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Konzert

08.11.2019

Edel, ausbalanciert, stilgerecht

Mit enormer Leidenschaft: Das Slowakische Radio Sinfonieorchester Bratislava und Noé Inui (Violine) konzertierten im Theaterfestsaal.
Bild: Johannes Seifert

Das Slowakische Radio Sinfonieorchester Bratislava trat mit dem Geiger Noé Inui in Ingolstadt auf

Das international bekannte Slowakische Radio Sinfonieorchester Bratislava war im nahezu ausverkauften Theaterfestsaal des Stadttheaters Ingolstadt in einem Sonderkonzert im Rahmen der Abo-Reihe des Konzertvereins zu erleben. Das Orchester erfreute dabei mit einem überaus ansprechenden Programm, der letzten Sinfonie von Peter I. Tschaikowsky, Pathétique, der Coriolan-Ouvertüre von Ludwig v. Beethoven und Dvoraks Violinkonzert in a-Moll. Seit 2007 leitet der slowakische Dirigent Mario Kosik die Geschicke des Orchesters. Das Konzert stand aber unter der glanzvollen Leitung des isländischen Dirigenten Gudni A. Emilsson, der ebenso Chefdirigent des Thailand Philharmonic Orchestra in Bangkok ist.

Ohne Zweifel ist dieser renommierte Klangkörper in der Lage, mit exakter Linienführung, dynamischen Finessen und sensibel angelegter Intonation zu beeindrucken. In den schnellen Sätzen der Ouvertüre und auch bei Tschaikowsky wirkte der Klang homogen, rhythmisch prägnant und transparent. Somit gelang eine Musikdarbietung besonderer Güte, vielfach edel, wohl ausbalanciert und stilgerecht.

Das Slowakische Radio-Sinfonieorchester Bratislava wurde 1929 speziell für Rundfunkaufnahmen gegründet. Von 1942 an wurden die Konzerte regelmäßig live übertragen. Zur Popularität des Orchesters haben zahlreiche CD-Produktionen mit Naxos, Marco Polo und Arte Nova beigetragen. Zu den international bekannten Künstlern, mit denen das Ensemble zusammenarbeitet, zählen Karel Ancerl, Vaclav Smetácek, José Carreras, Peter Dvorsky, Sherill Milnes, Eva Marton, Franco Bonisolli und Lisa Minelli.

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Höhepunkt des überaus gut besuchten Abends war ohne Zweifel die Intonation von Dvoraks Violinkonzert in a-Moll, durch den in Brüssel geborenen Geiger Noé Inui. Dieses Werk, das im eigentlichen Sinne nur wirklich gute Interpreten entsprechend wohlklingend darbieten können, ist voll von betörendem Geigengesang. Noé Inui überzeugte mit enormer Leidenschaft und erstaunlicher Bühnenpräsenz. Gleichzeitig gelang ihm eine exakte Linienführung bis ins kleinste Pizzicato sowie ins fahlste Flageolett. Auch das Orchester begleitete präzise, sanft, zurückhaltend und agogisch rein. Die Lust und Freude aller an dieser so wundervollen Musik wurde deutlich hör- und erlebbar.

Noé Inui wurde 1985 in Brüssel geboren und durch sein griechisch-japanisches Elternhaus früh an die Musik herangeführt. Er studierte an den Konservatorien von Brüssel, Paris, Karlsruhe und Düsseldorf. Er tritt regelmäßig als Solist mit Orchestern auf und spielte unter anderem mit dem Braunschweiger Staatsorchester, dem Stuttgarter Kammerorchester, der Lemberg Sinfonietta und der Mährischen Philharmonie Olmütz. Konzerte führten den jungen Künstler auch nach Belgien, Luxemburg, Frankreich, Österreich, Griechenland, Finnland und Brasilien. In Argentinien ist er jüngst mit der weltweit geschätzten Pianistin Martha Argerich im Teatro Colon in Buenos Aires aufgetreten.

Die jährlichen Orchesterkonzerte beim Konzertverein verdeutlichen in besonderer Weise den hohen künstlerischen Anspruch der Abo- Reihe und sind ohne Zweifel leuchtende „Fixsterne“ im Kulturleben Ingolstadts und der Region.

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