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Rettungskräfte

23.03.2019

Klarheit über Feuerwehr-Rüstzeug

Ausstattung und Einsatzfähigkeit der Burgheimer Feuerwehren, wie hier bei einer Übung auf dem Milkivit-Firmengelände, definiert der Feuerwehrbedarfsplan. Der Gemeinderat verabschiedete ihn einstimmig.
Bild: Peter Maier

Die Gemeinde Burgheim hat einen Leitfaden erstellen lassen, in dem genau definiert ist, wie ihre örtlichen Feuerwehren ausgestattet sein müssen

Ungewöhnlich viele Zuhörer hatte die jüngste Gemeinderatssitzung in Burgheim. Es waren Feuerwehrleute aus Burgheim und den Ortsteilen, die den Sitzungssaal am Donnerstag füllten. Ihr Interesse galt dem Feuerwehrbedarfsplan für die Jahre 2019 bis 2023, den die Gemeinderäte diskutierten.

Worum geht es dabei? Jedes Jahr muss die Gemeinde aufs Neue entscheiden, wie viel Geld jeder der acht Feuerwehren in der Gemeinde zur Verfügung gestellt wird. Für Bürgermeister Michael Böhm und seine Ratskollegen ist das aber nicht selten ein Dilemma: Auf der einen Seite gilt es, den Wünschen und Bedürfnissen der Feuerwehrleute Rechnung zu tragen. Auf der anderen Seite fehlt dem Gemeinderat aber die fachliche Kompetenz, diese Wünsche und Bedürfnisse hinsichtlich ihrer Notwendigkeit richtig einzuordnen. Und letztlich ist das Ganze natürlich auch eine finanzielle Frage.

Aus diesem Grund kam Böhm vor etlichen Jahren eine neue gesetzliche Bestimmung des bayerischen Innenministeriums ganz recht. Demnach sollen alle Gemeinden einen sogenannten Feuerwehrbedarfsplan aufstellen, in dem – wie der Name schon sagt – der Bedarf für die örtlichen Feuerwehren festgelegt ist. An dieses Konzept kann, muss sich die Gemeinde aber nicht orientieren. „Es ist für uns Laien aber ein Leitfaden, der uns erlaubt, bei Abweichungen Nachfragen zu stellen“, erklärte Böhm damals.

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Im April 2015 hat der Burgheimer Gemeinderat deshalb beschlossen, einen solchen Plan von einem externen Büro aufstellen zu lassen. Die Wahl fiel auf das Planungsbüro IBG in Heilsbronn. Grundsätzlich wäre es auch möglich gewesen, ein solches Konzept in Eigenregie zu erstellen. „Doch dazu fehlt es in der Verwaltung an Personal“, begründete Böhm die Entscheidung, sich Hilfe von außen zu holen.

In der Sitzung am Donnerstag wurde nun das Ergebnis der IBG besprochen. Im Detail geht es dort um die Fragen, ob die Feuerwehren in Burgheim ausreichend ausgestattet sind und ob genügend Einsatzkräfte zur Verfügung stehen. Dafür werden zwei Szenarien zugrunde gelegt: der „kritische Wohnungsbrand“ und eine vordefinierte technische Hilfeleistung bei einem Verkehrsunfall. Eine Achillesferse nahezu jeder Freiwilligen Feuerwehr ist die Tagesverfügbarkeit. Gemeint ist, wie viele Einsatzkräfte während der üblichen Arbeitszeit in welchem Zeitraum verfügbar sind. Nur diese können bei einem Einsatz die Fahrzeuge besetzen und die vorgehaltene Technik bedienen.

Neben Bürgermeister, Gemeinderat und Verwaltungspersonal wirkten Kreisbrandrat Stefan Kreitmeier, Kreisbrandinspektor Peter Mayer sowie Burgheims Kommandant Anton Gutjahr und dessen Vertreter Andreas Egger an der Erstellung des Bedarfsplans mit. Dem Gemeinderat steht damit nun eine objektive Entscheidungshilfe zur Verfügung, so Michael Böhm. Emotionalen Argumenten wie „ohne ein neues Fahrzeug ist die Feuerwehr xy nicht mehr einsatzfähig“ werde damit die Grundlage entzogen. Denn die IBG definiert in ihrem Bericht unter anderem genau, welche Fahrzeuge gesetzlich verpflichtend und welche Leistungen freiwillig sind. (mit clst)

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