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16.01.2020

Grauer Boden, weiße Wände

2013 wurde die Marktstraße in Rennertshofen saniert. Dabei wurde es jedoch versäumt, Leerrohre für Glasfaserkabel zu verlegen.
Bild: Michael Geyer

Gemeinderäte einigen sich darauf, wie die Klassenzimmer der neuen Schule in Rennertshofen aussehen sollen. Unverständnis gibt es jedoch bei der Sanierung der Marktstraße. Warum Bürgermeister Georg Hirschbeck stinksauer ist

Holz- oder Linoleumböden? Das war die Frage, die sich den Gemeinderäten Rennertshofens am Dienstagabend stellte, als sie über die Innengestaltung des neuen Schulgebäudes diskutierten. Die Entscheidung fiel auf einen grauen Linoleumboden in den Klassenzimmern. Die Lernlandschaft, das Lehrerzimmer, die Verwaltungsräume und der Werkraum erhalten dagegen Holzböden. Im Hallenbereich im Erdgeschoss wird ein geschliffener Estrich verarbeitet. Die Wände und Fensterrahmen-Innenseiten sollen in weißer Farbe von den Böden abstechen.

Das Thema der Fußböden drehte sich vor allem um die Kosten und die Frage, was langfristig wirtschaftlicher ist: Der teurere Holzboden oder ein günstigeres Linoleum, das aber nicht so lange hält. Gemeinderat Jürgen Schlamp sprach sich für mehr Holz aus. Und auch Johann Muschler sah über die Jahre Holz sogar als günstigeren Boden. Den könne man einige Male abschleifen. Architekt Klemens Herrle rechnete mit rund 35 Euro Mehrkosten pro Quadratmeter, wenn Holz statt Linoleum verlegt werde. 7000 Euro mehr würde das für das Lehrerzimmer und die Verwaltungsräume kosten. Würden alle Böden mit Holz verlegt, könnten es rund 70.000 Euro sein, so Bürgermeister Georg Hirschbeck. Theo Rehm forderte, dass man die Finanzen im Auge behalten müsse. Und Alexander Weigl wollte, wenn schon, eine fundierte Wirtschaftlichkeitsberechnung für die Gebrauchsjahre für beide Böden.

Schließlich einigten sich die Räte auf Linoleum in den Klassenzimmern, im Werkraum und im Bereich der Mittagsbetreuung. Der Rest erhält Holzböden. In der Aula wird geschliffener Estrich verlegt.

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Darüber hinaus hat sich der Gemeinderat mit folgenden Themen beschäftigt:

Verärgerung wegen Glasfaserplanung: So recht wollte es Georg Hirschbeck auch in der Gemeinderatssitzung nicht glauben. Die Planungen für die Sanierung der Marktstraße in Rennertshofen 2013 trieb dem Gemeindeoberhaupt sieben Jahre später die Zornesröte ins Gesicht. „Ich bin richtig verärgert.“ Der Grund: Bei den Arbeiten zur Sanierung des Marktbereichs wurde es versäumt, Glasfaserkabel oder zumindest Leerrohre dafür zu verlegen, um eine spätere Anbindung zu vereinfachen. Resultat: Für die Digitalisierung des Rathauses können Fördermittel nicht abgerufen werden. Hirschbeck ließ seinem Ärger freien Lauf am Rande der Beratung über die Vergabe der Planungsarbeiten, um die letzten Gehöfte und Weiler im Marktgemeindegebiet an das schnelle Internet anzuschließen. Die Firma IK-T steht im Fokus. Deren Planung im Bereich der Marktstraße sei, so Hirschbeck, unsauber gewesen und nicht vorausschauend. Wie könne es sein, dass Experten vor sieben Jahren nicht erkannten, wie wichtig Glasfaserkabel für die digitale Anbindung sei? Deshalb forderte Hirschbeck, für die Überplanung der Weileranbindung weitere Angebote einzuholen. Bisher liegt nur ein Angebot der Firma IK-T vor, das sich auf rund 10.000 Euro beläuft.

Alter neuer Kommandant: Die Freiwillige Feuerwehr im Rennertshofener Ortsteil Hatzenhofen hat einen neuen, alten Kommandanten. Bernd Stark wurde wieder gewählt. Keinen Kommandanten hat dagegen momentan die Freiwillige Feuerwehr Rohrbach. Bei der Jahresversammlung konnte niemand für das Amt gewonnen werden. Nun hat die Feuerwehr drei Monate Zeit, den Posten neu zu besetzen.

Info über geplante Mobilfunkmasten: Im nichtöffentlichen Teil der Gemeinderatssitzung am Dienstag erhielt das Gremium Besuch von der Deutschen Funkturm GmbH. Die Tochter der Telekom plant weitere Standorte für Sendemasten. Nun ließ sich der Gemeinderat über die geplanten Standorte in Rennertshofen, Stepperg, Emskeim und über den bereits gebauten Masten bei Bertoldsheim sowie über die zu erwartende Strahlung informieren. Nordwestlich von Rennertshofen begibt sich das Unternehmen auf Standortsuche. Zwischen Emskeim und Altstetten wurde der Alternativvorschlag der Gemeinde angenommen. Und der Bauantrag für den Masten in Stepperg liegt nach Ablehnung des Standorts durch die Marktgemeinde zur Entscheidung beim Landratsamt. Für die Bevölkerung soll es zeitnah eine Informationsveranstaltung geben.

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