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Eichstätt

12.09.2019

Mountainbike-Mekka an der Altmühl

Aljoscha Noack aus Eichstätt bei einem seiner Sprünge im Mountainbike-Zentrum.
Bild: Christof Paulus

In Eichstätt gibt es jetzt einen Parcours für Radakrobaten auf dem Mountainbike. Das Projekt hatte zahlreiche Förderer.

Es ist eigentlich ganz einfach. „Nicht bremsen“, sagt Aljoscha Noack. „Den Rest macht das Rad von ganz allein.“ Er dreht sich wieder um, tritt drei, vier mal in die Pedale und lässt sich von der Rampe rollen. Und dann sieht es tatsächlich ganz einfach aus. Noack fährt den kleinen Hügel hinauf, natürlich ohne zu bremsen. Sein Rad hebt ab, Noack stellt es quer in die Luft, bevor er ganz gerade wieder auf zwei Rädern auf der anderen Seite des Hügels landet. Bis jetzt musste der 17-jährige Eichstätter mit seinem Mountainbike immer auf selbst gebauten Rampen in der Natur springen. Inzwischen muss er das nicht mehr: In Eichstätt gibt es nun einen Parcours für Mountainbike-Fahrer. Heute wird er offiziell eröffnet.

Die Sprungschanzen sind der beliebteste Streckenabschnitt bei den Fahrern.
Bild: Christof Paulus

Die Anlage auf dem Blumenberg in den Steinbrüchen oberhalb der Altmühl gehört der Eichstätter Sektion des Deutschen Alpenvereins (DAV). Der Vorstand hat Aljoscha Noack zum Platzchef ernannt, er soll gemeinsam mit einigen anderen den Platz pflegen und stets ein Auge darauf haben. Das heißt unter anderem: Den Platz absperren, wenn es regnet. Dass dann dort niemand fahren darf, hat weniger damit zu tun, dass es dann rutschig sein könnte. Vielmehr geht es darum, dass der Platz dann Schaden nehmen könnte. Denn der gesamte Parcours besteht aus Naturmaterialien und nicht wie sonst häufig aus Beton. Wenn er nass wird, könnte er auch brüchig werden – und bei jeder Fahrt darüber kaputt gehen.

Mountainbike-Zentrum in Eichstätt hat eine Naturstrecke

Dass der Platz so angelegt wurde, ist Ralf Eiba wichtig. Er ist der Vorsitzende der DAV-Sektion in Eichstätt. Er sagt: „Selbst wenn wir den Platz einmal aufgeben würden – was wir nicht vorhaben – müssten wir ihn nicht abreißen. Wir könnten ihn einfach zuschütten, und alles wäre wie zuvor.“ Angelegt wurde der Platz auf dem Gelände der Familie Bergér, die auf dem Berg ein Museum und einen Fossiliensteinbruch betreibt.

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Eine kleine Abfahrt führt zu den Sprüngen und der Buckelpiste. Das gesamte Mountainbike-Zentrum ist rund 5000 Quadratmeter groß.
Bild: Christof Paulus

Einen gewaltigen Teil der Arbeit übernahmen diejenigen, die den Parcours jetzt nutzen werden. An 70 Arbeitstagen legten sie das Gelände an, viele investierten dafür ihre Sommerferien. „Das ging einfach von der Hand“, sagt Aljoscha Noack. Aus Leidenschaft fürs Fahrrad hätten er und die bis zu 50 anderen Helfer die Arbeit gerne gemacht. „Das war einfach eine große Chance und damit Motivation genug.“ Hilfe bekamen die Arbeiter dabei von einer Spezialfirma, die den Aufbau der Strecke übernahm.

Finanziert wurde das Projekt von diversen Sponsoren. Auch der Landkreis Eichstätt hat den Platz bezuschusst. Für Ralf Eiba ist klar: Im Landratsamt befürwortet man den Parcours. Schon vor Jahren seien Vertreter des Landkreises an den DAV herangetreten, um zu fragen, ob dieser eine solche Anlage bauen möchte. „Jetzt müssen die Biker ihre Anlagen nicht mehr selbst auf Waldgrundstücken errichten.“ Da der Parcours frei zugänglich ist und keinen Eintritt kostet, fiel der Förderbetrag noch einmal etwas höher aus.

DAV erhofft sich Tourismus-Schub in Eichstätt wegen Mountainbike-Zentrums

Die Eröffnungsfeier beginnt heute um 17 Uhr. Die Gäste werden zunächst einige Showfahrten zu sehen bekommen, bevor die Strecke ab 18 Uhr eröffnet wird. Ab dann kann jeder die Strecke benutzen. Dort gibt es nicht nur Sprungrampen. Eine kleine Abfahrt findet sich gleich am Eingang des Geländes. Außerdem können die Biker über eine Buckelpiste fahren. Eiba erhofft sich auf der Strecke nicht nur Gäste aus Eichstätt, sondern der ganzen Region – wie etwa aus Neuburg. Für ihn könnte der Parcours sogar Touristen anlocken. „So eine Anlage gibt es sonst in der Umgebung nirgendwo“, sagt er.

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