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Interview

28.02.2018

Miss Bayern: "Ohne Ausstrahlung kann man keine Misswahl gewinnen"

Sarah Zahn macht gerade ihre Ausbildung zur Erzieherin. Auf dem Foto wird die 22-Jährige gerade zur Miss Bayern gekürt.
Bild: Manfred Dittenhofer

Sarah Zahn wurde zur drittschönsten Frau Deutschlands gekürt. Im Interview verrät sie, warum sie lieber an Misswahlen teilnimmt, als über den Laufsteg zu gehen.

Sarah Zahn ist am Wochenende zur drittschönsten Frau in ganz Deutschland gewählt worden. Nur vier Tage hatte die Dachauerin, die in Ingolstadt eine Ausbildung absolviert, Zeit, um sich nach der Wahl zur schönsten Frau Bayerns auf das Miss-Germany-Camp vorzubereiten. Wer sie dabei besonders unterstützt hat und warum sie lieber an Schönheitswettbewerben teilnimmt, als auf dem Catwalk zu laufen, hat Zahn im Interview mit unserer Redaktion verraten.

Nun kurz nach der Miss-Germany-Wahl: Sind Sie froh, dass der Stress vorbei bist – oder auch etwas wehmütig?

Sarah Zahn: Ich bin total wehmütig. Bei der Heimfahrt war ich schon ganz traurig, dass nun die Zeit vorbei ist. Aber natürlich freue ich mich, wieder Zeit mit meiner Familie, meinem Freund und meinen Freundinnen zu verbringen.

Sie waren viel unterwegs: Erst die Wahl zur Miss Ingolstadt, dann zur Miss Bayern, darauf folgte ein dreiwöchiges Modelcamp und am vergangenen Wochenende nun das Miss-Germany-Finale. Wie kamen Sie mit dem straffen Zeitplan klar?

Zahn: Während der Zeit stand ich schon oft unter Stress. Aber das war irgendwie positiver Stress. Ich habe mich auf jedes Fotoshooting oder Training gefreut. Ich hatte sehr viel Spaß und war trotz des engen Zeitplans immer gut drauf. Die drei Wochen vergingen wie im Flug.

Gab es einen Moment während dieser Zeit, der Ihnen besonders im Kopf geblieben ist?

Zahn: Das Fotoshooting mit Maik Rietentidt ist mir sehr in Erinnerung geblieben. Das Miss-Germany-Camp war zwar auf Fuerteventura, aber zu der Jahreszeit war es sehr frisch. Und ich musste für das Fotoshooting in einen eiskalten Pool springen. Ich habe am ganzen Körper gezittert. Es war das schwierigste Fotoshooting, das ich je gemacht habe – und zugleich auch das beste. Denn der Fotograf Maik Rietentidt war so nett und es sind so schöne Fotos rausgekommen.

Wie haben Familie und Freunde auf Ihre Teilnahme bei der Miss-Bayern- und der Miss-Germany-Wahl reagiert?

Zahn: Mein Umfeld hat mich immer unterstützt. Meine Freundinnen haben zum Beispiel die Wahl zur Miss Germany live mitverfolgt. Als ich dann nach der Veranstaltung auf mein Handy sah, hatte ich 200 Nachrichten erhalten. Das war überwältigend, das hätte ich nie erwartet.

Von welcher Seite haben Sie den meisten Rückhalt bekommen?

Zahn: Das kann ich gar nicht so genau sagen. Meine Familie, mein Freund, meine Freundinnen – jeder hat mich auf seine Weise unterstützt.

Wie sah die Unterstützung konkret aus?

Zahn: Da die Wahl zur Miss Bayern vier Tage vor Abflug ins Miss-Germany-Camp stattfand, hatte ich sehr wenig Zeit. Mein Papa hat dann zum Beispiel in meiner Arbeit angerufen und dort alles abgeklärt. Meine Mama hat Besorgungen für mich gemacht. Was die beiden alles geleistet haben, hätte ich in der kurzen Zeit nie allein geschafft.

Sie machen gerade eine Ausbildung zur Erzieherin. Wissen denn die Kinder, dass sie wohl die schönste Erzieherin in ganz Bayern haben?

Zahn: Also die Kinder haben von meiner Teilnahme nichts mitbekommen. Aber meine Kolleginnen und die Freundinnen an der Berufsschule waren begeistert, dass ich bei Miss Germany mitgemacht habe. Ich bin dann am Dienstag auch mit meiner Schärpe und dem Krönchen in die Schule gekommen (lacht).

Ihre Mutter hat ebenfalls gemodelt. Hat Ihre Mama die Begeisterung an Sie weitergegeben?

Zahn: Eigentlich kam ich schon relativ früh selbst auf die Idee, an einer Misswahl teilzunehmen. Ich habe mit circa 14 Jahren einen amerikanischen Schönheitswettbewerb im Fernsehen gesehen und meinte gleich zu meiner Mama: „Das will ich auch mal machen.“ Dann habe ich mit 17 Jahren an dem Model-Contest „Schöne Münchnerin“ teilgenommen und gleich den zweiten Platz belegt. Kurz darauf bot mir dann eine Agentur einen Modelvertrag an.

Nicht nur von Feministinnen werden Schönheitswettbewerbe kritisch beäugt. Es gibt beispielsweise den Vorwurf, dass Frauen bei solchen Wettbewerben rein nach ihrer Optik bewertet und wie Objekte vorgeführt werden. Sind solche Misswahlen heutzutage überhaupt noch zeitgemäß?

Zahn: Ich finde diese Kritik immer sehr interessant. Bevor ich an Schönheitswettbewerben teilgenommen habe, hatte ich auch sehr viele Vorurteile dem gegenüber. Aber Misswahlen sind einfach anders als das Modelbusiness. Beim Modeln liegt der Fokus auf der Präsentation der Kleidung. Da geht es oft rein um das Aussehen der Person.

Wie unterscheiden sich dann Schönheitswettbewerbe davon?

Zahn: Bei einer Misswahl musst du noch andere Dinge können, als nur besonders auszusehen. Ich präsentiere mich und meinen Charakter. Da kann man noch so schön aussehen – ohne Ausstrahlung kann man keine Misswahl gewinnen.

Auf was achten Juroren Ihrer Meinung nach am meisten?

Zahn: Neben der Ausstrahlung schauen sie vor allem darauf, ob du dich auf der Bühne wohlfühlst und Spaß hast.

Haben Sie beim Modeln schon mal schlechte Erfahrungen gemacht?

Zahn: Als klassische Schönheit gilt man im Modelbusiness schnell mal als „kommerziell“. Das habe ich schon öfters zu hören bekommen. Auch war ich manchen nicht dünn genug, da mein Körper durch das Ballett sehr trainiert ist.

Und trotz allem möchten Sie weiter modeln?

Zahn: Ich werde auf jeden Fall meine Ausbildung zur Erzieherin fertig machen. Was ich dann in einem Jahr mache – ob ich mir gleich eine Arbeit suche oder noch ein Jahr im Modelbusiness mich betätige – das weiß ich noch nicht. Vorerst bin ich noch viel als Miss Bayern und Miss Ingolstadt unterwegs.

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