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Neuburg
10.10.2021

Festakt mit Bischof in Bergen: Wallfahrtskirche in Neuburg wird zum Münster erhoben

Die Wallfahrtskirche Heilig Kreuz in Bergen ist zum Münster erhoben worden. Pfarrei und Bistum feierten das Ereignis gestern in der beeindruckenden Barockkirche. Ein Konzert am Nachmittag beendete den besonderen Tag für den Neuburger Ortsteil.

Neuburg-Bergen empfängt den Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke und die früheren Pfarrer zu einem Festakt. Die Erhebung zum Münster stärkt die Wallfahrt zum Heiligen Kreuz.

Baring feierte ein strahlendes Kirchenfest: Mit Gregor Maria Hanke kam gestern wieder mal ein Eichstätter Bischof zu Besuch, außerdem schauten die früheren Ortspfarrer Leodegar Karg und Ludwig Mödl vorbei. Alle Geistlichen würdigten die Erhebung der Wallfahrtskirche Heilig Kreuz zum Münster.

Die Kirche als Münster – ändert das was in Bergen? Ja und Nein. Pfarrer Franz Kaspar nimmt Mühen auf sich, um die Bedeutung des Neuburger Wallfahrtsortes zu stärken. Andererseits wissen die Baringer und viele Pilger schon lange ihr beeindruckendes Gotteshaus zu schätzen.

Das gilt auch für ihren Pfarrer Franz Kaspar. „Wir sind sehr froh, dass wir ihn haben“, sagt Ortssprecher Norbert Stark. Der Geistliche pflege ein gutes Verhältnis mit seinen „Schäfchen“ und bringe ein bisschen Weltläufigkeit in den Ort. Kaum eine Woche vergehe, ohne dass Priesterkollegen oder emeritierte Bischöfe aus dem In- und Ausland im Pfarrhaus gastieren.

Oberbürgermeister Bernhard Gmehling begrüßte den Eichstätter Bischof, der zur Feier in Bergen angereist war.

Die Wallfahrtskirchen in Bergen in Neuburg wurde zum Münster erhoben

Der 83-jährige Prälat – eine Kapazität als Theologe und Religionspädagoge – war es auch, der den Status der Wallfahrtskirche Bergen als Münster wiederentdeckt hat. Franz Kaspar bat den Eichstätter Bischof 2019 um „Wiederherstellung“ dieses Titels und Gregor Maria Hanke erfüllte den Wunsch im folgenden Jahr. Jetzt feierten die Baringer diese Wertschätzung mit allen Vereinen, der Musikkapelle und einem Konzert des Domorchesters Eichstätt. Landrat Peter von der Grün, Oberbürgermeister Bernhard Gmehling und Prior Donatus Wiedenmann machten ihre Aufwartung.

„Ist der Oberbürgermeister auch wieder einmal an der Peripherie seiner Stadt?“, fragte der Bischof. Das sei nicht ganz richtig, antwortete Bernhard Gmehling, er komme immer wieder nach Baring, „denn es ist die Perle unter unseren Stadtteilen.“

Die „Münsterkirche Heilig Kreuz Bergen“ strahlte am Morgen wirklich wie eine Perle. Langsam erreichten die Sonnenstrahlen den barocken Raum, als Professor Ludwig Mödl seine kunsthistorische Bedeutung erläuterte. Heilig Kreuz sei ursprünglich Klosterkirche gewesen, dann Ziel einer Wallfahrt und heute Pfarrkirche. Deren innere Bedeutung sei noch wichtiger als das Denkmal. Das Kreuz als Zentrum des Glaubens könne das Leben vermitteln. „Das Münster möge den Pilgern diese Kraft erschließen“, so Ludwig Mödl.

Pfarrer Walter Kaspar (rechts) empfing seinen Freund, den Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke. Im Festzug ging es mit den Vereinen und Musik in die Kirche.

Zum Festakt in Bergen kam auch Bischof Gregor Maria Hanke

Sechs Priester zelebrierten den Festgottesdienst, darunter der Eichstätter Domkapitular Stephan Müller und der Nassenfelser Pfarrer Slawomir Gluchowski. Pfarrgemeinderatsvorsitzende Maria Gegg las feierlich das „Reskript“ des Bischofs zur Erhebung der Baringer Kirche zum Münster vor. Das Gotteshaus besitze hohe Bedeutung im religiösen und kulturellen Leben „und ist darüber hinaus im gesamten Bistum Eichstätt als Zentrum des geistlichen Lebens bekannt“.

Die neuerliche Aufwertung gründet auf einem historischen Befund. Natürlich war es Pfarrer Franz Kaspar, der herausfand, dass 1156 die Kirche als „Münster zu Paring“ bezeichnet worden war. Damals am 11. September war der Eichstätter Bischof Konrad mit dem Bamberger Bischof zur Wallfahrtskirche gekommen.

„Durchkreuzungen“ mit Leid und Last gehörten zum Lebensweg des Menschen. Diese Realität gelte es anzunehmen, ohne sich von der „Glücksindustrie“ täuschen zu lassen, sagte Bischof Gregor Hanke in seiner Predigt. Die wahre Kreuzfrömmigkeit sei es, diese Last des Lebens zu tragen und nicht die Flucht zu suchen. Eine Stärkung dabei könne die persönliche Wallfahrt und das Gebet in Heilig Kreuz sein. Bischof Hanke: „Das Münster in Bergen ist die Einladung, dem Herrn auf dem Weg des Kreuzes zu folgen.“ Den Segen erteilte der Eichstätter Bischof mit einer Kreuzreliquie, die Franz Kaspar von Johannes Paul II. erhalten hatte. Die Musikkapelle und Organist Edgar Mayer intonierten „Großer Gott, wir loben Dich“ und die Ministranten zogen mit den Geistlichen hinaus auf den Kirchenvorplatz. Etliche Begegnungen und Gespräche folgten, bis die Ehrengäste zum Mittagessen im „Klosterbräu“ einkehrten. Mit dem Konzert am Nachmittag endete der Tag für Baring.

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