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Rennertshofen-Mauern

15.08.2019

Sternwallfahrer strömen nach Mauern

Sie waren bis zu ihrem Ziel eine gute Stunde unterwegs: die Fußpilger aus Bertoldsheim.
Bild: Peter Maier

Im Rennertshofener Ortsteil findet an Maria Himmelfahrt das Patrozinium statt. Diesmal ist auch der Regen ein Thema – und prompt kommt er.

Maria Himmelfahrt ist nicht nur das älteste Marienfest der Katholischen Kirche, sondern der wohl wichtigste Feiertag in Mauern. An diesem Tag feiert die gesamte Pfarreiengemeinschaft Urdonautal das Patrozinium in der herrlichen Rokoko- und Wallfahrtskirche und danach laden die Schützen zu Weißwurstfrühstück, Mittagstisch, sowie Kaffee und Kuchen ein.

Im Mittelpunkt steht natürlich das kirchliche Ereignis. Zu Maria Himmelfahrt wird die Gottesmutter mit der Sonne bekleidet, den Mond zu Füßen und von zwölf Sternen bekränzt beschrieben. Sternwallfahrt heißt deshalb auch das Stichwort für die einzelnen Pfarrgemeinden. Voran ein Kreuz, machen sich die Fußpilger von ihrem Ort aus auf den Weg nach Mauern, mit unterschiedlichen Ambitionen. Während man von Wellheim aus rund zwei Stunden auf Schusters Rappen unterwegs ist, absolvieren die benachbarten Rennertshofener eher einen frommen Spaziergang mit Gebeten und Gesängen.

Wallfahrt nach Mauern: Kräuterbüschel haben Symbolkraft

Mit im „Reisegepäck“ haben alle Wallfahrer Kräuterbüschel als Symbol der heilenden Wirkung für den Leib. Schließlich erinnert der Feiertag nach christlichem Glauben daran, dass Maria leiblich in den Himmel aufgenommen wurde. In Mauern angekommen empfing Pfarrer Georg Guggemos die rund 100 Pilger vor der Kirche und sang mit ihnen Marienlieder bis zum Glockenschlag, der den Beginn der Festtagsmesse ankündigte. Weil das Gotteshaus voll war, ließ dies den Schluss zu, dass die meisten Besucher nicht zu Fuß nach Mauern kamen. Der kleine Rennertshofener Ortsteil war nahezu vollständig mit Autos zugeparkt.

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Eine Wallfahrt per Bulldog fuhren die Stepperger und Riedensheimer zur Wallfahrtskirche Maria Himmelfahrt nach Mauern.
Bild: Peter Maier

Exotisch wirkten da die Oldtimer-Bulldogs aus Stepperg und Riedensheim, ihre Fahrer legten die Wallfahrtsstrecke mit einstigen Ackerkönigen wie Schlüter, Hannomag, Deutz oder Fendt-Dieselross zurück. Vorteilhaft war ein Fahrrad mit Korb, in dem ein Kräuterbüschel Platz hatte. Einen Sitzplatz ergatterten nicht alle Gläubigen in Mauerns Kirche, deshalb wurden die Fußwallfahrer bevorzugt. Der Anblick der zahlreichen Kirchgänger versetzte Pfarrer Guggemos in eine kleine Euphorie. Er begrüßte unter den Gläubigen die Repräsentanten der politischen Gemeinde, an der Spitze Bürgermeister Georg Hirschbeck, sowie die Mitglieder der kirchlichen Gremien. Maria Himmelfahrt sei ein Fest der Begegnung und der Bewegung, so der Geistliche. Dies bedeute nicht nur zum Zentrum der Pfarreiengemeinschaft, sondern auch im Glauben. „Da geht etwas vorwärts,“ denn Schockstarre bedeute Depression.

Wallfahrt nach Mauern: Pfarrer schlägt Bogen zum Klima

Zentrales Thema der Predigt von Pfarrer Georg Guggemoos war der Leib. Ihn gesund zu erhalten, sei enorm wichtig, deshalb auch die Kräuterbüschel mit heilendem Symbol. Dabei schlug der Geistliche auch einen Bogen zum Klima und erinnerte an die Dürre des vergangenen Jahres, die sich 2019 nicht fortsetzte. Die Kirche spendet bei vielfachen Anlässen den Wettersegen und betet für eine gute Ernte, damit der Regen nicht auf Dauer ausbleibt. Biblisch stehe dafür der Prophet Elias, der sich während einer Dürreperiode mit den Baalen (Fruchtbarkeitsgötzen) auseinandersetzen musste. Auf seine Fürbitte bildete sich über dem Meer eine handgroße Wolke, die ständig wuchs und schließlich den ersehnten Regen brachte. Musikalisch stimmungsvoll beschrieb dies der Komponist Felix Mendelssohn-Bartholdy in seinem berühmten Elias-Oratorium. Zu einem Spiegelbild dieses Wetterphänomens wurden dann auch der späte Vormittag und der Nachmittag von Maria Himmelfahrt. Der von der Natur ersehnte Regen fiel. Für die Festgäste und Pilger in Mauern hätte das segensreiche Nass durchaus noch einen Tag warten können.

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