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Umwelt

10.01.2020

Döderlein-Parkplatz: Problem in sieben Metern Tiefe

2013 wurden die alten Döderlein-Hallen auf dem Gelände an der Lerchenstraße abgerissen, wie unser Archivbild zeigt. Derzeit ist geplant, dass auf dem Areal Wohnungen entstehen – doch an zwei Stellen ist das Grundwasser belastet.
Foto: Jim Benninger (Archiv)

Plus Das Grundwasser unter dem Döderlein-Gelände ist an zwei Stellen belastet. Will die Stadt diesen Schaden beheben, muss sie nach derzeitigem Stand einen Millionenbetrag aufwenden.

Dass das Grundwasser unter dem ehemaligen Döderlein-Areal in Nördlingen an zwei Stellen verunreinigt ist, war schon länger bekannt. Bereits vor knapp zwei Jahren berichtete unsere Zeitung, dass es sich um Mineralölbelastungen handle. Konkret ist das Grundwasser in einem Bereich im Norden des Areals mit leichtflüchtigen halogenierten Kohlenwasserstoffen belastet, wie Kämmerer Bernhard Kugler gestern bestätigte. In einem Teil im Süden wurden Mineralöl-Kohlenwasserstoffe nachwiesen. Zwar bestehe kein „akuter Handlungsbedarf“, wie Kugler betont: Es handle sich um lokale Schäden, die sich nicht bewegten. Doch irgendwann wird die Stadt Nördlingen wahrscheinlich handeln müssen – nicht zuletzt, wenn auf dem Döderlein-Gelände wie bisher geplant Wohnungen gebaut werden sollen. Und das könnte teuer werden.

Erdreich muss ausgegraben werden

Denn bislang gibt es nur eine Lösung, wie die Verunreinigungen zu 100 Prozent beseitigt werden können: Indem das belastete Erdreich schlicht ausgegraben wird – Versuche mit chemischen Mitteln waren in der Vergangenheit gescheitert. Nun befinden sich die Verunreinigungen aber nicht unmittelbar unterhalb der Erdoberfläche, sondern in sieben beziehungsweise acht und mehr Metern Tiefe. Genauso tief müsste demzufolge auch gegraben werden, um das Erdreich abtragen zu können. Und, so Kugler: Man müsste Spundwände in den Boden treiben.

Solche Spundwände wurden beispielsweise beim Bau der Wemdinger Unterführung verwendet, sie haben dafür gesorgt, dass in die Baustelle kein Grundwasser eindringen konnte. Laut den Experten sei auf dem Döderlein-Gelände eine sogenannte Spundung bis zu einer Tiefe von zehn Metern nötig, erklärt der Kämmerer weiter. Eine Maßnahme, die nicht ganz billig sei: „Deshalb würde das Ganze dann ja auch 1,5 Millionen Euro kosten.“

Alternativen sollen geprüft werden

Im Entwurf für den Etat 2020 sind nun erst einmal nur 100000 Euro für das Projekt eingeplant. Kugler zufolge könnte diese Summe dafür verwendet werden, Alternativen für die Entsorgung zu prüfen. Bislang habe man ein solches Gutachten allerdings noch nicht in Auftrag gegeben. Eine Spundung mache dann Sinn, wenn man sowieso in den Boden eingreife, meint der Kämmerer. Was Kugler damit andeutet: Wenn die auf dem Gelände geplanten Tiefgaragen gebaut werden, könnte das belastete Erdreich gleichzeitig abgetragen werden.

Es handle sich um „sehr alte Schäden“, sagt Kugler. Wann sie entstanden seien, wisse keiner mehr. Fakt ist, dass die Stadt Nördlingen das rund 15000 Quadratmeter große Gelände an der Lerchenstraße vor rund 30 Jahren gekauft hat. Umgerechnet rund 3,5 Millionen Euro, so munkelte man, soll sie dafür bezahlt haben. Auf dem Areal befanden sich einst neben einer Spedition auch Werkstätten für Autos und Lastwagen sowie eine Tankstelle.

Bislang ein Parkplatz auf dem Döderlein-Gelände

Lange wurde die Fläche schlicht nur als Parkplatz genutzt, dann wurde ein Ideenwettbewerb für das Gelände ausgelobt. Den gewann 2015 das Büro Eisenlauer aus München. Die Planer schlagen vor, dass auf dem Döderlein-Gelände unter anderem acht Mehrfamilienhäuser und eine große Tiefgarage gebaut werden. Aus diesem Grund wurde 2016 der Kanal aus dem Gelände in die Lerchenstraße verlegt.

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