Newsticker

Biontech und Pfizer beantragen EU-Zulassung für Corona-Impfstoff
  1. Startseite
  2. Lokales (Nördlingen)
  3. Der erste Krach eines jungen Paares endet vor Gericht

Nördlingen

28.11.2018

Der erste Krach eines jungen Paares endet vor Gericht

Ein junges Paar hatte einen Streit, der Fall wurde nun vor dem Nördlinger Amtsgericht verhandelt.
Bild: Alexander Kaya (Symbolbild)

Ein junges Paar aus Nördlingen hat den ersten richtigen Streit in der gemeinsamen Beziehung. Beim Kampf um einen Wohnungsschlüssel wird die Frau verletzt.

Das junge Paar, 23 und 24 Jahre alt, ist verlobt, hat ein zweijähriges Kind und lebt zusammen in Nördlingen. Jahrelang herrscht Harmonie, aber im April dieses Jahres kommt es zum ersten richtigen Beziehungskrach – warum, weiß eigentlich keiner mehr.

Die junge Frau steckte den Wohnungsschlüssel ein, weil sie dachte, die Beziehung sei am Ende und sie den Zugang zur Wohnung behalten wollte. Der Mann kämpfte mit ihr um den Schlüssel, weil er die Wohnung als seine betrachtete. In der Verhandlung vor dem Nördlinger Amtsgericht unter Vorsitz von Richterin Katrin Wegele gibt die Frau zu, dass sie bei der Polizei den Kampf heftiger geschildert hatte, als er tatsächlich war, und nimmt zurück, dass er sie gewaltvoll aufs Bett geworfen und dann heftig gegen eine Wand im Badezimmer gestoßen habe. „Ich war so sauer und aufbrausend“, begründet die junge Frau, warum sie in den Details anfangs übertrieben hatte.

Er lag im Bad über ihr und drückte sie zu Boden

Erwiesen ist jedoch, dass sie schließlich im Bad auf dem Boden lag, er über ihr war, sie niederdrückte und den Schlüssel aus ihrer Hosentasche zog. Dabei verursachte der Schlüssel eine Kratzwunde am Bein. Ferner sind Verletzungen unter anderem am Handgelenk nachgewiesen, wo ihr Lebenspartner sie festgehalten hatte – um sie zu beruhigen, wie er es darstellt. Als er den Schlüssel hatte, ließ er sie gehen. Doch da versammelten sich aufgrund des heftigen, ungewohnten Lärms schon Nachbarn vor der Wohnung. Die Frau ging zu ihrer Großmutter und erstattete Anzeige bei der Polizei, die sie wenige Tage später wieder zurück zog.

Richterin Wegele erklärt ihr vor Gericht, dass dennoch ein öffentliches Interesse an der Aufklärung der Straftat bestünde und so macht die Frau ihre Aussage. Trotz der unterschiedlichen Versionen der Heftigkeit des Streites sieht die Richterin den Tatbestand der Nötigung und der Körperverletzung als gegeben. Der Angeklagte erklärt, es habe keinesfalls in seiner Absicht gelegen, seine Partnerin zu misshandeln. Generell hat er keine guten Karten: Das Bundeszentralregister weist acht Einträge aus seiner Jugendzeit auf, fünf davon betreffen einschlägig Nötigung und Körperverletzung.

Die Forderung der Staatsanwältin bezeichnet der Angeklagte als „lächerlich“

Als die Staatsanwältin eine Geldstrafe von 150 Tagessätzen à 40 Euro, also insgesamt 6000 Euro fordert, bezeichnet er das als „lächerlich“ und „übertrieben“. Auch deshalb stellt Richterin Wegele fest, dass er keine Schuldeinsicht zeigt, was sich strafmindernd auswirken würde. Sie verhängt eine Geldstrafe von 130 Tagessätzen à 35 Euro, bleibt also mit 4550 Euro etwas unter der Forderung der Staatsanwaltschaft. Der Angeklagte, der ohne Rechtsanwalt erschienen war, lässt erkennen, dass er wohl Berufung gegen das Urteil einlegen will.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren