Newsticker

Zahl der Corona-Todesfälle binnen 24 Stunden fast auf Rekordhoch
  1. Startseite
  2. Lokales (Nördlingen)
  3. Gläubige feiern Tag der Deutschen Einheit in Nördlingen mit Dankgottesdienst

Glaube

04.10.2020

Gläubige feiern Tag der Deutschen Einheit in Nördlingen mit Dankgottesdienst

Kirchenmusikdirektor Udo Knauer gestaltete mit einem Gemeinschaftschor und der von Stadtkapellmeister Oliver Körner geleiteten Knabenkapelle den Dankgottesdienst.
Bild: Ernst Mayer

Plus Gemeinden feiern ökumenischen Gottesdienst am Tag der Deutschen Einheit.

Ein ökumenischer Gottesdienst, der am Vorabend des Erntegedenktages in der St.-Georgs-Kirche Nördlingen die christlichen Gemeinden in einem Dankgottesdienst vereinigt, hat etwas Besonderes, wenn er zugleich am 30. Tag der Deutschen Einheit gefeiert wird. Die Vereinigung Deutschlands habe Dekan Gerhard Wolfermann als ein echtes Wunder empfunden und halte diese für einen Grund, Gott für dieses Geschenk zu danken. Dazu gehöre es nach Meinung des Stadtpfarrers der Gemeinde St. Salvator, Benjamin Beck, auch, die Güter der Erde zu bewahren, und dass die Menschen einander nach Recht und Gerechtigkeit achten.

Mit einer reizvollen Blasmusikfassung des 1978 von der DDR-Rockband Karat veröffentlichten Lieds „Über sieben Brücken musst du gehn“ drückte die Knabenkapelle Nördlingen mit Stadtkapellmeister Oliver Körner Hoffnung und Zuversicht aus.

Zahlreiche Musiker gestalten den Dankgottesdienst

Die Psalmlesung Günther Guthmanns, des Pastors der Hensoltshöher Gemeinschaft, über das „Vertrauen auf den Herrn“ kommentierte der von Kirchenmusikdirektor Udo Knauer geleitete Gemeinschaftschor aus den Nördlinger Kirchenchören und der Chorgemeinschaft Nördlingen mit der Zuversicht des Liedes „Amazing Grace“. Die von Klaus Ortler auf dem Klavier begleitete, einfühlsame Interpretation leitete über zum Text des Alten Testaments und zu Gedanken der Befreiung aus den Denkmustern, die sich in den 40 Jahren der Trennung verfestigt hatten: Zerrbilder über die Herrschaft des Kapitals oder der bösen Kommunisten, Kalten Krieges und atomare Bedrohung, bis hin zur Behinderung menschlicher Begegnungen. „Die Gedanken sind frei“ sangen Gemeinde und Chöre, „reißen die Schranken und Mauern entzwei“ – ein musikalisches Sinnbild für die Öffnung der Berliner Mauer am 9. November 1989.

Eindringlich mahnte Dekan Wolfermann, die Gedanken der sozialen Marktwirtschaft nicht durch ein gnadenloses Streben nach Profit zu verdrängen. Es gelte, Vorurteile und Ungerechtigkeiten auszuräumen und sich von Jesu Liebe anstecken zu lassen. Dann könne das Lied der Knabenkapelle „Von guten Mächten wunderbar geborgen“ die Angst vor dem nehmen, was noch kommen mag.

Oberbürgermeister David Wittner verbrachte Feiertag in Partnerstadt

Der gemeinsame Kanon „Dona nobis pacem!“ veranlasste Bürgermeisterin Rita Ortler zu den Gedanken, dass der Frieden nicht selbstverständlich sei und sich die Politik für diesen Wunsch nachdrücklich starkmachen müsse. Sie erinnerte an die ergreifenden Bilder von der Nacht der offenen Mauer und an die dann beginnende Stadtpartnerschaft mit Stollberg in Sachsen, die Oberbürgermeister David Wittner an der zeitgleich stattfindenden Gedenkfeier durch seine Anwesenheit bekräftigen würde. Dass bei uns und in der Welt noch vieles bewältigt werden müsse, verdeutlichten die Fürbitten der Geistlichen und der ökumenischen Gemeinde, unter Einbeziehung der Themen des Gottesdienstes, und dem dazu gemeinsam gesungenen israelischen Friedenslied „Hevenu shalom alechem“.

Da die Gedenkfeier in die Aktion „Deutschland singt“ einbezogen war, an der sich mehr als 500 Dörfer und Städte Deutschlands beteiligen, bot dieser Gottesdienst eine anrührende Feierstunde, die nach Gebet und Segen mit der National- und Europahymne ausklang.

Lesen Sie auch:

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren