Newsticker

Teil-Lockdown bis 10. Januar 2021 verlängert - Söder deutet Verschärfung an
  1. Startseite
  2. Lokales (Neuburg)
  3. Wenn der Tod plötzlich kommt

26.02.2018

Wenn der Tod plötzlich kommt

Blumen gab es für die KID-Fachdienstleiterinnen Andrea Kaspar (links) und Margot Koschmieder (rechts).
Bild: Dieter Koschmieder

Ehrenamt Der Kriseninterventionsdienst des BRK wurde im vergangenen Jahr 72 Mal gerufen. Zu den Einsätzen gehörte auch das Unglück am Faschingssonntag in Waidhofen

Neuburg-Schrobenhausen Es war der bislang größte und längste Einsatz, den die Mitglieder des BRK-Kriseninterventionsdienstes (KID) Neuburg-Schrobenhausen in den vergangenen drei Jahren seit ihrer Gründung stemmen mussten: Eine 24-jährige Frau war beim Faschingsumzug in Waidhofen unter einen Wagen geraten und erlitt dabei so schwere Verletzungen, dass sie noch an Ort und Stelle verstarb (wir berichteten). Dass der KID im BRK-Kreisverband Neuburg-Schrobenhausen mit der Notfallseelsorge (NFS) der katholischen und evangelischen Kirche zusammenarbeitet, erwies sich insbesondere bei diesem Unglück von unschätzbarem Wert.

Bei der Jahresversammlung des Kriseninterventionsdienstes wurde dieser Einsatz noch einmal beleuchtet: Von Faschingssonntag bis zum darauffolgenden Donnerstag kümmerten sich 20 KID- und NFS-Kräfte um viele Familienangehörigen, Freunde, Augenzeugen und Einsatzkräfte, die von dem schrecklichen Unglück betroffen waren. Dafür sprach stellvertretende Landrätin Sabine Schneider dem Team ihren Dank aus.

Insgesamt wurde der Kriseninterventionsdienst im vergangenen Jahr zu 72 Einsätzen im Landkreis und darüber hinaus angefordert. 15 Mal rückte das Team in Neuburg aus, neun Mal in Schrobenhausen. Dabei wurden über 200 Personen betreut, die durch einen unerwarteten häuslichen Tod, Suizid, einen Verkehrs- oder Betriebsunfall einen Angehörigen verloren haben bzw. wegen Gewaltdelikten an Familienmitgliedern betreut werden mussten. Schwierigkeiten bereitet den KID-Mitarbeitern dabei zunehmend die Rekrutierung von Familienangehörigen, wenn pflegebedürftige Menschen im Spiel sind. Denn durch die Vereinsamung der Gesellschaft komme es vermehrt vor, dass bei einem plötzlichen Tod des Pflegenden (meist ist es der Ehegatte) der Pflegebedürftige alleine zurück bleibt. Wenn dann keine Angehörigen oder Verwandten schnell einspringen können, müssen sich die KID-Mitarbeiter innerhalb kürzester Zeit um einen Pflegeplatz kümmern. In diesen Fällen werde das KID stets hilfsbereit von Astrid Schneider vom BRK-Seniorenzentrum unterstützt.

Dass der Kriseninterventionsdienst auch für die Polizei eine Bereicherung ist, machten Norbert Bachmaier von der Inspektion Neuburg und Hans-Jürgen Bartl von der Dienststelle in Schrobenhausen deutlich. Denn die Polizei ist es, die in der Regel die Todesnachrichten überbringt. Um die psychische Betreuung dieser Menschen können sich die Beamten allerdings nicht kümmern. Das machen dann die KID-Mitarbeiter, und darüber ist die Polizei sehr dankbar.

Der ehrenamtliche Dienst des BRK finanziert sich ausschließlich durch Spenden. Fachdienstleiterin Margot Koschmieder bedankte sich bei den zahlreichen Spendern, allen voran der VIB Vermögen AG, der Sparkasse Aichach-Schrobenhausen, der Sparkasse Neuburg-Rain und der Stadtkapelle Neuburg. Unabdingbar und damit Grundvoraussetzung für den KID-Dienst sind jedoch die derzeit 27 Einsatzkräfte und deren Familien sowie BRK-Kreisgeschäftsführer Robert Augustin und die Kreisbereitschaftsleitung, die die Fachdienstleitung um Margot Koschmieder, Andrea Kaspar und Sabine Stefan stets in allen Belangen unterstützen und damit die KID-Arbeit im Landkreis voranbringen. (nr)

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren