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Gebietsversammlung

21.02.2015

Auf die Balance kommt es an

Praktische und ermutigende Tipps gab Isidor Schelle bei der Gebietsversammlung der Landfrauen in Maihingen. Unser Bild zeigt ihn mit Ortsbäuerin Martha Klaus (links) und Kreisbäuerin Ruth Meißler.
Bild: Irene Thum

Mediator Isidor Schelle gibt Tipps für die bäuerliche Familie: Wie sich Rollen finden und Konflikte gemeistert werden

Bei der Gebietsversammlung der Landfrauen in Maihingen sprach Isidor Schelle, Leiter der Unternehmensberatung im Bayerischen Bauernverband (BBV). Er ist auch schon seit vielen Jahren als Mediator tätig ist.

Konfliktpotenzial sei auf jeden Fall in landwirtschaftlichen Betrieben gegeben, verdeutlichte Isidor Schelle: Mehrere Generationen unter einem Dach, der Umgang mit den Nachbarn, die steigenden Ansprüche der Gesellschaft, die Unsicherheit durch die Politik, das Geld oder die Arbeitsbelastung. Für den Familienbetrieb werde die Situation vor allem durch die genannten Rahmenbedingungen immer schwieriger. Perfektionismus – „die Eier legende Wollmilch sau“ – sei unrealistisch. Der Referent sprach speziell die Frauen an beim Wunsch, es allen recht zu machen. Er verstand es, den Vortrag kompetent, klar, humorvoll und klug zu gestalten, sodass die Zuhörerinnen sich in vielen Beispielen wiederfanden und angesprochen fühlten.

Ein Fazit aus dem Gehörten war: Auch wenn viele Situationen verfahren erschienen, es gebe fast immer Lösungen und Auswege. Es sei keine Schande, sondern ein Zeichen von Größe, sich dabei auch einmal Hilfe von außen zu holen.

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Schelle berichtete aus seiner Arbeit als Mediator und gab praktische und ermutigende Tipps, wie die menschlichen Bereiche angenehmer gestaltet werden können: ein angenehmes Wohnumfeld schaffen, Rituale zu pflegen, Partner oder Großeltern einmal ein Lob aussprechen, miteinander lachen. Man solle sich auf die eigenen Möglichkeiten konzentrieren und zielorientiert arbeiten. Hier stehe an erster Stelle: miteinander reden, aktiv zuhören, Missverständnisse klären, die Gesprächspartner respektieren.

Äußerst wichtig sei auch der ökonomische Umgang mit der Zeit. „Nein“ sagen zu lernen und klare Prioritäten zu setzen sei nötig. Es sei hilfreich sich auch ab und an klar zu machen: „Wo stehe ich, was ist mir wichtig, wo will ich hin?“ Schelle riet dringend, in finanziellen Dingen Transparenz innerhalb der Familie herzustellen, Vermögensangelegenheiten rechtzeitig zu regeln und Investitionen gemeinsam zu besprechen.

Rollenkonflikte bei Hofübergaben könnten vermieden oder gemildert werden, wenn die Rollen – insbesondere die des eingeheirateten Partners – von vornherein geklärt würden. „Wenn die Balance im Leben stimmen soll“, so der Referent, „dann müssen die vier Bereiche Arbeit, Familie, Gesundheit und Sinn im Gleichgewicht sein.“

Eine Veranstaltung, „bei der jeder etwas für sich mit nach Hause nehmen konnte“, fasste eine Zuhörerin zusammen. (pm)

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