1. Startseite
  2. Lokales (Neuburg)
  3. Gegen überdimensionierten Netzausbau

Diskussion

25.07.2016

Gegen überdimensionierten Netzausbau

Am Strategietreffen der Bürgerintiativen gegen die geplanten HGÜ-Trassen mit dem Bund Naturschutz in Nürnberg nahmen aus unserer Region Anita Dieminger, Christian Baur(Schwaben), Martin Stegmair(Donau-Ries) und Manfred Burzler(Neuburg-Schrobenhausen) teil.
Bild: Anita Dieminger

Stromtrassengegner hielten mit dem Bund Naturschutz ein Strategietreffen ab

Der Widerstand gegen den überdimensionierten Netzausbau geht weiter! – darin sind sich Bund Naturschutz und Stromtrassengegner einig. Sie fordern eine Diskussion um den Sinn und die Berechtigung für den Bau der Gleichstromtrassen. Scharfe Kritik üben sie deshalb an der Haltung der Bayerischen Landesregierung, die diese Diskussion für beendet erklärt habe, ohne Belege für die Notwendigkeit der Leitungen geliefert zu haben. Damit erweise sie sich als, wie es in eienr Pressemitteilung heißt, „bereitwilliger Erfüllungsgehilfe der Konzerne, die Interessen der Bürger werden hintangestellt, die dezentrale Bürgerenergiewende wird verhindert“.

Der Bund Naturschutz hatte kürzlich zu einem Strategietreffen nach Nürnberg eingeladen. Neben Prof. Hubert Weiger, Vorsitzender des Bund Naturschutz in Bayern, und Herbert Barthel, Referent für Energie und Klimaschutz, waren auch regionale Vertreter des Bund Naturschutz anwesend. Aus unserer Region nahmen Anita Dieminger, Christian Baur (Schwaben), Martin Stegmair (Donau-Ries) und Manfred Burzler (Neuburg-Schrobenhausen) teil. Mit Mitgliedern des Bundesverbandes Bürgerinitiativen gegen SuedLink und Vertretern des Aktionsbündnisses gegen die Süd-Ost-Trasse ergab sich ein reger und konstruktiver Informationsaustausch in entspannter Atmosphäre.

Weiger stellte eine Grundsatzdiskussion zur Energie-Planung in den Raum, die man verstärkt in die Öffentlichkeit tragen müsse. Infrastrukturmaßnahmen wie der Netzausbau dürften nicht aufgrund massiver Gewinninteressen der Energiekonzerne geplant werden. Hier fehlt die notwendige transparente, staatliche Gesamtplanung.

ecsImgBannerNewsletter250x370@2x-1315723864673274678.jpg

Der Bund Naturschutz positioniere sich deutschlandweit gegen den derzeitig geplanten Netzausbau, der das zentralistische System fördere und der das Aus für eine dezentrale Energiewende sei. Der politische Unwille der Bundesregierung zum Klimaschutz und zur Energiewende komme bei der EEG-Novelle 2016 klar zum Ausdruck.

Wie es im Rahmen der Diskussion hieß, dürfe die von Politik und Netzbetreibern angepriesene Erdverkabelung keinesfalls als unproblematisch gesehen werden. Viele hätten immer noch die Vorstellung, diese wäre wie das Verlegen einer Telefonleitung zu sehen, so der Hinweis der Trassengegner. Deshalb müsse die Kostendiskussion in Zukunft noch mehr Berücksichtigung finden, denn der schwer kalkulierbare hohe finanzielle Aufwand werde von den Verantwortlichen heruntergespielt. Die Kosten für die überhöhten Renditen trieben das Netzentgelt für die Stromkunden zusätzlich in die Höhe. Hubert Weiger sieht die Gefahr, dass die HGÜ-Leitungen wie der Berliner Flughafen finanziell ein Fass ohne Boden werden.

Zur Sprache kamen auch die derzeitigen TenneT-Veranstaltungen im Rahmen des sogenannten „Planungsbegleitenden Forums SuedOstLink“, die vollkommen intransparent verlaufen würen, da die Teilnehmer nach einem nicht nachvollziehbaren System nur persönlich eingeladen und die Treffen unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden würden. Vertreter des Suedlink wiesen darauf hin, dass der massive Ankauf von landwirtschaftlichen Flächen in Bergrheinfeld für Konverter besorgniserregend sei. Auch der Unmut über die Haltung der Fraktionsspitze der Grünen pro HGÜ-Trassen wurde deutlich zum Ausdruck gebracht.

Unter den Anwesenden in Nürnberg bestand große Einigkeit, dass eine intensivere Zusammenarbeit zur Förderung einer dezentralen Energiewende stattfinden müsse, nur so könne man die für die Energiewende schädlichen Trassen nachhaltig verhindern. Weitere Strategietreffen und die Einbindung von Ortsgruppen des Bund Naturschutz sind geplant. Die Ausbauziele der Erneuerbaren Energien müssten nach oben korrigiert werden, um die Klimakatastrophe aufzuhalten. Dafür sei es unerlässlich, Bündnisse einzugehen, um gemeinsam den Druck auf die Verantwortlichen zu erhöhen und Gespräche einzufordern. (nr)

Themen Folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Lesen Sie dazu auch
Copy%20of%20Feuerwehr%20Heinrichsheim.tif
Versammlung

41 Einsätze für Feuerwehr Heinrichsheim

ad__nl-chefredakteur@940x235.jpg

SECHS UM 6: Unser Morgen-Newsletter

Die sechs wichtigsten Neuigkeiten um 6 Uhr morgens sowie ein Ausblick auf den
aktuellen Tag – Montag bis Freitag von Chefredakteur Gregor Peter Schmitz.

Newsletter bestellen