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Übernahmetermin 1. Mai

18.04.2011

Investor für Altenheim gefunden

Insolvenzverwalter verhandelt mit Berliner Holding

Kirchheim „Wir haben einen Investor gefunden, der das Heim will und der auch das Geld dafür hat“, freut sich der Stuttgarter Insolvenzverwalter Dr. Helmut Hemmerling. Sein Verhandlungspartner ist die Anderson Holding aus Berlin, die einen Schwerpunkt im Pflegebereich setzt. Ehrgeiziges Datum für eine Übernahme ist der 1. Mai. „Falls das nichts wird, werden wir zum 1. Juni wohl in jedem Fall klar sein.“

„Ziel ist es, den Heimbetrieb komplett an den Investor zu verkaufen – inklusive Anlagevermögen wie Möbel und Inventar“, macht Hemmerling klar. Außerdem werden die Bewohner oder deren Angehörige schriftlich informiert und dabei gefragt, ob sie der Einrichtung weiterhin treu bleiben wollen. Ebenso die Lieferanten. Einbezogen in den Prozess seien zudem die Heimaufsicht und die Krankenkassen.

Der Insolvenzverwalter ist überzeugt davon, dass die Beschäftigten sich keine Sorgen machen müssen: „Der Erwerber muss das Heim ja auch betreiben. Und überbesetzt ist die Einrichtung ja wahrlich nicht“, meint er.

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Durch einen Tipp ist Hemmerling auf die Berliner Holding aufmerksam geworden und hat Kontakt mit deren Vorstand aufgenommen. „Die sind bestrebt, in den Markt hereinzukommen“, weiß er inzwischen und findet: „Die Bilanz im Internet sieht gut aus.“

„Wir haben bereits in der Nähe in Einrichtungen investiert“, begründet Aufsichtsratsvorsitzender Wolfgang Pink das Engagement seiner Holding. „Nähe“ hat für ihn einen Umkreis von rund 150 Kilometern – und innerhalb dieser Entfernung lägen die Einrichtungen Mühlsteig und Rhönpanorama bei Fulda sowie das Viadukt bei Zierenberg. In Baden-Württemberg engagiert sich die Anderson Holding für eine Tagespflegeeinrichtung in Lörrach.

„Uns haben die alten Leute in Kirchheim leidgetan, weil sie sonst ausziehen müssten“, sagt Wolfgang Pink außerdem und scherzt: „Wir betreiben viele gut laufende Einrichtungen. Es macht mehr Spaß, statt Steuern zu zahlen, deren Gewinn quasi so für einen guten Zweck zu investieren.“ Alle Mitarbeiter, die das wollen, würden in Kirchheim übernommen. Außerdem plane die Holding, die maroden Gebäude auf den aktuellen Stand der Zeit zu bringen. „Wir haben für so etwas eine eigene Baugesellschaft.“

Verhandlungen mit den Kassen

Damit in Kirchheim wieder Ruhe einkehre, hofft auch Pink auf die schnelle Übernahme zum 1. Mai. Die hänge aber auch von Verhandlungen mit den Krankenkassen als Kostenträgern und der Heimaufsicht ab. Letztere sitzt im Landratsamt und versichert in Person des Dezernenten Michael Stoerzbach, man werde das Vorhaben im Interesse der Bewohner und der Beschäftigten „wohlwollend prüfen“. Dass längerfristig investiert werden müsse, sei allen Beteiligten bekannt, ergänzt Geschäftsbereichsleiter Wolfgang Klement. Das Thema Dreibettzimmer, die nach der Landesheimbauverordnung nur noch bis September zulässig seien, regle ohnehin der Markt. Die würden nicht mehr nachgefragt, wenn es im näheren Umkreis moderne Einrichtungen gebe.

Bei all denen, die für den Erhalt des Heimes gekämpft haben, herrscht erst mal Erleichterung: „Ich freue mich sehr für die Bewohner und die treuen Mitarbeiter“, sagt Heimleiter Karl Hampp. Bürgermeister Willi Feige käme der Auftakt zum 1. Mai gerade recht. Er hofft, dass sich die Lage nun insgesamt harmonisiert. Landrat Klaus Pavel spricht von einem guten Signal. Es wäre schön, wenn beim nächsten Treffen des Arbeitskreises bereits Nägel mit Köpfen gemacht werden könnten. (sp)

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