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Neuburg

23.03.2015

Ein bedrohtes Juwel

Den zweiten Platz belegte die Neuburger Wirtschaftsschule beim diesjährigen Wirtschaftsschulenpreis. Angela Liboschek (rechts), Vorsitzende der Landeselternvereinigung der Wirtschaftsschulen Bayerns, übergab den Preis an die stellvertretende Schulleiterin Elisabeth Finkenstedt, Schulleiter Fritz Füßl und zwei der Projektschüler.

Festakt Ein Hoch auf die Wirtschaftsschule. Neuburger Einrichtung wird ausgezeichnet

Neuburg Immerhin acht Festredner erklärten bei der Festveranstaltung zum 14. Wirtschaftsschulentag unisono, wie wichtig die Wirtschaftsschulen in der breiten Bildungslandschaft seien. Und alle waren sich einig, die Absolventen sind bei den Arbeitgebern gefragt. Wieso also ist der Weiterbestand der Wirtschaftsschulen in Bayern dennoch akut gefährdet?

Angeschnitten hatten diese Frage einige der Redner. Gustav Huber, Präsident des Verbandes Bayerischer Privatschulen, aber stellte sie explizit. Stiefmütterlich würden die Wirtschaftsschulen behandelt, so Huber. Keinen Zugang zu den Info-Abenden der Grund- und Mittelschulen gebe es. Viele Eltern und Schüler würden über die Möglichkeiten der Wirtschaftsschulen gar nicht oder zu wenig informiert.

Tatsächlich fordere man schon lange die sechsstufige Wirtschaftsschule, so Elmar Tittes, erster Sprecher der Direktorenvereinigung DBW. Er richtete seinen Appell in Richtung Kultusministerium. Von dort war Ministerialdirigent Herbert Püls zur Neuburger Festveranstaltung gekommen. Der lobte die Wirtschaftsschulen als Juwel im differenzierten Schulwesen, das nicht mehr wegzudenken sei. „Das Übungsunternehmen, früher Übungsfirma als Projektaufgabe für die Schüler, das in ihrem Lehrplan steht, ist ein Alleinstellungsmerkmal und ein Aushängeschild.“

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Die praxisbezogene Ausbildung, die die Zusammenarbeit im Team fördert, kommt bei der Wirtschaft gut an, wie Birgit Popp von der Media Saturn Deutschland GmbH bestätigte. „Die Absolventen der Wirtschaftsschule sind begehrt und wir brauchen sie.“ Bei der Teamfähigkeit, dem problemlösenden Denken und mit einem ausgeprägten Verständnis für unternehmerische Belange würden Wirtschaftsschulen-Absolventen immer wieder herausstechen.

Die Projektarbeit ist ein wichtiger Bestandteil der Ausbildung in den Wirtschaftsschulen. Und solche Projektarbeiten werden auch immer auf dem Wirtschaftsschulentag prämiert. Dass die Wirtschaftsschule Neuburg heuer den zweiten Platz beim Preis der bayerischen Wirtschaftsschulen belegte, schien fast schon göttliche Fügung. Zusammen mit Lehrern und Schülern nahm Schulleiter Fritz Füßl den Preis entgegen. Der war heuer gesponsert von den Eckert-Schulen in Ingolstadt. Die Schüler hatten in ihrem Projekt die geplante Gleichstromtrasse unter dem Motto „Gleichstromtrasse, wir erklären sie Euch“ analysiert.

Auf dem Wirtschaftsschulentag treffen sich Schulleitungen, Lehrer und Elternvertreter zu einem Gedankenaustausch. Man wolle voneinander und miteinander lernen, um die Wirtschaftsschulen noch besser zu machen, so die Vorsitzende der Landeselternvereinigung der Wirtschaftsschulen in Bayern, Angela Liboschik.

Nachmittags drehte sich beim Wirtschaftsschulentag alles um die Weiterentwicklung dieses Schultyps. In Workshops beschäftigten sich Referenten mit dem neuen Lehrplan genauso wie mit der Elternarbeit und dem gebundenen Ganztagsangebot.

Die Neuburger Wirtschaftsschule feiert heuer ihren 45. Geburtstag. Einer der beim Aufbau ab der ersten Stunde dabei war, freute sich über die Entwicklung. Werner Hommel war der erste Schulleiter der Wirtschaftsschule in Neuburg. Er dachte zurück an die Anfänge. Heute lernen in der Wirtschaftsschule Neuburg 500 Schüler. Landrat Roland Weigert hatte wohl das schönste, wenn auch schon bekannte Geschenk für die Wirtschaftsschule dabei: Mit der anstehenden Sanierung der Turnhalle ist die Renovierung der Wirtschaftsschule dann abgeschlossen. Die Schule sei ein wesentlicher Standortfaktor für Neuburg und bringe die ersehnten Fachkräfte mit viel Praxiswissen in einen Arbeitsmarkt, in dem sich alle Chancen böten. „Das Geheimnis des Erfolgs der Neuburger Wirtschaftsschule liegt in der Einbettung und damit der direkten Verbindung zu den Berufsschulen.“ Das bestätigte auch Schulleiter Fritz Füßl: „So funktioniert der Übertritt in die FOS optimal.“ Wenn also das Kultusministerium nun noch an den Übertrittmöglichkeiten aus der Grundschule und der Mittelschule arbeitet, dann sollte das Juwel noch mehr funkeln.

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