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Rennertshofen

14.05.2019

Rennertshofen rüstet sich für „Susanna“

Zwei neue Gesichter gibt es dieses Jahr in Rennertshofen: Aimee Hartwig (links) spielt Susanna, Lara Sohn die Ulrike.
Bild: Michael Geyer

Wie sich die neuen Protagonisten in ihre Rollen einleben und warum keine Version des Historienspiels der vorhergehenden gleicht. Gibt es diesmal ein Happy End?

Wenn ein junges Mädchen namens Susanna Jakobäa Krafftin den mit der Pest im Gepäck anrückenden Schweden das Markttor öffnet, wenn dann der Schwarze Tod halb Rennertshofen dahinrafft, Susanna die Pestkranken pflegt und selbst zum Opfer wird, wenn ihre Schwester Ulrike sie beweint und ihren Leichnam zur Kirche begleitet, dann schlagen die rund 100 Laiendarsteller wieder mit „Susanna“ ein dunkles Kapitel aus der Geschichte Rennertshofens auf. Schon jetzt grassiert im Markt Rennertshofen das Festspielfieber, denn zum fünften Male wird das Historienspiel am Kirchplatz über die Bühne gehen. Die Premiere findet am Freitag, 26. Juli statt, sechs weitere Aufführungen am 27. und 28. Juli, sowie jeweils vom 1. bis 4. August schließen sich an.

Die Urform von „Liebe, Leid und Tod der Susanna Jakobäa Krafftin“ stammt aus dem Jahre 1948, wo die damals 17 Jahre alte und im Jahre 2016 verstorbene Ehrenvorsitzende des Festspielvereins Hildegard Bircks, die Hauptrolle der Susanna spielte. 1999 griff der Verein den Stoff wieder auf. Das Schauspiel wurde durch den Ingolstädter Dramaturgen Thomas Schwarzer von rund vier Stunden auf etwa eineinhalb Stunden gekürzt, Inhalt, Text und Sprache komprimiert. Die „neue Susanna“ wurde ein voller Erfolg. Doch das Historienspiel entwickelte sich bei seiner Neuauflage im Jahre 2001 noch weiter. Der aus Rennertshofen stammende Drehbuchautor Herbert Kugler intensivierte in enger Zusammenarbeit mit Schwarzer und Regisseur Gundolf Hunner einige Bilder und erzeugte mit einer Schlüsselszene noch mehr Schwung, Stimmung und Stimmigkeit. Der Erfolg von 2001 konnte 2004 wiederholt werden.

Rennertshofen: Der Regisseur will an den Erfolg von „Susanna“ anknüpfen

Daran will Regisseur Gundolf Hunner, der zum vierten Male die Fäden in der Hand hält, anschließen. Die Sprechrollen sind größtenteils neu besetzt, nur ein paar wenige, wie Walter Ackermann, Vroni Fürholzer, Alexander Blei oder Alexander Stolte sind „Wiederholungstäter“. Die 16-jährige Gymnasiastin Aimee Hartwig und die 27-jährige gelernte Raumausstatterin Lara Sohn freuen sich über ihre große Aufgabe, die sie mit den weiblichen Hauptrollen als Susanna und ihre Schwester Ulrike übernehmen durften. Beide fühlen sich in ihren Rollen immer wohler, nicht zuletzt weil sie bereits auf mehrjährige Bühnenerfahrung bauen können.

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Noch singen die Schwedensoldaten ihre Lieder, bald holt sie der Schwarze Tod.
Bild: Michael Geyer

Aimee, die von der Jugendgruppe der Rennertshofener Theaterfreunde kommt und der das Lernen ihres umfangreichen Textes sogar Spaß macht, kennt „Susanna“ nur aus einem Video. Doch sie kriegt jedes Mal eine Gänsehaut, wenn sie an einige durch Musik verstärkte Szenen und deren düstere Stimmung denkt. Lara, die schon mehrmals bei der Schauspielgruppe der Juraschützen Hütting mitgespielt hat, hat die letzte Aufführung der „Susanna“ 2004 miterlebt. Sie hat die schaurige Szene, in der der Handkarren mit den Pesttoten an der Bühne vorbeizieht, noch genau vor Augen. „Wir haben uns bereits bestens in unsere Rollen eingelebt und können mit unseren Emotionen das ausdrücken, was die Szenen von uns verlangen“, freuen sich die zwei, dass ihr Traum vom Theaterspielen immer mehr wahr wird.

Sie führen dies vor allem auf die intensive Probenarbeit mit Regisseur Hunner zurück, der mit ihnen seit November einzelne Szenen wöchentlich für zwei bis drei Stunden einstudiert. Die Zusammenarbeit mit Hunner mache großen Spaß. Er spreche mit ihnen grundsätzlich immer zuerst die Szenen durch, gebe Tipps und spiele vor. Sie können ihre eigenen Vorstellungen einbringen, es werde dann solange probiert und notfalls geändert, bis es passt. Hunner findet gerade in der fast durchwegs neuen Besetzung einen besonderen Reiz, denn jeder Spieler drücke seiner Rolle durch seine Persönlichkeit und Spielauffassung einen eigenen Stempel auf. Deswegen setze er auf den Gedankenaustausch zwischen sich und den Akteuren. Es seien auch jetzt immer wieder kleine Änderungen notwendig, wenn man feststellt, dass einem ein zu sperriger Text nicht so über die Lippen gehen will. Er ist sich sicher, dass auch die heurige „Susanna“ beim Publikum große Resonanz findet. Weil bereits 15 Jahre seit der letzten Aufführung vergangen sind, sei das Stück für viele etwas Neues. Auch wer es schon mal gesehen habe, durfte erfahren, wie „Susanna“ einem nahegehe und berühre und käme gerne wieder. Nur bei einem Thema sperrt sich Hunner: „Es wurde schon mal ein Happy End angeregt. Aber das würde „Susanna“ kaputtmachen. Das geht nun wirklich nicht!“

„Susanna“: Eine Geschichte über Rennertshofen, gespielt von Rennertshofenern

Auch Alfred Bircks, Vorsitzender des Historischen- und Festspielvereins, setzt wie Hunner auf den besonderen Reiz des Spiels. „Es ist eine Geschichte über Rennertshofen, gespielt von Rennertshofenern. Jeder kann sich damit identifizieren“, sagt er, zollt dem Regisseur und den Spielern seinen Respekt für die vielen Proben und hebt auch den zielstrebigen Einsatz der Festspiel-Arbeitskreisleiter Alexander Blei und Oliver Baur heraus, die unermüdlich für den Erfolg des Unternehmens arbeiten. „Alles im grünen Bereich“, signalisieren auch die Verantwortlichen für Bühnenbau, Kostüme, Licht, Ton und Technik.

Weil „Susanna“ aber auch von den eindrucksvollen Massenszenen mit Statisten, die keinen Text sprechen müssen, geprägt ist, wünschen sich Hunner und Blei dafür noch mehr Aktive aus Rennertshofen und Umgebung. Wer dazu Lust verspürt, ist am Sonntag, 25. Mai um 16 Uhr zur ersten Gemeinschaftsprobe an der Schule eingeladen.

Weitere Informationen im Internet: www.susanna-festspielverein.de.

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