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Auswärtiges Amt warnt vor Reisen in die belgische Provinz Antwerpen
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31.08.2010

Der "Traumsparvertrag" wird jetzt eingelöst

Dreißig Jahre lang richtete das Ehepaar Herta und Werner Beck aus Wechingen sein Leben auf dieses Projekt aus. "Andere Leute haben einen Bausparvertrag, wir haben einen Traumsparvertrag", schildert Werner Beck gegenüber unserer Zeitung, wie sie finanzielle Planung, sehr frühe Familiengründung, frühen Hausbau und berufliche Planung auf das Lebensziel einer kompromisslosen, etwa 300 000 Kilometer langen Weltreise im Alter von gut 50 Jahren ausgerichtet haben.

Am Sonntag geht es los: Mit ihrem speziell umgebauten Landcruiser fahren sie erst einmal in Richtung Türkei und Iran und besuchen Freunde von früheren Reisen. Über die arabische Halbinsel geht es nach Afrika. Zum Teil ist Eile geboten, für Saudi-Arabien gibt es nur ein 72-Stunden-Visum.

Jede Menge Vorbereitungen

Reiseformalitäten erforderten ebenso wie Fahrzeug- oder Versicherungsformalitäten, Impfungen, Beratungen wie beim Tropenarzt in Gunzenhausen oder generelle Informationen im Internet sehr aufwendige Vorbereitung. Reisewarnungen, vor denen man erschrak, erwiesen sich als seit Jahren nicht mehr aktuell, politische Krisen, wie die möglicherweise genau zur Zeit der Durchreise anstehende Spaltung des Sudans kann man nur abwarten und muss flexibel darauf reagieren.

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Zu Formalitäten kommt bei der Planung noch die Berücksichtigung der Jahreszeiten hinzu: "Kommen wir im Hochsommer in die nubische Wüste, verdursten wir; während der Regenzeit sind die Pisten im Kongo unpassierbar."

Kurzer Flug in die Heimat

Die Tour durch 18 afrikanische Länder wird zwei bis drei Jahre in Anspruch nehmen. In Äthiopien lassen die Becks den Wagen im April stehen und fliegen kurz zurück nach Deutschland - dann wird ihr Buch "Ein Jahr am Limit" vom Delius Klasing-Verlag vorgestellt, in dem sie ihren früheren Trip in die Wildnis am Baikalsee schildern (wir berichteten).

Das Ehepaar fährt nicht einfach ins Blaue, sondern hat viele Teilziele im Auge wie das Dorf Sanga Sanga in einer Dschungellichtung der Zentralafrikanischen Republik. Hier wollen sie eine amerikanische Forscherin besuchen, die bei Pygmäen lebt und das tägliche Vorbeiziehen Hunderter von Elefanten bewundern. Von Südafrika geht es dann per Schiff nach Australien. Der Kringel, der hier auf die Weltkarte skizziert ist, bedeutet eine weitere Rundreise von zwei Jahren, plus Abstecher nach Neuseeland. Durch Südostasien geht es dann bis nach Japan, von dort nach Alaska.

Und schon, nach vielleicht gerade einmal fünf Jahren, steht die letzte Etappe an: Das Straßensystem der "Panamericana" von Alaska nach Feuerland hinunter, mit zahlreichen Abstechern kreuz und quer durch Nord-, Süd- und Mittelamerika. Von Argentinien aus geht es schließlich mit dem Schiff zurück nach Hause.

Wie sieht es mit den Gefahren einer solchen Reise aus? "Gefahren gibt es überall", räumt Werner Beck ein. "Allerdings stellen sie sich in den Medien oft verzerrt dar. Bedenkt man, wie groß manche Gebiete und wie viele Menschen auf Reisen sind, passiert eigentlich extrem selten etwas Schlimmes."

Abenteuerliche Situationen

Gleichwohl meisterten die Becks auf früheren, teils zwei Jahre langen Reisen abenteuerliche Situationen. So blockierten sie mit ihrem Fahrzeug zwei Tage einen Übergang an der turkmenischen Grenze, wo man ihnen 2000 Euro Maut abnehmen wollte. Lkw-Fahrer, die nicht weiter konnten, schlugen sich auf ihre Seite, hatten eigene Erfahrungen mit den korrupten Zöllnern. Diese gaben schließlich auf und ließen die Wechinger passieren. Ein andermal pochten in der Türkei acht obskure mit Maschinenpistolen bewaffnete Uniformierte nachts um 2 Uhr an den Wagen, wollten die Pässe sehen. Die Becks sagten freundlich, die Kontrollen müssten bis zum Tageslicht warten; die Männer zogen ab und kamen nicht wieder.

"Man muss einen Instinkt für das richtige Verhalten in Ausnahmesituationen entwickeln", erklärt Herta Beck. "Am besten, man tritt freundlich, aber selbstbewusst auf; Unterwürfigkeit bringt selten etwas. Und Respekt zeigen wir den Menschen immer, egal ob mit oder ohne Ausnahmesituation." (hum)

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