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Wohnen

14.11.2018

Bis zu 700 Euro pro Quadratmeter

Wohnraum soll eigentlich auf dem Döderlein-Gelände an der Lerchenstraße entstehen. Doch weil der Boden verunreinigt ist, muss das Gelände erst einmal saniert werden. Das treibt den Preis pro Quadratmeter deutlich in die Höhe.

Plus Im Bauausschuss des Nördlinger Stadtrates wird über das Döderlein-Gelände diskutiert. Am Ende fällt eine Entscheidung, die das gesamte Stadtgebiet betreffen könnte.

Die Idee der Nördlinger Stadtratsfraktion Grüne/Frauenliste ist folgende: Das Döderlein-Gelände soll in drei Bereiche geteilt werden. Im ersten sollen Sozialwohnungen entstehen, im zweiten Wohnungen mit einer Mietobergrenze, im dritten Eigentumswohnungen. Schon im März brachte die Fraktion diesen Vorschlag als Antrag ein, behandelt wurde der aber erst am Dienstagabend im Bauausschuss. Was dort beschlossen wurde, könnte Auswirkungen auf die gesamte Stadt haben. Denn der Bauausschuss hat die Stadtverwaltung beauftragt zu prüfen, inwiefern eine sozialgerechte Bodennutzung zukünftig in ganz Nördlingen sinnvoll angewendet werden kann.

In der Diskussion ging es allerdings vor allem um das Döderlein-Gelände. Stadtbaumeister Hans-Georg Sigel sagte mit Blick auf den Grünen-Vorschlag, dass auf dem BayWa-Gelände in absehbarer Zeit 51 Sozialwohnungen entstünden. Zudem plane die Baugenossenschaft einen weiteren Wohnblock in der Augsburger Straße. Im Saubrunnen sei schon in diesem Jahr ein Mehrfamilienhaus fertiggestellt worden, eine Stiftung aus dem Großraum Nürnberg plane weitere Wohnungen. Wolfgang Goschenhofer verteidigte den Antrag seiner Fraktion und meinte zum Döderlein-Areal: „Wir sind die Entscheider, das Gelände gehört uns.“ Immer mehr Menschen müssten sich in Deutschland für Wohneigentum überschulden. Mit einer individuellen Lösung für Nördlingen konnte sich Goschenhofer aber anfreunden. Er kritisierte, dass der Antrag erst so spät behandelt wurde. Oberbürgermeister Hermann Faul entgegnete, auf dem Gelände geschehe erst einmal nichts, andere Arbeiten hätten Vorrang gehabt.

Das Problem auf diesem Areal ist – wie bereits berichtet –, dass der Boden verunreinigt ist. Das betroffene Gebiet muss erst saniert werden. Jörg Schwarzer (CSU) stellte infrage, ob die maximale Sanierung nötig sei, wenn an dieser Stelle ein Feuerwehrhaus gebaut wird. Im Bereich sozialer Wohnungsbau geschehe einiges, man brauche viel mehr Eigentum- und Mietraum im Segment darüber, der bezahlbar ist. Schwarzer rechnete vor, dass der Quadratmeter auf dem Döderlein-Gelände 600 bis 700 Euro kosten könnte. Die „preisliche Komponente“ bestätigte Kämmerer Bernhard Kugler. Dazu komme noch beispielsweise die flächendeckende Tiefgarage und die innere Erschließung. Schon beim Nähermemminger Weg seien die Investoren nicht gerade Schlange gestanden.

Für Rita Ortler (SPD) ging die Diskussion damit zu weit: Man verteile das Fell des Bären, bevor man den erlegt habe. Johannes Ziegelmeir (PWG) sah das ähnlich. Er befürwortete für die gesamte Stadt einen „Instrumentenkasten“ in Sachen sozialgerechter Bodennutzung. Thomas Mittring (Stadtteilliste) meinte, dass erst einmal Ersatzparkplätze für die am Döderlein-Gelände geschaffen werden müssten. Faul wies darauf hin, dass im Bebauungsplan für das Areal große Blöcke in Richtung Lerchenstraße vorgesehen seien, auch als Lärmschutz. Die müssten erst mal gebaut werden. Es könnte problematisch sein, jemand zu finden, der das Gelände entwickle und dann einen Teil zu einem günstigen Preis abgebe. Goschenhofer sah den Quadratmeterpreis als weniger großes Hindernis. Schließlich sei eine sehr hohe Verdichtung an dieser Stelle geplant – und damit schlage sich der Boden-Quadratmeterpreis nicht so sehr auf den der Wohnfläche durch, argumentierte er.

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