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Alerheim
15.01.2021

Der neue Alerheimer Pfarrer will zur Feuerwehr

Die Pfarrei Alerheim-Bühl war seit Juli 2018 unbesetzt, in diesem Jahr wird aber ein neuer Pfarrer die Stelle antreten. Hans-Martin Meuß hält dann ab April die Gottesdienste in der Kirche in Alerheim.
Foto: Jochen Aumann (Archiv)

Der künftige Alerheimer Pfarrer Hans-Martin Meuß wird aus der Oberpfalz ins Ries kommen. Wieso er diesen Weg geht.

Hans-Martin Meuß zieht es aufs Land. Aus einer Stadt mit mehr als als 40.000 Einwohnern geht es ins Ries. Für diesen Weg entscheidet sich Meuß ganz bewusst. Er wird der neue Pfarrer in der Pfarrei Alerheim-Bühl, eine Stelle, die seit Juli 2018 frei war. Nun können sich die Gläubigen auf einen Pfarrer freuen. Was hat er für Pläne für die Pfarrei und welche Themen sind ihm wichtig?

Erst einmal ist Dekan Johannes Heidecker froh, dass die Suche für die Gemeinde nun vorbei ist. „Es war eine herausfordernde Zeit.“ Der Dekan danke für die Vertretung vor allem den Pfarrern Reinhard Caesperlein, Rüdiger Lange sowie Katharina Seeburg, die seit dem Frühjahr ebenfalls die Vertretung mit übernehme.

Wieso es in Alerheim so lange keinen Pfarrer gab

Dass die Stelle so lange frei war, macht Heidecker vor allem an zwei Punkten fest. Zum einen sei es in ländlichen Regionen teilweise etwas schwierig, auch für die Partner der Pfarrer oder Pfarrerinnen einen Arbeitsplatz zu finden. In Ballungsräumen gehe das leichter. Außerdem könne der Verbund mit den vier eigenständigen Gemeinden Alerheim, Bühl, Rudelstetten und Wörnitzostheim auf manche Pfarrer vielleicht etwas abschreckend gewirkt haben. Nicht für Hans-Martin Meuß.

Für ihn liegt unter anderem darin der Reiz, aus Weiden aus der Oberpfalz ins Ries zu kommen, wie er im Gespräch mit unserer Redaktion sagt. Im Frühjahr 2020 war er schon einmal da und hat sich die Gegend angesehen. „Es ist eine schöne Region und ich war angetan von der dörflichen Struktur“, schildert Meuß.

Hans-Martin Meuß

Seit 2005 war Meuß in Weiden in der Oberpfalz tätig. Dort habe er viele Vertretungen übernommen und so eine Menge weit verstreuter Gemeinden kennengelernt. „Ich habe es zu schätzen gelernt, mit Menschen auf dem Land zu arbeiten“, sagt der 59-Jährige. Es sei nun eine Herausforderung mit vier Gemeinden, da müsse er die Balance finden in der Arbeit mit den verschiedenen Kirchenvorständen. Aber das reize ihn.

Hans-Martin Meuß möchte der Feuerwehr und einem Sportverein beitreten

Zudem komme er nun in seine letzte Dienstphase und möchte noch einmal etwas Neues anfangen. „Bevor ich das letzte Jahrzehnt im Dienst beginne, will ich noch einmal die Möglichkeit haben, in meiner Evangelischen Kirche in Bayern durchzustarten.“ Wie fast 60 fühle er sich noch nicht. Meuß beschreibt sich als dynamisch, alles durcheinanderwirbeln wolle er aber nicht.

Doch er wolle nicht nur für die Menschen da sein, sondern auch mit ihnen leben. So hat sich der Oberpfälzer vorgenommen, einem Sportverein und der Feuerwehr beizutreten. Er sehe sich als Teil der politischen Kommune und wolle auch über den eigenen Bereich hinaus blicken. In Weiden sei es ihm wichtig gewesen, mit engagierten und neugierigen Menschen etwas auf die Beine zu stellen.

Für Pfarrer Hans-Martin Meuß ist Nachhaltigkeit ein wichtiges Thema

Deswegen hat Meuß bereits Kontakt zum Dorfladen aufgenommen, wie er erzählt. Vielleicht für die Sommermonate schwebt dem Pfarrer ein Fest in Zusammenarbeit mit dem Dorfladen vor. Die Bereiche Nachhaltigkeit und Bewahrung der Schöpfung seien für ihn wichtige Themen. Im Dekanat Weiden sei er auch kommissarischer Umwelt-Beauftragter. Doch auch abgesehen davon, sei er gerade dabei, erste Kontakte zur Gemeinde aufzubauen. Dass es nun so lange keinen eigenen Pfarrer in der Region gab, sieht er nicht als besondere Herausforderung an: „Das Gemeindeleben ist ja weitergegangen als Teil eines Dekanats und einer Landeskirche. Da war kein Stillstand.“

Sein Vikariat hat Meuß in Rothenburg ob der Tauber absolviert, weitere Stationen waren im Landkreis Aschaffenburg. 2005 kehrte er zurück in die Oberpfalz. Die Hobbys des neuen Pfarrers sind unter anderem Sport und Musik. Zudem ist er großer Dampflokfan. Bereits einige Tage vor seinem offiziellen Dienstbeginn will er nach Alerheim kommen, um sich einzuleben. Einen Bezug zur Region hier hat Hans-Martin Meuß bisher nicht. Aber ihm ist bewusst: „Jetzt muss ich noch Rieserisch lernen.“

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