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Bürgerversammlung: Keine Debatte

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Kommentar Von Martina Bachmann
07.09.2018

Warum die Bürgerversammlung zum Nördlinger Hallenbad keine Plattform für Diskussionen war, lediglich eine für Informationen.

Wie hieß es in dieser Woche noch aus den Reihen des Nördlinger Stadtrates? Ja, genau: Man wolle erst einmal die Bürgerversammlung am Mittwochabend im Klösterle abwarten, erst dann könne man sich auf die Zukunft des Hallenbades festlegen. Eine Aussage, die scheinbar suggeriert: Liebe Bürger, Ihr seid uns wichtig. Auf Eure Meinung kommt es an. Aber nein, falsch gedacht. Diese Aussage heißt offensichtlich nur: Wir lassen andere erklären, warum beim Nördlinger Hallenbad kein großer Wurf möglich ist. Und dass es sein könnte, dass alles schon entschieden ist. Diese Bürgerversammlung war keine Plattform für Diskussionen, es war lediglich eine für Informationen.

Fakt ist: Die Stadt hat sich für ein Förderprogramm beworben und könnte dadurch für die Sanierung des Hallenbades bis zu vier Millionen Euro Zuschuss aus Berlin bekommen. Eingereicht wurde genau der Vorschlag, den die Stadtverwaltung favorisiert – die Sanierung plus Anbau in der Gerhart-Hauptmann-Straße. Das Ries hat bekanntermaßen gute Beziehungen nach Berlin, es könnte also durchaus sein, dass Nördlingen zum Zug kommt. Sollte diese Vermutung am Ende zutreffen, steht schon seit Anfang August fest, wie das künftige Hallenbad aussehen wird. Die Bürger hätten dann nicht einmal durch die von ihnen gewählten Stadträte ein Wörtchen mitreden können. Denn einen Beschluss des Gremiums zu dem Thema gibt es (noch) nicht.

Das allein ist schon bemerkenswert, doch geradezu aufrüttelnd war für viele Besucher der Bürgerversammlung offensichtlich der Auftritt von Kämmerer Bernhard Kugler. Der rechnete vor: Wenn Nördlingen die Sanierung plus Anbau in Angriff nimmt, schnürt sich die Stadt ein derart enges finanzielles Korsett, dass sie kaum Luft zum Atmen bekommt. Nun sind Kämmerer richtigerweise die Wächter des Stadtsäckels, und es ist wichtig, die Finanzen im Auge zu behalten. Doch Kugler hat den Besuchern nur eine von vielen Zukunftsperspektiven präsentiert, und zwar eine recht pessimistische. Fair wäre es gewesen, eine weitere, optimistischere, ebenfalls vorzutragen: Eine, in der der Bund tatsächlich einen Zuschuss gibt. In der mehr als 15000 Gäste die Sauna besuchen (in Dinkelsbühl sind es pro Jahr 17000). Eine, in der man realistisch die anderen Projekte der Stadt betrachtet – und die Wahrscheinlichkeit, wann sie tatsächlich finanziert werden müssen, Stichwort Anbau Grundschule Mitte.

Prognosen sind schwierig, vor allem, weil sie die Zukunft betreffen – wer auch immer diesen Satz gesagt hat, hat recht. Vielleicht treffen Kuglers Prognosen am Ende zu, vielleicht aber auch nicht. So wie 2017, als die Stadt – dank Sondereffekten – keine Millionenschulden machen musste, sondern am Ende Millionen übrig blieben.

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