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Karlshuld

09.01.2019

Klaus Scherm macht den Notkommandanten

Die Feuerwehr Karlshuld, hier der Angriffstrupp bei einer Übung, braucht einen neuen Kommandanten. Drei Monate bleiben Zeit, um einen Nachfolger für den zurückgetretenen Torsten Löwe zu finden.
Bild: Uwe Kühne

Bei der Karlshulder Feuerwehr gibt es eine Cheflösung für die nächsten drei Monate. In dieser Zeit muss ein geeigneter Kandidat gefunden werden.

Das Kind ist in den Brunnen gefallen, jetzt bemühen sich die Beteiligten um Schadensbegrenzung. Die Suche nach einem neuen Feuerwehrkommandanten in Karlshuld läuft auf Hochtouren, nachdem Torsten Löwe sein Amt auf der jüngsten Hauptversammlung des Vereins niedergelegt hatte. 3. Bürgermeister und Ex-Kommandant Klaus Scherm hat als ranghöchster Aktiver das Amt für die nächsten drei Monate übernommen. Damit bleibt die Feuerwehr zumindest einsatzfähig. Bis zu den außerordentlichen Neuwahlen muss nun ein geeigneter Kandidat gefunden werden. Federführend seitens der Gemeinde ist bei der Suche Michael Lederer.

Auf dem kurzen Dienstweg hatten sich der 2. Bürgermeister nach der Rückkehr von Rathauschef Karl Seitle aus dem Urlaub zusammen mit Feuerwehrreferenten Günther Bengel und Klaus Scherm, der dieses Amt schon einmal zwölf Jahre lang ausübte, auf diese Variante geeinigt. „Das soll auch ein Signal an die Adresse der Feuerwehr sein, dass die Gemeinde das Vertrauenverhältnis wiederherstellen möchte“, argumentierte Lederer auf Nachfrage. Es ist kein Geheimnis im Ort, dass es zwischen der Gemeinde und der Feuerwehr seit Langem wegen des seit bald zehn Jahren geplanten, doch bis dato nicht realisierten Neubaus des Feuerwehrgerätehauses Unstimmigkeiten gibt.

Posten des Kommandanten blieb nach der Versammlung vakant

Kurz vor dem Jahreswechsel sorgte Torsten Löwe für einen vorzeitigen Knall und stellte sich bei den turnmusmäßigen Neuwahlen nicht mehr als Kommandant zur Verfügung. Neben seinem Amt blieben auch die Posten des Stellvertreters und des Zeugwarts vakant. Löwe war in seiner Erklärung hart mit dem Gemeinderat ins Gericht gegangen und hatte gewettert: „Unserer Gemeinde scheint nicht bewusst zu sein, dass das Feuerwehrwesen eines ihrer Pflichtaufgaben ist, und dass sie dafür zu sorgen hat, dass die Sicherheit für die Bevölkerung gewährleistet ist.“

Michael Lederer will die Vergangenheit am liebsten ruhen lassen und möglichst schnell den Riss zwischen Kommune und Feuerwehr kitten. Die Gemeinde versuche, guten Willen zu zeigen, und habe auch schon vor der Hauptversammlung einen Bedarfsplan mit Gefahrenanalyse erstellen lassen. Noch im Januar werde man ein Gremium bilden, um einen Neubau an der Hauptstraße neben der Katholischen Pfarrkirche St. Ludwig voranzutreiben. Für die Jahre 2020/2021 stellt er den Spatenstich in Aussicht. Das sei auch dringend nötig, verweist der neu gewählte Feuerwehrvorsitzende Maximilian Bertl auf Stellplatzprobleme. Ins alte Gerätehaus passen nur das Löschgruppenfahrzeug LF16/12 und der Tanklöschzug TLF 16/25. Der neue Gerätewagen, der noch diesen oder nächsten Monat ausgeliefert wird, muss auswärts untergestellt werden. Darüber hinaus zeigt sich Maximilian Bertl zuversichtlich, dass die jüngsten Irritationen bald überwunden werden könnten. „Gespräche sind jetzt am Laufen. Wir setzen uns zusammen, um das Problem zu beseitigen.“

Diese Voraussetzungen muss ein neuer Kommandant erfüllen

Darauf hofft auch Kreisbrandrat Stefan Kreitmeier. Der Vorgang in Karlshuld sei schon bemerkenswert und höchst selten, und zwar bayernweit. „Das Problem mit dem Gerätehaus ist altbekannt und hat sich über viele Jahre aufgeschaukelt. Wir haben uns damit x-mal beschäftigt, über den Gemeindeunfallversicherungsverband, und haben Stellungnahmen zur Verkehrssicherheit eingeholt. Jetzt ist das Fass übergelaufen und die Sache ist eskaliert.“ Dass akuter Handlungsbedarf besteht, macht die Sache allerdings nicht einfacher. Das Amt des Kommandanten ist nämlich an einige Voraussetzungen geknüpft: Der Kandidat muss volljährig sein und mindestens vier Jahre im aktiven Dienst stehen. Zudem, erklärt Kreitmeier, müssen eine ganze Reihe von Lehrgängen vorgewiesen werden beziehungsweise innerhalb eines Jahres nachgeholt werden. „Das ist sehr sportlich. Unsere Schulen haben nur begrenzte Kapazitäten und natürlich muss ein potenzieller Kommandant so ein Ehrenamt auch mit seinem Arbeitgeber abstimmen. Und Bereitschaft dafür zu finden, wird immer schwieriger.“

Michael Lederer setzt darauf, dass sich für alle drei Posten geeignete Leute in Reihen der 60 Aktiven der Karlshulder Wehr rekrutieren lassen. „Es gibt einen neu gewählten Vorstand und ich hoffe, dass sich Namen aus dem Kreis finden werden.“ Die Beteiligten stehen auf alle Fälle unter Zugzwang. Findet sich kein Kandidat, muss die Gemeinde einen Notkommandanten zwangsverpflichten. Das wäre ein ziemlich einmaliger Vorfall, wie Stefan Kreitmeier zugibt. „So was gab’s meines Wissens im Landkreis erst einmal, irgendwo im Süden, lange vor meiner Zeit.“

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