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Justiz

24.02.2018

Muss der Ex-OB auf die Anklagebank?

Der ehemalige Oberbürgermeister von Ingolstadt, Alfred Lehmann, muss sich womöglich vor Gericht verantworten.

Die Staatsanwaltschaft hat ihre Ermittlungen zum Fall Alfred Lehmann abgeschlossen. Details will die Behörde aber erst in nächster Zeit bekannt geben

Die Ingolstädter Staatsanwaltschaft hat ihre Ermittlungen gegen den ehemaligen Ingolstädter Oberbürgermeister Alfred Lehmann ( CSU) abgeschlossen. Das teilte sie gestern Morgen via Twitter mit. Details zur sogenannten Abschlussverfügung wird es nach Auskunft eines Behördensprechers allerdings erst in nächster Zeit geben. Nach Informationen unserer Zeitung hat die Staatsanwaltschaft allerdings Anklage erhoben. Sollte diese zugelassen werden, wird sich Lehmann möglicherweise für seine umstrittenen Immobiliengeschäfte vor Gericht verantworten müssen. Sein Verteidiger Jörg Gragert wollte sich gestern auf Anfrage nicht zur Sache äußern.

Der heute 67-jährige Ex-OB, der bis 2014 im Amt war, ist einer von rund einem Dutzend Beschuldigter in der Klinikumsaffäre.

Bei den Vorwürfen gegen Lehmann geht es um verschiedene Grundstückskäufe. Zum einen soll es beim Erwerb von mehreren Appartements auf dem Gelände der Pionierkaserne an der Manchinger Straße vor Jahren zu Ungereimtheiten gekommen sein. Hinzu kommt: Lehmann war zum Zeitpunkt des Kaufs in seiner Funktion als Oberbürgermeister auch Verwaltungsrats-Vorsitzender der Stadttochter IFG. Und genau die hatte damals die Häuser vom Bund erworben und dann weiterverkauft.

Vorwürfe sind auch bei einem weiteren Immobiliengeschäft Lehmanns laut geworden. Der ehemalige Oberbürgermeister hatte sich privat eine Wohnung an der Sebastianstraße gekauft. Dort war nach dem Abriss des alten Krankenhauses ein moderner innerstädtischer Wohnkomplex entstanden. Das Klinikum, dessen Aufsichtsratsvorsitzender Lehmann während seiner Zeit als OB war, hatte das Grundstück an einen Bauträger verkauft – und von genau jenem hatte Lehmann die Wohnung später dann erstanden.

Neben den Immobiliengeschäften Lehmanns steht auch seine frühere Tätigkeit als Berater für einen Münchner Personalvermittler in der Kritik. Nach seiner Zeit als OB war Lehmann bis zu seinem Rücktritt am 1. Dezember 2016 Stadtrat in Ingolstadt und Aufsichtsrat des Klinikums. Während dieser Zeit arbeitete er für das Unternehmen als sogenannter Senior Advicer. Das Brisante: Während Lehmanns Zeit hatte der Personalvermittler unter anderem den aktuellen ärztlichen Direktor des Klinikums vermittelt. Wegen dieser Doppelrolle war der Fall an die Generalstaatsanwaltschaft nach München gegangen. Die hatte ihn aber wieder zurück nach Ingolstadt verwiesen. Eine Entscheidung ist nach Auskunft der Behörde bislang noch nicht gefallen.

Die Anwälte der Stadt Ingolstadt haben Akteneinsicht im Fall Lehmann beantragt, teilte die Stadt am Freitag mit. „Sobald die Akteneinsicht erfolgt ist, werden die zuständigen Gremien und der Stadtrat über die Erkenntnisse hieraus informiert werden. “

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