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Karlshuld

31.08.2020

Vater der Karlshulder Blaskapelle zieht sich zurück

Ernst Hammer wird das Amt des Vorsitzenden weitergeben, sobald die nächste Mitgliederversammlung stattfindet. Dann kann er sich aufs Musizieren konzentrieren. Er plant, eine Art „Spätlese“ zu gründen.
Bild: Andrea Hammerl

Plus Der Gründungsvorsitzende der Karlshulder Blaskapelle, Ernst Hammer, legt die Geschicke in jüngere Hände. Wer ihm nachfolgen soll, wird allerdings noch nicht verraten

Sobald die im März verschobene Jahresversammlung stattfindet, wird Gründungsvorsitzender Ernst Hammer die Geschicke der Karlshulder Blaskapelle in jüngere Hände legen. Das hatte er schon vor zwei Jahren geplant, aber damals fand sich noch kein Nachfolger. Vor der geplanten Versammlung im Frühjahr hatte sich unter den Musikern ein geeigneter Kandidat herauskristallisiert. „Ich hoffe, dass er kandidieren und die Zustimmung der Mitglieder erhalten wird“, sagt Christian Mattes, der künstlerische Leiter der Blaskapelle, über seinen Wunschkandidaten, der sich momentan noch nicht äußern will und auf weitere potenzielle Kandidaten unter den Musikern verweist.

Seit der verschobenen Jahresversammlung befindet sich Hammer sozusagen in Altersteilzeit. „Christian Mattes hat mehrere Gruppen gebildet, die sich um alles kümmern“, erzählt Hammer, „jede Gruppe ist für etwas anderes zuständig – die machen das super“. Zehn Jahre lang hat er sich als Vereinsvorsitzender, und davor sieben Jahre lang als Blaskapellen-Abteilungsleiter unter dem Dach des Männergesangvereins, um alles gekümmert. Der 71-jährige Grasheimer begnügte sich jedoch nicht damit, 17 Jahre Vorsitzender, Cheforganisator und Mädchen für alles zu sein, sondern griff auch schon mal selbst zum Musikinstrument, zunächst als Aushilfstrommler, wenn Not am Mann war. Große Trommel, Becken und für eine besondere Konzerteinlage auch mal der Hammer, das waren seine Instrumente. Mit 65 Jahren begann er, Tenorhorn zu lernen, seit drei Jahren ist er zudem aktiver Jagdhornbläser in Schrobenhausen. Als Tenorhornist sucht er nun Gleichgesinnte, spätberufenen Blasmusikern, die mit ihm Blasmusik machen möchten, „zur Freude, ohne Druck nach Vorbild der Rennertshofener Spätlese“ stellt er sich vor, wie er die als Ex-Vorsitzender gewonnene Freizeit nutzen kann.

Ernst Hammer hob die Karlshulder Blaskapelle aus der Taufe

Als „Vater der Blaskapelle“ wird Hammer bezeichnet, weil er es war, der sie aus der Taufe hob. Zu den Gründungsvätern gehört auch sein Nachbar Michael Kramlich. „Immer wenn wir bei Kramlichs beim Hoagarten beieinandersaßen, war davon die Rede, „Herrgott, eine Blaskapelle für Karlshuld, das wär’s“, erinnert sich Hammer. Während der Tennisheimeinweihung kam er, damals dritter Bürgermeister der Gemeinde Karlshuld, mit Franz Schimmer und dessen Sohn ins Gespräch. Der Junge erzählte dem Grasheimer, dass er bei den Schuttertalern musiziere, und Hammer berichtete von seiner Vision einer Blaskapelle. Worauf ihm Schimmer versprach: „Wenn du Instrumente brauchst, dann komm zu mir“. Das war die Initialzündung.

Hammer holte den damaligen Bürgermeister Karl Seitle ins Boot, der ebenfalls begeistert war, und machte sich auf die Suche nach einem potenziellen Dirigenten und Musiklehrer. In Weichering wurde er nach einem Tipp von Manfred Müller bei Kurt Lausmann fündig. So wurden Flyer gedruckt und Familien zu einer Informationsveranstaltung mit der Möglichkeit, Instrumente auszuprobieren, eingeladen. „Das war meine Idee, die Kapelle mit Kindern aufzubauen“, sagt Hammer, „aber dass so viele kommen, hatte ich nicht erwartet“.

Die Karlshulder Blaskapelle startete im September 2003 mit 18 Jungmusikern und 13 Leihinstrumenten

Im September 2003 ging es mit 18 Jungmusikern und 13 Leihinstrumenten, die der Blaskapelle gehörten, an den Start. Die Instrumente erwarb Hammer günstig in Türkheim, bezahlt wurden sie von Sponsoren. Heinz Mnich, damals Pfarrgemeinderatsvorsitzender, hatte die Idee, den ungenützten Raum im Dachgeschoss des katholischen Pfarr- und Jugendheims in Eigenarbeit zum Musikheim umzubauen. Die Gemeinde spendete 15.000 Euro für die Materialkosten. Was durch Spenden eingespart werden konnte, ging als Startkapital an die Blaskapelle. Ab 2007 brachte der mittlerweile verstorbene frühere Bezirksmusikdirigent Hans Speth neuen Schwung in die etwas vor sich hindümpelnde Blaskapelle, die seit 2010 von Christian Mattes musikalisch geleitet wird. Hammer übergibt nun ein wohlbestelltes Feld, die Kapelle besteht aus mehr als 30 Musikern.

Wer Interesse hat, gemeinsam mit Ernst Hammer zu musizieren, erreicht ihn unter der Telefonnummer 08454/451.

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