1. Startseite
  2. Lokales (Nördlingen)
  3. Der Jongleur war ein Höhepunkt

Zirkus

25.06.2016

Der Jongleur war ein Höhepunkt

Jongleur Edi Laforte trat in der ersten Hälfte des Programms auf und ließ kleine Bälle, Kegel und Ringe durch die Luft wirbeln.
Bild: Franziska Wolfinger

Bei warmen Temperaturen blieb das Zelt des Circus Carelli auf der Kaiserwiese fast leer. Auch auf eine angekündigte Sensation mussten die Zuschauer verzichten

In Zeiten moderner Medien, in denen Kino, Fernsehen und Videospiele eigentlich schon beste Unterhaltung bieten, hat es ein Zirkus schwer. Am vergangenen Donnerstag hatten die Artisten zusätzlich mit dem schönen Wetter zu kämpfen. Bei fast 30 Grad in Nördlingen kamen kaum Zuschauer auf die Kaiserwiese. Viele Reihen im Zelt blieben leer.

Die als einmalige Sensation angekündigte oberbayerische Kuhdressur muss bei den Vorstellungen in Nördlingen entfallen. Auf Anfrage der Rieser Nachrichten teilte der Zirkus mit, dass es Probleme mit dem Tiertransporter gebe. Die Kühe konnten deshalb nicht rechtzeitig in der Stadt sein. Auch die „große Kamelkarawane“ fiel mit zwei Tieren kleiner aus als erwartet. Akhari, das kleinste Pferd der Welt und ebenfalls als Sensation angekündigt, fiel nicht aus. Es kostete aber weitere fünf Euro, um einen Blick hinter das Zirkuszelt zu werfen und die Tiere dort zu sehen.

Ganz leer blieb die Manege dann doch nicht. Ein Lichtblick im Zirkusprogramm war Edi Laforte. In der ersten Hälfte des Programms trat er als Jongleur auf und ließ kleine Bälle, Kegel und Ringe durch die Luft wirbeln – teils unter Zuhilfenahme von Füßen und Mund. Die Tricks seiner Katze und seiner sieben kleinen Hunde präsentierte er nach der Pause. Die Hunde schoben sich gegenseitig mit einem kleinen Holzauto durch die Manege, übten sich im Seilspringen mit ihrem Herrchen oder fielen „tot“ um, wenn Laforte eine Plastikpistole auf sie richtete. Zu den spannenderen Nummern zählten auch die beiden Artistinen Ramona und Arabella Air. Knapp unter der Zeltdecke turnte Ramona am Vertikalseil. Arabella zeigte ähnliches zwischen zwei langen Tüchern und schwang sich, mehrere Meter über dem Boden, durch die Lüfte.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Durchbrochen wurde das artistische Programm immer wieder von den Nummern des Clowns Timmy Barelli. Einziger Höhepunkt in seinem breiten Repertoire ist die Dressurnummer mit seinem „sturen“ Esel Manolito, der, perfekt inszeniert, „ausbüchst“, unbeeindruckt von den Rufen des Clowns eine Runde durch die Zuschauerränge dreht, um dann doch ganz brav in die Manege zurückzukehren.

Einen Appell richtete der Zirkusdirektor vor der Pause an das Publikum. Er warnte vor dem Aussterben der Zirkustradition. Es sei sehr schwer geworden für den Wanderzirkus. Auch die oft gehörten Vorwürfe der Tierquälerei gegen das Zirkusgeschäft wies er weit von sich. „Wir lieben unsere Tiere“, sagte er.

Noch insgesamt viermal tritt der Circus Carelli in Nördlingen auf. Die Vorstellungen am Samstag finden um 15 und 20 Uhr statt. Am Sonntag bietet sich um 11 und um 15 Uhr die Gelegenheit den Zirkus zu besuchen. Karten gibt es, je nach Kategorie, ab 15 Euro für Kinder und ab 20 Euro für Erwachsene – die fünf Euro für die Tierschau in der Pause nicht miteingerechnet.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren