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Nördlingen

12.01.2021

Höhere Benzinpreise: Vollgetankt ins neue Jahr

Ende vergangenen Jahres hätten viele Menschen in der Region noch einmal getankt, sagen Tankstellenbetreiber aus der Region.
Bild: Jochen Aumann (Symbol)

Plus Kraftstoff ist 2021 teurer geworden. Das führt zu einigen Besonderheiten an Tankstellen. Was Betreiber aus der Region zu den Spritpreisen sagen.

Wie teuer ein Liter Super oder Diesel genau ist, ist für Norbert Jaksch eigentlich egal. Der Betreiber der Total Tankstelle verdient sein Geld wie in der Regel alle Tankstellenbesitzer nicht mit Benzin – sondern mit Einnahmen aus seinem Shop und dem, was die Mineralölgesellschaften ihm an Provision zahlen. Die bleibt immer gleich, egal wie hoch der Preis ist, der auf der großen Anzeigetafel vor seinem Geschäft in der Nördlinger Straße steht. Doch so ganz unerheblich ist es für ihn trotzdem nicht, dass zum Beispiel Benzin im Januar nun rund zehn Cent pro Liter mehr kostet als im Dezember.

Denn je höher die Preise, desto weniger würden die Kunden tanken, sagt Jaksch. Gleich zwei Änderungen auf einen Schlag haben zum Jahreswechsel dazu geführt, dass Benzin nun teurer ist. Eine davon ist die CO2-Bepreisung, die seit 2021 gilt. Mithilfe dieser Abgabe will der Gesetzgeber bewirken, dass Produzenten von Treibhausgasen wie Kohlenstoffdioxid zur Kasse gebeten werden. Benzin in Verbrennungsmotoren ist Teil der Strategie, die Folge: Es wird teurer. Zum anderen greift nun wieder der normale Mehrwertsteuersatz. Die Steuer war als Konjunkturkurbel im vergangenen Jahr temporär von 19 auf 16 Prozent gesenkt worden, diese Phase ist nun vorbei. Und somit werden gleich doppelt zusätzliche Steuern auf Kraftstoffe fällig.

Vor Silvester noch einmal den Wagen volltanken

Bei ihm sei gerade wenig los, berichtet Jaksch. Das liege aber nicht nur an der Preisreform. Häufig sei zu Beginn des Jahres der Berufs- und Reiseverkehr ruhiger, der Verbrauch somit geringer und die Nachfrage nach Benzin ebenso. Dass die Preise steigen werden, sei vielen Kunden bekannt gewesen, diese hätten deshalb vor Silvester noch einmal den Wagen vollgetankt. Allerdings fällt auf: Trotz des jüngsten Preissprungs sind die Benzinpreise weiterhin günstiger als vor einem Jahr. Wie der ADAC errechnet hat, kostete Super E10 im Jahr 2020 so wenig wie noch nie zuvor. Der Grund: Als die Nachfrage nach Kraftstoff infolge des Lockdowns im Frühjahr massiv einbrach, weil viele Autos zum Pendeln und Reisen kaum noch gebraucht wurden, ging auch der Ölpreis nach unten.

Die Grünen hatten lange für einen höheren Benzinpreis geworben

Darauf weist auch Martin Schulz hin. „Man hat schon mehr gezahlt für Sprit“, sagt der Mitarbeiter der Hem-Tankstelle in Möttingen. Schulz hat hier ähnliches beobachtet wie Jaksch in Wallerstein. „Vor Silvester hatten wir viel Betrieb“, sagt er. Auch seiner Erfahrung nach ist eine ruhige Zeit zu Beginn des Jahres normal. Auch wenn er unsicher ist, ob die höhere Besteuerung des Kraftstoffes den gewünschten Effekt hat, die Klimaerwärmung zu verlangsamen, will er sich mit einem Urteil über die Neuerung zurückhalten. „Wir leben natürlich von dem Geschäft“, sagt er.

Unter anderem die Grünen hatten lange für einen höheren Benzinpreis geworben. 2019 hatte etwa die Bundesvorsitzende Annalena Baerbock gesagt, dass ein Anstieg um rund zehn Cent nötig sei.

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