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Nördlingen

30.08.2020

An Nördlinger Schule sollen Coronaviren mit neuartiger Substanz vernichtet werden

Die Beschichtung Airdal der Firma Franz Kiel tötet dauerhaft Viren ab (im Bild zu sehen ist eine Mikroskop.Aufnahme des Coronavirus).
Bild: dpa, NIAID-RML/AP

Plus Die Firma Franz Kiel vertreibt eine virentötende Oberflächenbeschichtung. Die Nördlinger Mittelschule profitiert bald von der Substanz, die rund zwölf Monate hält. So wirkt die Beschichtung.

Unternehmen aus Nördlingen leisten mit ihren Produkten einen entscheidenden Beitrag gegen die Ausbreitung des Coronavirus. Sie stellen Schnelltestgeräte her (LRE Medical) und spenden Desinfektionsmittel (Destilla). Nun vertreibt auch das Unternehmen Franz Kiel ein Hygiene-Produkt, das es dem Unternehmen zufolge so noch nicht gegeben hat: eine antimikrobielle Beschichtung für Oberflächen, die einen effektiven Schutz vor dem neuartigen Coronavirus bietet.

Das Besondere an dem Produkt namens „Airdal by Kiel“: Die Beschichtung kann aufgesprüht werden, auch auf weiche Oberflächen. Sie ist unsichtbar und die virentötende Wirkung hält zwölf Monate an, wie Vertriebsleiter Daniel Fräde versichert.

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Die Firma Kiel stellt das Produkt kommenden Mittwoch in der Mittelschule Nördlingen vor und spendiert der Schule in diesem Zuge eine kostenfreie Beschichtung der Oberflächen in allen Klassenräumen. Ebenso soll ein Schulbus antimikrobiell behandelt werden.

Doch wie wirkt dieses Produkt? In dem Spray sei neben Wasser Siliziumdioxid, erklärt Daniel Fräde. Nach dem Aufsprühen müsse man sechs Stunden warten, bis das Wasser verdunstet sei. Zurück bleibe eine formlose, glasartige Schicht, mit der die Oberfläche versiegelt werde.

Die Oberfläche weise kleinste physische Spitzen auf, die man nur unter dem Mikroskop erkennen könne. Die Beschichtung habe eine positive elektrochemische Aufladung aufgrund von Stickstoffmolekülen. Dadurch würden Viren wie das Coronavirus mit ihrer negativ geladenen Protein-Hülle angezogen. Treffen die Viren dann auf die glasartige Beschichtung, würde ihre Hülle durch die winzigen Spitzen perforiert, erklärt Daniel Fräde. Die Viren seien zerstört.

Helmholtz-Instutut teilt mit: Airdal wirkt auch gegen das Coronavirus

Das Helmholtz-Institut, eine bedeutende unabhängige Forschungseinrichtung, habe das Produkt überprüft und dem Unternehmen erst vor zwei Wochen die Vorabergebnisse der Prüfung mitgeteilt. Diese hätten bestätigt, dass Airdal auch gegen das neuartige Coronavirus Sars-CoV-2 wirksam sei, sagt Fräde. Eine offizielle Bekanntgabe der Ergebnisse seitens des Helmholtz-Instituts stehe aber noch aus. Der Vertriebsleiter weist auch noch auf einen weiteren Pluspunkt des Produkts hin. Durch die Beschichtung seien die Oberflächen besser gegen Gebrauchsspuren geschützt und liessen sich leichter reinigen. „Der Schutzfilm hält also nicht nur Bakterien, Viren und Co. dauerhaft fern, er fungiert auch als Versiegelung der behandelten Oberflächen“, heißt es auf der Unternehmens-Website. Zudem beuge die Beschichtung der Bildung von Schimmel, Pilzen und anderen Mikroorganismen vor.

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Das Unternehmen Franz Kiel vertreibt das Produkt weltweit exklusiv für Hersteller von Bussen und Bahnen, wo es auf Stoffen, Leder, Haltegriffen und Armlehnen aufgebracht werden kann. Kiel selbst ist europaweit der größte Hersteller von Sitzsystemen für Busse und Bahnen. Im Ries hätte ein privates Reisebusunternehmen zu den ersten Kunden gezählt. Auch die Stadtwerke Coburg nutzten das Produkt bereits im öffentlichen Nahverkehr. „Es ist momentan ein sehr großes Interesse vorhanden“, stellt der Vertriebsleiter fest.

Viele Menschen seien derzeit ängstlich, öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen, zumal die Infektionszahlen wieder steigen. Der viruzide Oberflächenschutz könne da helfen. „Wir wollen es schaffen, wieder Vertrauen in das Transportmittel Bus und Bahn zu schaffen“, sagt Fräde nachdrücklich.

Kiel ist eine Kooperation mit der gleichnamigen Firma Airdal, dem Hersteller des Produkts, eingegangen. Ursprünglich komme Airdal aus dem Luftfahrtbereich, wo das Oberflächenmittel erst 2019 auf der Flugzeugmesse in Hamburg vorgestellt worden sei, sagt Fräde. Zahlreiche große Airlines würden Airdal in ihren Flugzeugen bereits einsetzen. Für den Bus- und Bahnbereich habe Kiel spezielle Oberflächentests durchgeführt und damit sichergestellt, dass es sich auch in diesem Bereich anwenden lasse.

  • Franz Kiel GmbH, gegründet 1945, Firmenhauptsitz: Nördlingen (Nürnberger Straße)
  • Airdal GmbH, ein junges Unternehmen mit Firmensitz in Ahrensburg.

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