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Schrobenhausen

31.01.2019

Freie Wähler im Wahlkampf: Letzte Charmeoffensive auf dem Wochenmarkt

Peter von der Grün (Mitte) geht auf die Straße und diskutiert mit Passanten auf dem Wochenmarkt in Schrobenhausen über die Kreispolitik.
Bild: Norbert Eibel

Landrats-Kandidat Peter von der Grün (Freie Wähler) vor der Stichwahl am Sonntag. Was im Endspurt noch wichtig ist.

Das Parteisymbol mit der Sonne prangt am Infostand der Freien Wähler, trotzdem ist es ziemlich frisch an diesem Vormittag im Schatten der Schrobenhausener Bank. Zwar wölbt sich der Himmel über der Lenbachstraße strahlend blau, doch wärmende Strahlen bekommen nur die Stände auf der anderen Straßenseite am Wochenmarkt ab. Peter von der Grün ficht das nicht an, gut gelaunt unterhält sich der Landratskandidat mit Passanten, die herüberwechseln.

Auf den letzten Metern ins Ziel, sprich den zweiten Urnengang am Sonntag, hat er nochmal alles gegeben, ist von Termin zu Termin geeilt. Gelitten unter dem Dauerwahlkampf in der Verlängerung habe vor allem die Familie, gibt Peter von der Grün zu. Ehefrau Silke hat ihn diesmal nach Schrobenhausen begleitet.

Passanten wechseln vom Wochenmarkt herüber

Einige Vorbeikommende möchten mit dem 46-Jährigen gar nicht politisch ins Gespräch kommen, vielmehr sichern sie ihm ihre Unterstützung zu. „Ich mache überall Werbung für dich“, schüttelt ihm eine Dame die Hand. „Du bist oaner von uns, Peter. Drum unterstützen wir dich“, legt ihm ein Mann im Vorbeigehen die Hand auf die Schulter. Diese Aufmunterung tue gut, gibt er zu. „Die Spannung steigt natürlich mit jedem Tag.“ Doch er sieht sich gut aufgestellt. Für ihn spreche eine breite Basis. „Ich habe vor zwei Wochen im Norden und Süden gute Ergebnisse erzielt und setzte darauf, dass es am Sonntag wieder so sein wird.“ Peter von der Grün lebt in Bertoldsheim, aufgewachsen ist er in Waidhofen und in Schrobenhausen zur Schule gegangen. Der Auftritt in der Lenbachstraße ist also ein Heimspiel für ihn. „Ich denke, dass es am Ende auch darauf ankommt: Der eine Kandidat kommt aus dem Landkreis, der andere eben nicht.“

Punkten könne er auch damit, findet der FW-Kandidat, dass er durch sein Kreistagsmandat in viele Themen schon eingearbeitet sei. Das sei ihm bei den Auftritten zugute gekommen und von vielen Gesprächspartnern positiv aufgenommen worden. Ein Dauerbrenner auf allen Veranstaltungen im Süden sei das Kreiskrankenhaus gewesen. „In Schrobenhausen ist das Thema Nummer eins. Die Zukunft des Hauses beschäftigt die Leute. Betroffen sind ja nicht nur die Patienten und Beschäftigten, da hängen auch die Familien dran.“ Eine andere Sache, deren Brisanz ihn überrascht habe, sei der Biber. „Ich bin kein Jäger, darum hab’ ich das nicht so im Fokus gehabt. Doch das beschäftigt die Leute. In Gachenbach und Brunnen bin ich erst diese Woche wieder darauf angesprochen worden. Vor allem Grundbesitzer klagen über hohe Schäden.“ Überhaupt sei ihm im Wahlkampf aufgefallen, dass es sind nicht immer die großen, parteipolitischen Themen seien, die den Menschen unter den Nägeln brennen. „Beispiel gefällig? Die Bauverwaltung am Landratsamt ist zu restriktiv, hab’ ich öfter gehört. Bürgernäher soll sie sein, das wünschen sich Bauherren, mit denen ich gesprochen habe.“

Charmeoffensive auch nach zwei Stunden in der Kälte

Nach zwei Stunden im Schatten sind alle am Infostand ordentlich durchgefroren. Trotzdem lohne sich der Straßenwahlkampf, findet Peter von der Grün. Der direkte Kontakt zu den Leuten mache Spaß. „Ich treffe immer wieder Weggefährten, Lehrer von früher, ehemalige Kollegen.“ In den Gesprächen habe er immer wieder heraus gehört, dass die politischen Kräfteverhältnisse im Kreistag beibehalten werden sollten. „Ein Landrat, der sich wie Roland Weigert seine Mehrheiten suchen muss, der wird Sachpolitik über die Parteigrenzen hinaus betreiben müssen.“ Das, findet Peter von der Grün, sei auch seine Botschaft. Er habe den Landkreisbürgern sein Angebot gemacht. Der Sonntag kann also kommen.

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