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Neuburg-Schrobenhausen

27.03.2020

So schützen sich Kaminkehrer vor Corona

Handwerker wie Thomas Beck, der im Raum Neuburg als Kaminkehrer arbeitet, müssen in Zeiten der Corona-Krise weiterarbeiten.
Bild: Laura Freilinger

Plus Thomas Beck ist im Raum Neuburg als Kaminkehrer unterwegs. In Corona-Zeiten darf er als Handwerker weiter seiner Arbeit nachgehen. Wie geht er mit der Gefahr um?

Alle Familienmitglieder sitzen am Mittagstisch zusammen und unterhalten sich. Die Eltern arbeiten aufgrund der Ausgangsbeschränkung durch das Corona-Virus im Home Office, der Kontakt zu Personen außerhalb des Haushalts wird so gut es geht vermieden. Plötzlich klingelt es an der Tür – es ist Kaminkehrer Thomas Beck, der eine Heizung routinemäßig überprüfen möchte. Als Handwerker hat er noch die Berechtigung zu arbeiten. Dabei betritt er jeden Tag zahlreiche Haushalte in Neuburg, Bergheim, Ried und Joshofen. Welche Sicherheitsvorkehrungen trifft er, um sich selbst und seine Kunden zu schützen?

Eine Woche ist es her, seitdem die Ausgangssperre über Bayern verhängt wurde. Beck hatte im Gegensatz zu manchen anderen Kaminkehrern freiwillig entschieden, weiter zu arbeiten und Haushalte zu besuchen. „Tatsächlich haben die wenigsten Kunden ein Problem damit, wenn ich trotz der Corona-Krise in deren Haus eintreten möchte. Allerdings gibt es Ausnahmen“, gibt er zu. „Manche Menschen bekommen wohl doch etwas Angst, sich zu infizieren, da kann ich den Termin natürlich nach hinten verschieben.“ Das seien nicht zwingend Risikogruppen, sagt der Ehekirchener, sondern Menschen jeden Alters und Gesundheitszustandes.

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Corona und Handwerk: Zentralverbund Deutscher Schornsteinfeger informiert

Auch vom Zentralverbund Deutscher Schornsteinfeger (kurz ZDS) erhält Thomas Beck fast täglich E-Mails mit den neuesten Informationen und Tipps im Berufsalltag. „Es wird gefordert, Fingerspitzengefühl im Kundenkontakt zu haben“, erzählt er. Vor Betreten eines Hauses muss abgeklärt werden, ob Personen der Risikogruppe angehören oder in Quarantäne sind, damit fallspezifisch entschieden werden kann, ob eine Untersuchung durchgeführt werden kann. Weiterhin sollte beim Begehen von Wohnungen und Räumen äußerst genau darauf geachtet werden, so wenig wie möglich zu berühren. Ebenfalls setzt sich der ZDS für die zeitnahe Zuteilung von Schutzmasken an die Schornsteinfeger ein.

„Ich versuche, die Kommunikation auf das Notwendige zu beschränken“, bekräftigt der 39-jährige Kaminkehrer. Neu sind auch das Tragen von Gummihandschuhen unter den Arbeitshandschuhen sowie das Desinfizieren der Hände. Sobald es in einem Haushalt aber einen Verdachtsfall oder einen positiv getesteten Patienten gebe, würde er dort nicht mehr einkehren.

Auch wenn es in der Region mehrere hundert Fälle geben wird, würde er sich nochmals Gedanken machen, ob er seine Arbeit weiter ausführen möchte. Doch was, wenn die Brandschutzvorschrift einen Besuch verpflichtet, aber die eigenen Gesundheit riskiert würde? Bisher trat der Fall noch nicht auf, aber früher oder später wird es dazu kommen, dass es die Vorschriften zur Brandsicherheit nicht anders zulässt, als dass er eintreten muss. Auch rechtlich heißt es laut Beck: „Brandsicherheit über Corona.“

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