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Basketball-Bundesliga Frauen

10.03.2013

Der kleine Finger und die großen Folgen

Gleich vier Osnabrückerinnen umringen die finnische Nationalspielerin im Trikot der Heli-Girls, Heta Korpivaara, die mit allem Einsatz das orangefarbene Leder unter Kontrolle bringt.
Bild: Matthias Meyer

Heli-Girls liefern ohne die verletzte Amanda Rego Osnabrück einen großen Kampf, verlieren aber knapp

Der glückliche Gewinner des Duells um Platz drei in der Damen-Bundesliga am 20. Spieltag heißt GiroLive Panthers Osnabrück: Die Niedersachsen schlugen gestern in der Hermann-Keßler-Halle vor 600 Zuschauern die Heli-Girls Nördlingen Donau-Ries am Ende mit 66:63, nachdem sie zur Halbzeit schon 36:28 geführt hatten. Da die Gastgeberinnen jedoch mit einem starken dritten Viertel den Rückstand aufholten und im Schlussviertel bis zur 39. Minute knapp in Front lagen, war die Niederlage bitter.

Das Glück läuft den Nördlinger Damen im Jahr 2013 nicht nach. Nachdem sich die Mannschaft von diversen Krankheiten erholt hatte und man mit Optimismus auf dem Rest der Saison wartete, traf sie während der vergangenen Woche der nächste Rückschlag: Amanda Rego, der Kopf des Teams auf dem Feld, brach sich im Training kompliziert den kleinen Finger der rechten Hand. Und damit sind die Heli- Girls für den Rest der Hauptrunde und für das Top4-Turnier an Ostern um den Pokal entscheidend geschwächt. Und aus dieser Tatsache kommt das Urteil über das Spiel gegen Osnabrück: Hochachtung für Coach Holesovsky und sein Team. Die Nördlinger schlugen sich im Duell um den dritten Platz bravourös, hatten jedoch nicht das Glück des Tüchtigen. Sie hatten kein Glück mit den Referees, und sie hatten bisweilen kein Glück mit ihren Wurfaktionen. Sie zeigten jedoch tolle Moral und kämpften bis zum Schlusspfiff aufopfernd.

Wenn man von Einsatz spricht, muss an erster Stelle Kapitän Doro Richter genannt werden. Sie versuchte, den Ausfall von Rego zu kompensieren, rackerte 33 Minuten nach Kräften und hatte dabei nicht das ersehnte Wurfglück. Zudem gelang es Fanny Szittya nach mutigem Beginn nicht, sie in der Offensive nachhaltig zu unterstützen. Nördlingens Youngster spielte wie immer zuverlässig ohne grobe Fehler, doch ohne Pep. Neben Richter überzeugten zwei weitere Heli-Girls, allen voran Yadira Francis Ferrer auf der Centerposition mit drei Gegenspielerinnen, die größer als sie waren und denen sie dennoch Paroli bot. Mit 17 Punkten und elf Rebounds trug sie viel dazu bei, dass das Spiel immer offen blieb. Dass sie 50 Sekunden vor Schluss in aussichtsreicher Position den Korb verfehlte und der erwartete Foulpfiff ausblieb, ist fast schon tragisch. Und was wären die Heli-Girls ohne die Dreier von Morgan Henderson: drei von sechs Versuchen fanden ihr Ziel und auch ihre 17 Punkte waren viel wert.

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Gäste aus Niedersachsen schon am Vortag angereist

Letztlich ist der Sieg der Gäste aber nicht unverdient. Sie waren schon am Vortag angereist und machten von Spielbeginn an einen wachen und entschlossenen Eindruck. Zwei Dreier von Höötmann, der 1.90-m-Centerin, und der Amerikanerin Byrd egalisierte die schnelle 4:2-Führung der Einheimischen zur eigenen 10:4-Führung. Dann tanzte die stärkste Gästespielerin, die wendige Amerikanerin Pace, die Heli-Verteidigung zweimal aus und Höötmann traf erneut aus der Distanz. Die Nördlinger ließen sich jedoch vom 8:16-Rückstand nicht beeindrucken. Richter mit einem Dreier, Henderson und Ferrer verkürzten bis zur ersten Pause auf 15:16.

Henderson nach Freiwürfen schaffte die erste Heli-Führung zum 17:16. Dann führten die Einheimischen noch bis zur 17. Minute 26:25, um nach einer zweiminütigen Flaute mit 26:32 in Rückstand zu kommen. Sie verteidigten gegen die Amerikanerinnen Schwagmeyer und Pace zu zaghaft. Und gegen Höötmann hatten sie zeitweise kein Mittel. Mit 28:36 ging es in die 15-minütige Pause.

Nach dem Wiederanpfiff hatten die Heli-Girls ihr Verteidigungskonzept umgestellt: Sie agierten mit aggressiver Zonenverteidigung und brachten die Gäste öfter in Zeitnot. Dazu traf Osnabrück aus der Distanz nicht so sicher. Ab der 32. Minute gelangen einige starke Heli-Kombinationen, der Rückstand wurde nach und nach abgearbeitet und Henderson gelang mit einem Dreier in der 26. Minute die erneute Heli-Führung zum 42:41. Pech für die Nördlinger war, dass die Amerikanerin Schwagmeyer mit dem Schlusspfiff zur dritten Pause mit einem Notwurf das 46:48 warf.

Schwagmeyer eröffnete dann auch mit einem Dreier aus der Ecke das vierten Viertel zum 51:46 für die Gäste. Zweimal Carina Högg nach prächtigem Anspiel und ein Dreier von Richter – die Nördlinger waren in der 33. Minute wieder 53:51 vorne. Und das Ringen um den Erfolg steigerte sich, die Führung wechselte minütlich: 53:55, 56:55, 56:58, umjubelter Dreier von Henderson zum 59:58! Die Amerikanerin Pace buchte dann 80 Sekunden vor dem Schluss mit Freiwürfen das 59:60, Ferrer, im Konter prächtig freigespielt, das 61:60. Dann waren die Gäste bei einigen Aktionen die glücklicheren. Matchwinner war aus Osnabrücker Sicht sicherlich die Amerikanerin Pace, die die Nördlinger im Laufe des Spiels mehrmals beim Offensivrebound überlistete und zu leichten Punkten kam. Ihr gelang mit 15 Punkten und zehn Rebounds ebenso wie Ferrer und Richter das sogenannte Double-Double (zwei zweistellige Werte in den wichtigsten Statistikwerten Punkte – Rebounds – Assists).

Die beiden Mannschaften in der Übersicht

Heli-Girls: Doro Richter 11 (10 Rebounds, 2 Dreier), Fanny Szittya 2, Carina Högg 6, Natalija Bondarenko, Heta Korpivaara 9, Ilona Brox, Yadira Francis Ferrer 17 (11 Rebounds), Anna Thalhofer, Morgan Henderson 17 (3 Dreier). Fouls 16, Freiwürfe 10 von 14 erfolgreich (71%). Wurfquote: Zweier 40%, Dreier 33%.

Osnabrück: Knopp, Donders, Schulte to Bühne 6, Müller, Höhne 3, Höötmann 15 (1 Dreier), Pace 15 (10 Rebounds), Byrd 10, Schwagmeyer 17 (2 Dreier). Fouls 13, Freiwürfe 11 von 16 erfolgreich 69%). Wurfquote: Zweier 48%, Dreier 25%.

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