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Handwerk

03.08.2020

Ein Hoch auf das Bäckerhandwerk

Die Innungsbesten Salome Scheifler (Mitte links) und Melissa Schwerma (Mitte rechts) umgeben von Kreishandwerksmeister Werner Luther (von links), stellvertretender Bürgermeister der Stadt Höchstädt Stephan Karg, Obermeister Rupert Diethei und Oberstudiendirektor Gerhard Weiß.
Bild: Bianca Herker

Freisprechung der Bäckerinnung : Salome Scheifler von der Oettinger Rosenbäckerei glänzt mit 1,0

Abschluss in Corona-Zeiten – nichts ist, wie es war. Auf eines mussten die frischgebackenen Gesellinnen und Gesellen der Bäckerinnung Nordschwaben nach bestandener Prüfung nicht verzichten: eine Freisprechungsfeier. Allerdings in kleinerem Rahmen, mit weniger Ehrengästen, Abstand, Masken und ohne Musikgruppe. Die Verantwortlichen – Obermeister Rupert Diethei, Kreishandwerksmeister Werner Luther und Oberstudiendirektor Gerhard Weiß, Schulleiter der Staatlichen Berufsschule Höchstädt – betonten, wie wichtig es ihnen war, den jungen Menschen einen möglichst festlichen Rahmen zu bieten als Anerkennung für ihre großartige Leistung. So versammelten sich die Absolventen in der Staatlichen Berufsschule Höchstädt, um ihre Gesellenbriefe und Abschlusszeugnisse entgegenzunehmen und sich vom Kreishandwerksmeister freisprechen zu lassen.

Eine besondere Ehrung erhielten die beiden Innungsbesten. Bei den Bäckerei-Fachverkäuferinnen ist dies Melissa Schwerma von der Bäckerei Pfister in Donauwörth. Mit einem herausragenden Notendurchschnitt von 1,0 überzeugte die Bäcker-Gesellin Salome Scheifler von der Rosenbäckerei in Oettingen. Beiden sprachen die Ehrengäste ihren Respekt aus.

Obermeister Diethei lobte die Gesellinnen und Gesellen für ihr Durchhaltevermögen und ihre Erfolge bei den Prüfungen. Er betonte zudem die Wichtigkeit ihres Berufsstandes: „Wir sind mitverantwortlich für die Gewährleistung, dass es bei uns das Grundnahrungsmittel Brot gibt. Wir haben einen schönen Beruf und das Handwerk wird und darf niemals aussterben.“ Allen Jugendlichen gab er einen wichtigen Ratschlag: „Egal ob in unserem ehrenwerten Handwerk oder wo auch immer eure Wege hinführen werden: Hört niemals auf zu lernen. Bildet euch immer aufs Neue weiter.“

Schulleiter Weiß betonte bei der Feier die Schwierigkeiten, mit denen die Lehrlinge in den vergangenen Monaten der Corona-Pandemie zu kämpfen hatten: „Ihr hattet nicht diese Regelmäßigkeit, mit der jeder andere eurer Vorgänger die Prüfung durchgezogen hat. Ihr hattet Schulschließung, durch die ihr weniger Unterricht hattet. Ihr musstet damit klarkommen, auch mit der Unsicherheit: Findet überhaupt eine Prüfung statt? Wie läuft die ab? Dass ihr das überstanden habt, das zeichnet euch am Ende aus.“

Luther sprach die außergewöhnliche Brotkultur in Deutschland an. Im deutschen Brotregister sind 3189 verschiedene Brotspezialitäten registriert. Er berichtete: „Ähnlich wie die französische Esskultur oder der argentinische Tango zählt das deutsche Bäckerhandwerk zur Vielfalt der sogenannten lebendigen kulturellen Ausdrucksformen, die unmittelbar vom menschlichen Können getragen werden, und erfüllt damit die Voraussetzung, um von der Unesco als Kulturerbe geschützt zu werden. Das ist etwas ganz Besonderes. Die ganze Welt beneidet uns um diese Vielfalt und sehnt sich nach deutschem Brot.“

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