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Audi

21.11.2014

Jeder Zwölfte steht unter Strom

 Der Stecker zum Aufladen der Batterie verbirgt sich hinter den vier Ringen.
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Der Stecker zum Aufladen der Batterie verbirgt sich hinter den vier Ringen.

In Ingolstadt hat eine neue Ära des Automobilbaus begonnen. Jetzt läuft mit dem A3 e-tron im Stammwerk der erste Hybrid vom Band. Zwischen normaler Serienproduktion. Wie das geht

Von außen sieht er aus wie ein normaler A3 – aber was ist schon normal. Ein Verbrennungsmotor, der mit Benzin, Diesel oder Erdgas betrieben wird? Oder ein Hybrid, also ein Auto mit zwei Antriebsarten, Verbrennungsmotor plus Elektromotor? Elektro- und Hybridautos gibt es inzwischen einige auf dem Markt.

Und auch Audi hat bereits den A1 und den R8 als e-tron Variante entwickelt. Beim A3 Sportback e-tron allerdings wird erstmals ein Elektroantrieb in die normale Serienfertigung integriert. Dieser Exot läuft in der ganz normalen A3-Fertigungslinie mit. Vielleicht kann man bei der Stückzahl auch gar nicht mehr von Exoten sprechen. Denn jeder Zwölfte, der vom Band läuft, ist ein e-tron.

Um den Neuen in die Serienfertigung zu integrieren, galt es, den Einbau der zusätzlichen Komponenten, wie den Elektromotor oder die Batterie, in den normalen Fertigungsablauf einzutakten. „Bei dem Plug-in-Hybrid feiern wir eine ganz besondere Hochzeit, denn das Technikpaket mit beiden Antriebseinheiten inklusive Antriebsstrang, Tank und Batterie trifft dann auf die Karosserie“, erklärt Dr. Siegfried Schmidtner, Leiter der A3-Produktion.

Die Hochvolttechnik, die für einen Hybrid notwendig ist, bedeute eine Herausforderung für die Mitarbeiter. Sie seien auf den Umgang mit der nicht ungefährlichen Technik vorbereitet worden, so Peter Kössler, Werkleiter in Ingolstadt: „Verantwortliche Elektrofachkräfte montieren die Hochvoltteile und sind ganz besonders geschult.“ Darüber hinaus hätten sämtliche Mitarbeiter an der Fertigungslinie eine Schulung im Umgang mit dieser Technik erhalten. Insgesamt sieben zusätzliche Audianer bauen in sieben Takten die Elektro-Komponenten in die e-trons.

„Möglich wurde diese kombinierte Fertigung auf einer Linie, weil wir in Ingolstadt schon sehr viele verschiedene Derivate unserer Modelle in einer Fertigungsstraße zusammenbauen“, berichtet Kössler weiter. Der Erfahrungsschatz half bei der Integration des e-tron enorm. Die Arbeitsschritte wurden in der Fertigungslinie an der Stelle eingebunden, die als Fertigungspuffer dient. Dort haben die A3 mit Verbrennungsmotoren also eine Art Pause. Die e-trons erhalten ihre zusätzliche Technik und laufen in selber Reihenfolge wieder in die Fertigungslinie ein.

Mit dem Plug-in-Hybrid sieht sich Audi in der automobilen Zukunft angekommen. Dazu Produktionsvorstand Hubert Waltl: „Diese Integration zeigt die Flexibilität und Leistungsfähigkeit unserer Planer und Mitarbeiter.“

Der A3 e-tron stellt für Audi eine Elektro-Variante des Kompaktmodells dar, mit dem der Durchschnittsautofahrer den Großteil der Strecken elektrisch zurücklegen kann. Diese Durchschnittsstrecke liegt laut Statistik nämlich unter 50 Kilometer. So viel schafft der A3 aber auch rein elektrisch. Will man weiter fahren, kommt der 1,4 Liter TFSI-Motor zum Tragen, der nebenbei auch die Batterie wieder aufladen kann. Weitere Energie für die Batterie holt sich der Audi aus jedem Bremsvorgang. Die elektrischen Bremsen sorgen durch Rekuperation für einen Stromrückfluss in die Lithium-Ionen-Speicher, die sich unter der Rücksitzbank befindet. 50 Autos laufen täglich vom Band. Die Nachfrage habe selbst die Audi-Leute überrascht, so Peter Kössler: „Alleine in den ersten 24 Stunden haben wir aus Norwegen 600 Bestellungen erhalten. Und auch Kunden aus anderen Ländern sind sehr interessiert.“

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