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Nördlingen

12.01.2020

Faul auf dem Neujahrsempfang: „Wehret den Anfängen“

Die Stadt Nördlingen hat am Sonntag ihren Neujahrsempfang im Klösterle gegeben. Das Orchester des Theodor-Heuss-Gymnasiums spielte auf. Den Abschluss bildeten die Bayern- und die Nationalhymne, die die Gäste jeweils mitsangen.
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Die Stadt Nördlingen hat am Sonntag ihren Neujahrsempfang im Klösterle gegeben. Das Orchester des Theodor-Heuss-Gymnasiums spielte auf. Den Abschluss bildeten die Bayern- und die Nationalhymne, die die Gäste jeweils mitsangen.

Plus Zum letzten Mal hält Hermann Faul als amtierender Oberbürgermeister zum Beginn eines neuen Jahres eine Rede im Klösterle. Er appelliert an die Nördlinger.

60 Jahre ist es her, seit in Nördlingen zuletzt ein neuer Oberbürgermeister und ein neuer Stadtrat gleichzeitig gewählt wurden. Am 15. März dürfen die Nördlinger ihre Kreuzchen machen und damit mitentscheiden, wie die Zukunft ihrer Stadt aussehen wird. Eine Zukunft, die nichts Festgefügtes sei, wie der amtierende Oberbürgermeister Hermann Faul beim Neujahrsempfang im Klösterle am Sonntag sagte – nein, eine, an der die Nördlinger mitarbeiten könnten.

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„Es wird Zeit, sich darauf zu besinnen, was die Freiheit uns wert ist, denn Privilegien und Errungenschaften sind nicht selbstverständlich. Die Gefahr, von Problemen behelligt zu werden und die Einschränkungen ertragen zu müssen, ist aufgrund der aktuellen Wirtschaftslage und den gesamtpolitischen und weltweiten Krisen latent vorhanden“, sagte der OB.

Die Nördlinger könnten zeigen, dass destruktive Kräfte keinen Platz in der Gesellschaft hätten

Faul sagte, es gebe in der Gesellschaft Kräfte, die sie spalten wollten, die Menschen als „Sündenböcke“ abqualifizierten, sie ausgrenzten. „Auch hier gilt das Wort ,wehret den Anfängen’“. In Nördlingen könnten die Bürger zeigen, „dass diese destruktiven Kräfte in unserer Mitte keinen Platz haben“. Faul forderte, den Mitmenschen als den „Nächsten“ anzusehen. Er erinnerte an all diejenigen, die in den 181 Vereinen in der Kernstadt und in den Stadtteilen aktiv sind.

Faul auf dem Neujahrsempfang: „Wehret den Anfängen“
Hermann Faul

Dieses Ehrenamt vitalisiere und stabilisiere die Demokratie und fördere damit eine humane Gesellschaft: „Ohne diese Menschen und ihre Leistungen gäbe es viele Veranstaltungen, Aktionen und Hilfestellungen nicht.“ Auch die Stadträte leisteten eine wichtige Aufgabe. Faul zollte allen OB-Kandidaten Respekt. Denunzierungen, Anfeindungen oder gar Bedrohungen – vor allen in den sozialen Medien – seien mittlerweile zu einer Norm geworden, die jeden normal denkenden Menschen eigentlich von der Übernahme eines politischen Amtes abhalten sollten: „Doch unsere Demokratie ist stark, widerstandsfähig und zukunftsfähig.“

Viele Projekte stehen in Nördlingen an

Sowohl für den bisherigen, als auch für den neuen Stadtrat gibt es in der kommenden Zeit viel zu tun. Faul führte aus, dass aufgrund der positiven Bevölkerungsentwicklung weitere Krippen-, Kindergarten- und Hortplätze geschaffen werden müssten (wir berichteten). Zudem werde an die Mittelschule und an die Grundschule Mitte angebaut. Entscheidend sei es auch, weiteren Wohnraum zu schaffen, die Sozialraumanalyse habe einen Zusatzbedarf von 700 bis 800 Wohneinheiten in den kommenden zehn Jahren ermittelt.

2020 werde zudem als „entscheidendes Jahr“ in Sachen Hallenbad in die Geschichte eingehen, kündigte Faul an. Doch er machte deutlich: Als 20000-Einwohner-Stadt und alleiniger Finanzier könne sich Nördlingen kein Spaß- und Erlebnisbad, sondern nur ein verbessertes Schulschwimmbad mit Sauna leisten. Mit den ursprünglich anvisierten Baukosten von rund 16 Millionen Euro werde man kaum zurechtkommen. Es gehöre zur Transparenz und Ehrlichkeit, sich mit den voraussichtlichen Folgekosten auseinanderzusetzen: „Alles andere wäre grob fahrlässig.“ Und: „Bei aller Euphorie sollten wir auf dem Boden der Realität bleiben.“

Was Faul zu den Finanzen der Stadt Nördlingen sagt

Zuvor hatte Faul auch zur Finanzlage der Stadt Stellung genommen. Mehreinnahmen bei der Einkommens- oder Umsatzsteuer seien im Gegensatz zu den Vorjahren nicht erwirtschaftet worden. Allerdings habe sich Nördlingen über 18,8 Millionen Euro Gewerbesteuer freuen können – 3,8 Millionen mehr als geplant und so viel wie noch nie.

Ehrengäste des Neujahrsempfangs waren die Mitarbeiter des Bauhofs, der Gärtnerei, der Stadtwerke, der Kläranlage, die Hausmeister und Reinigungskräfte. Bei ihnen allen bedankte sich Faul für ihren Einsatz und das gute Miteinander während seiner Amtszeit. Das Orchester des Theodor-Heuss-Gymnasiums spielte unter der Leitung von Andreas Nagl.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar von RN-Redaktionsleiterin Martina Bachmann: Spannung liegt in der Luft

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