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16.07.2010

Keine Entlassungen bei Kiel

Nördlingen Die IG Metall Augsburg und die Geschäftsführung der Nördlinger Firma Kiel, die Sitze für Busse und Bahnen herstellt, haben sich nach zahlreichen Verhandlungsrunden auf ein "Standort- und Beschäftigungssicherungskonzept" geeinigt, hieß es gestern Nachmittag bei einem Pressegespräch in den Räumen des Unternehmens in der Nürnberger Straße. Hauptpunkt der Vereinbarung: Es wird keine betriebsbedingten Kündigungen geben. Noch im Mai standen wegen erheblicher Umsatzeinbußen bis zu 85 Entlassungen im Raum.

Auf freiwilliger Basis

Dennoch soll die Mitarbeiterzahl "angepasst" werden. Beschäftigte können demnach auf freiwilliger Basis das Unternehmen verlassen, sei es in Form von Vorruhestandsregelungen oder mit finanziellen Zuwendungen der Firma. Hinzu kommen die Personen, die das Rentenalter erreichen und regulär ausscheiden.

Das Beschäftigungssicherungspaket läuft zunächst bis Ende Juni 2011 und wird ab diesem Zeitpunkt in Verbindung mit unbezahlter Arbeit immer wieder verlängert. Konkret: Bezahlt werden 35-Stunden, gearbeitet wird jedoch 37,5 Stunden pro Woche. Teil der Übereinkunft zwischen Gewerkschaft und Geschäftsleitung ist zudem ein einmaliger Verzicht der Beschäftigten auf Teile von Sonderzahlungen, wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld.

Keine Entlassungen bei Kiel

Vermittler eingeschaltet

Sowohl der Sekretär der IG Metall, Roberto Armellini, als auch die beiden Kiel-Geschäftsführer Gerhard Hellweg (technische Leitung) und Jörg Stadali (kaufmännische Leitung) bezeichneten den Kompromiss als "zukunftsorientiert". Außerdem hätten die Verhandlungen der vergangenen Wochen das gegenseitige Vertrauen auf beiden Seiten gestärkt und die Betriebskultur gefördert. Dennoch habe in Person des früheren Personalchefs von Eurocopter, Stefan Leinfelder, ein Vermittler eingeschaltet werden müssen, weil die Gespräche zwischendurch in einer Sackgasse gelandet seien. "Herr Leinfelder hat dann Alternativen aufgezeigt, die letztlich zu einer Einigung führten," betonte Hellweg.

Breite Zustimmung

Nach Angaben von Kiel-Betriebsratschef Heinz Blank wird die Übereinkunft von der Belegschaft mitgetragen. "Es gab bei Mitgliederversammlungen breite Zustimmung", sagte er gestern.

Für den Rest des Jahres rechnet die Kiel-Geschäftsführung im Auftragsbereich mit "positiven Effekten." Unter anderem sei ein zusätzlicher Auftrag kurzfristig eingegangen, der sehr weiterhelfe.

Für Bahnen und Busse

Kiel fertigt derzeit am Standort Nördlingen zu 60 Prozent Sitze für Bahnen und zu 40 Prozent für Busse. Unter anderem "Luxusauführungen" für die Mannschaftsbusse namhafter Fußballvereine wie Bayern München oder FC Barcelona.

Geschäftsführer Stadali erklärte, dass sich sein Unternehmen künftig immer stärker international ausrichten werde, um dessen Fortbestand weiter zu sichern.

Kiel ist bereits jetzt schon international breit aufgestellt. Niederlassungen gibt es in Polen, den Niederlanden, Frankreich, England, Spanien, Italien und in der Türkei. Die Kiel-Gruppe beschäftigt derzeit rund 600 Mitarbeiter, davon 260 in Nördlingen. (bs)

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