefrei bezeichnet werden. Über eine Rampe gelangt man in das Obergeschoss. Von vier Aufzügen sind zwei auch bei einem Brand nutzbar. Und neben den Werkstätten und Aufenthaltsräumen gibt es auch gleich Therapieräume. Am Freitag wurde die neue Leichtmontage-Werkstatt von Architekt Ralf Breitschaft offiziell an Peter Koch, Geschäftsführer der Lebenshilfe Werkstätten der Region 10 GmbH, übergeben und erhielt auch gleich die kirchliche Weihe. 110 Menschen mit Behinderungen werden in der neuen Halle E, die bereits den inoffiziellen Namen „Emil“ trägt, Arbeit und Betreuung finden.

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Von 2014 an wurde geplant, seit Dezember 2016 wurde gebaut. Anfang Oktober zogen die ersten 50 Beschäftigten in drei Doppelgruppen in die Werkstätten und Betreuungsräume ein. Mit diesen Arbeitsplätzen, so Ingolstadts Oberbürgermeister Christian Lösel bei seiner Grußrede, bieten die Lebenshilfe-Werkstätten ein Stück Selbstbestimmung und Selbstverantwortung. Arbeit sei ein wichtiger Faktor für ein erfülltes Leben.

Als stellvertretender und amtierender Vorstand des Vereins Lebenshilfe begrüßte Gerhard Preißler die vielen Gäste, die zur Einweihung gekommen waren. Alfred Lehmann lässt sein Amt als Vorsitzender seit Anfang November ruhen.

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Preißler lud die Gäste ein, sich das Gebäude anzuschauen. Die flache Rampe, die fest installierten und schienengebunden Liftersysteme – all das schaffe ein Stück Eigenständigkeit, lasse sehr individuelle Hilfen zu und erleichtere auch den Mitarbeitern der Lebenshilfe-Werkstätten die Arbeit. Pfarrer Erich Schredl und Pfarrer Axel Konrad weihten das Gebäude. Für den musikalischen Rahmen sorgten die Beschäftigten selbst. Der hauseigene Chor sowie Martin Hammerl und Kerstin Fuchs mit ihren Soli auf Flügelhorn und Veeh-Harfe begeisterten die Gäste. Die Baukosten betrugen rund 16.5 Millionen Euro. Entstanden ist eine Leichtmontage-Werkstatt mit Verwaltungsgebäude „Am Franziskanerwasser“. Über die Tiefgarage erreichen die Beschäftigten das Gebäude bei jeder Witterung trockenen Fußes und gelangen von dort in eine der zwölf Werkstätten. Räume für Bewegungstherapien und für sportlichen Ausgleich sowie Ruheräume lassen es zu, gezielt auf einzelne Bedürfnisse einzugehen.

Wer Interesse hat, das neue Gebäude zu besichtigen, kann das am Tag der offenen Tür am 30. November und am 1. Dezember tun. Dann findet in den Häusern D und E auch ein Weihnachtsbasar statt, an dem unter anderem Kerzen aus der Kerzenwerkstatt verkauft werden. Daneben gibt es Führungen, Bewirtung, Tombola, Adventskranz- und Pflanzenverkauf. Und wer will, kann sich auch selbst eine Kerze gießen.

Die Lebenshilfe Werkstatt GmbH betreut momentan über 930 Menschen. Die Zahl wird weiter zunehmen, so Preißler. Man rechne in den kommenden Jahren mit bis zu 1000 Menschen. Und während die Halle E ihrer Bestimmung übergeben wurde, entsteht in Ingolstadt in der Nähe der Saturn-Arena eine weitere Wohnstätte. In diesem Neubau werden zusätzlich 28 Plätze für ambulant betreutes Wohnen entstehen, bei dem die Bewohner die Wohnungen selbst anmieten. Und weitere 24 Menschen werden mit Förderung des Bezirks Oberbayern in der neuen besonderen Wohnform in drei Wohngruppen rollstuhl- und behindertengerechte Wohnplätze vorfinden. Das Gebäude steht bereits im Rohbau.

Die Lebenshilfe – Kreisverband Neuburg-Schrobenhausen will bei ihrer Mitgliederversammlung zudem über den Zusammenschluss ihrer Wohnstätte mit der Lebenshilfe in der Region 10 diskutieren. Schon bislang sei die Zusammenarbeit sehr eng, jetzt wolle man noch mehr zusammenrücken. In Neuburg werden rund 50 Menschen mit Behinderung im Maria-Weigel-Haus der Lebenshilfe betreut.

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