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Ingolstadt
04.01.2022

Hollerhaus in Ingolstadt insolvent

Der Verein für körper- und mehrfachbehinderte Menschen hat Antrag auf Eigeninsolvenz gestellt.
Foto: Alexander Heinl/dpa (Symbolbild)

Der Verein für körper- und mehrfachbehinderte Menschen hat Ende Dezember einen Antrag auf Eigeninsolvenz gestellt. Was das für die Betreuungstätigkeiten bedeutet und welche Schritte nun unternommen werden.

Der Verein für körper- und mehrfachbehinderte Menschen e.V. betreibt in Ingolstadt und Münchsmünster Wohnheim- und Förderstättenplätze für insgesamt 136 Menschen sowie Offene Hilfen in Form von Beratung und Begleitung für Menschen mit Behinderung. Der Verein hat am 29. Dezember Eigeninsolvenzantrag beim Amtsgericht Ingolstadt gestellt, teilt die beauftragte Kanzlei in einer Pressemitteilung mit. Die Betreuungstätigkeiten in den Einrichtungen werden nahtlos fortgeführt. Ziel ist die nachhaltige Restrukturierung der wirtschaftlichen Basis des Trägervereins.

Der bereits 1970 gegründete Verein hat sich die letzten 50 Jahre der Förderung und Betreuung von schwerstmehrfachbehinderten Menschen in der Region 10 gewidmet und zuletzt in Münchsmünster eine moderne Wohn- und Förderstätte geschaffen. Aktuell beschäftigt der Verein insgesamt 340 Mitarbeiter. In den Tochtergesellschaften sind weitere 70 Mitarbeiter tätig.

Hollerhaus Ingolstadt: Finanzierungskonzept konnte Wachstum nicht absichern

Das schnelle Wachstum der letzten Jahre konnte nicht mehr durch ein nachhaltiges Finanzierungskonzept abgesichert werden, heißt es in der Pressemitteilung. Zudem hat die nun nahezu zwei Jahre andauernde Corona-Pandemie die benötigte Belegung in der Förderstätte in Münchsmünster nicht zugelassen. Die vom Verein beantragten Corona-Hilfen wurden zudem bisher weder verbeschieden noch ausbezahlt. Die Kumulation dieser Faktoren war letztendlich ursächlich für den Eigeninsolvenzantrag, so die Rechtsanwaltskanzlei.

Alle Einrichtungen, Aufgaben- und Beratungsbereiche werden nahtlos fortgeführt. „Die Hollerhaus-Familie steht zusammen, insbesondere unsere Mitarbeiter werden mit Herz und vollem Einsatz für die uns anvertrauten Menschen mit Behinderung da sein“, erklärt der Vereinsvorstand Claus Gelhorn. Die Löhne und Gehälter der Mitarbeiter werden bis Ende Februar durch die Bundesagentur für Arbeit getragen. Die Belegschaft wurde im Rahmen von Informationsveranstaltungen unterrichtet.

Das Hollerhaus in Ingolstadt soll restrukturiert werden

Die Insolvenzantragsstellung eröffnet dem Verein die Möglichkeit einer grundlegenden finanzwirtschaftlichen Restrukturierung. „Mit diesem Schritt wollen wir den Verein wieder auf eine solide wirtschaftliche Basis stellen“, sagt Geschäftsführer Roman Schiele. Erste operative Maßnahmen, wie zum Beispiel die externe Vergabe der Wäscherei sowie die Implementierung eines neuen IT-Systems, wurden bereits umgesetzt.

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Gemeinsam mit dem Vereinsvorstand wird der vorläufige Insolvenzverwalter, Dr. Hubert Ampferl von der Kanzlei Dr. Beck & Partner, die weiteren Maßnahmen zur Fortführung einleiten. Der Fokus der nächsten Wochen liegt in der Erarbeitung einer Sanierungslösung in Form eines Insolvenzplans. (nr)

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