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Landwirtschaft

27.02.2015

Regionales saisonal genießen

Anke Wehking hat am Direktvermarktertag in Weichering teilgenommen. Sie informierte an einem Tisch im Landgasthof Vogelsang unter anderem über die Internet-Plattform „Regionales Bayern“.
Bild: Silke Federsel

Der Direktvermarktertag in Weichering bot jede Menge Anregungen

Wie kann man den Ansprüchen und Erwartungen der Verbraucher gerecht werden? Diese Frage diskutierten Landwirte beim Direktvermarktertag Oberbayern, der heuer in Weichering stattfand.

An Infoständen konnten sie sich beispielsweise über Plattformen wie „Regionales Bayern“ informieren, die von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft betrieben wird. Die Internetseite bietet Verbrauchern die Möglichkeit, nach ihrem bevorzugten Produkt zu suchen und herauszufinden, welcher Hof in der Nähe die gewünschten Lebensmittel direkt anbietet – ob Milch, Fleisch, Käse oder Honig, alles kann über die Plattform gefunden werden. Die Landwirte unterdessen müssen dafür lediglich ihr Profil und die angebotenen Waren online stellen. „Wir haben mittlerweile rund 700 Betriebe in ganz Bayern, die sich bei uns registriert haben und es werden täglich mehr“, erklärt Anke Wehking. Seit Mai 2014 ist die Seite nun im Netz und bietet neben Lebensmitteln auch andere regionale Erzeugnisse wie etwa Holz oder Wolle an.

Auch einige Vorträge gab es für die Besucher zu hören. Heiner Sindel, der Vorsitzende des Bundesverband der Regionalbewegung, referierte etwa darüber, was Verbraucher von regional erzeugten Lebensmitteln erwarten und warum sie diese kaufen. Frische und Qualität gehören ebenso dazu wie kurze Transportwege oder Transparenz – denn viele möchten wissen, wo ihre Lebensmittel produziert werden und was genau in ihren Produkten steckt. Wichtig sei außerdem, dass die Lebensmittel ohne Gentechnik produziert und am besten biologisch hergestellt werden. Sindel erklärte darüber hinaus, dass ein regionales Produkt nur dann glaubwürdig sei, wenn beispielsweise nicht nur die Rohstoffe aus der Region stammten, sondern auch in der Region produziert werde. Zudem müsse die Vermarktung vor Ort stattfinden und neben dem Verzicht von Gentechnik auch eine artgerechte Tierhaltung gegeben sein.

Eine der Teilnehmerinnen, die sich beim Direktvermarktertag informieren wollte, ist Eva Müller. Seit vielen Jahren betreibt sie gemeinsam mit ihrem Mann und den Eltern einen landwirtschaftlichen Betrieb in Neuburg. Ihr Konzept für die Direktvermarktung: Auf ihrem Bauernhof können die Kunden rund um die Uhr die Kartoffeln selbst aussuchen und das Geld anschließend in eine Kasse stecken – Selbstbedienung, die man so eigentlich nur von den Blumenfeldern am Straßenrand kennt. „Die Idee hat mein Vater vor knapp 15 Jahren aus Norddeutschland mitgebracht“, sagt Eva Müller. Drei Sorten Kartoffeln, dazu Eier, Nudeln und Honig, die sie von anderen Landwirten in der Region dazukauft, bietet die Bäuerin an. Die Direktvermarktung laufe gut, allerdings sei es schon manchmal schwierig, die Kunden immer glücklich zu machen, erzählt sie. „Die Leute sind es ja aus den Supermärkten gewohnt, dass sie eine ganze Bandbreite von Lebensmitteln das ganze Jahr über vorfinden. Sie fragen beispielsweise im März bei uns nach den Frühkartoffeln, weil die gut zum Spargel passen. Aber die gibt es bei uns natürlich erst viel später, da wir sie im März erst pflanzen“. Vielen fehle mittlerweile der Bezug zur Landwirtschaft – man müsse aber, wenn man regional genießen möchte, auch damit leben, dass gewisse Produkte nur zu bestimmten Zeiten erhältlich sind.

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