Newsticker

Mehr als eine Million Corona-Infektionen in Deutschland
  1. Startseite
  2. Lokales (Nördlingen)
  3. Kindermode: „Mini Maxi“ schließt - und lebt doch weiter

Nördlingen

14.11.2018

Kindermode: „Mini Maxi“ schließt - und lebt doch weiter

Diana Haas (links) eröffnet ein neues Kindermoden-Geschäft als Nachfolgerin von Uschi Rühle (rechts).
Bild: Ronald Hummel

Uschi Rühle setzt sich nach 26 Jahren zur Ruhe, ihr Geschäft für Kinderkleidung am Nördlinger Rübenmarkt hat aber trotzdem eine Zukunft.

Oft sind es traurige Kapitel, wenn die Rieser Nachrichten über die Schließung Nördlinger Traditions-Läden berichten müssen. Aber im Fall von „Mini Maxi Kindermoden“ am Rübenmarkt läuft alles so, wie man es sich nur wünschen kann: Die Inhaberin Uschi Rühle setzt sich nach 26 Jahren zur Ruhe, der Grund dafür steht in einem Gruß-Zettel an der Wand: „Sechs Enkel freuen sich auf die Oma“. Denen will sie sich endlich widmen, zwischendurch gemeinsam mit dem Ehemann im Campingmobil Urlaub machen. „Ich hatte meine Freude am Geschäft, und da ich alles ganz genau nehme, stand das immer im Vordergrund, allzu oft fiel der Satz ‚Heute geht’s nicht’ in der Familie“, sagt sie.

Wirtschaftlich lief alles gut bis hin zum jetzigen Ausverkauf; was aber nicht heiße, dass sie die Konkurrenz durch Internet und Billigmärkte nicht spürte. „Es kamen bestimmt auch zu mir Kunden, die im Laden schauten und dann im Internet kauften“, räumt sie ein. Das habe sie durchaus am Umsatz gemerkt, aber es reichte ihr immer noch, zumal sie einen treuen Kundenstamm aufgebaut hatte. Das lag zum einen am gefragten Sortiment, zum anderen am klassischen Einzelhandels-Service: „Die Mütter schätzen es, dass sie hier in Ruhe aussuchen können, während die Kleinen in der Spielecke beschäftigt sind; man kann im Laden anprobieren oder auch Kleider zum Anprobieren mit nach Hause nehmen und problemlos wieder zurückgeben.“

Nördlingen: "Mini Maxi" war früher in der Polizeigasse

Uschi Rühle sah nie die Notwendigkeit, auf den Internet-Zug aufzuspringen, hat keine Facebook-Seite. Dafür hat sie das Geschäft von der Pike auf gelernt und immer mit Herzblut umgetrieben: 1970 machte sie bei Herbert Zocher im „Haus des Kindes“ in der Polizeigasse ihre Lehre zur Einzelhandelskauffrau, blieb dann bei Zochers Nachfolgerin Victoria Strähle als Angestellte und gründete nach deren Ausscheiden 1992 hier ihren Laden Mini Maxi. Nach 20 Jahren zog sie um zum Rübenmarkt. Die Gründe: „Zum einen lief der Mietvertrag aus, zum anderen gab es keine Geschäfte mehr in der Polizeigasse.“ Viele Nördlinger erinnern sich noch, wie hier in fast jedem Haus ein Laden war, vom Feinkostgeschäft zur Pullover-Boutique, vom Gardinen-Fachgeschäft bis zum Fahrradhändler. Am Rübenmarkt machte sich die bessere Lage bemerkbar, wenngleich auch bald die Bagger anrollten und jahrelang blieben.

Erfreulich ist, dass Uschi Rühle den Stab nun genau so weitergeben kann, wie sie ihn aufgenommen hat: Das neue Kindermoden-Geschäft wird Ende Januar, Anfang Februar von Diana Haas eröffnet, die 16 Jahre lang bei Uschi Rühle arbeitete und im Vorgänger-Geschäft in der Polizeigasse bei Victoria Strähle ausgebildet wurde. Diana Haas teilt mit ihrer Chefin die Freude am Umgang mit Kindern und Müttern und will den kundenintensiven Service auf jeden Fall weiterführen.

Das Gesicht des Ladens soll sich verändern

Das Gesicht des Ladens soll durch neue Farbgestaltung verändert werden, das Sortiment bereichert sie durch neue Marken und Accessoires wie Tücher und Gürtel. Den Namen behält sie bei, ändert nur den Zusatz, sodass es bald „Mini Maxi Mode für Kids“ heißt. Sie wird auf Facebook und Instagram über Neuheiten informieren; verzichtet aber auf einen Online-Shop: „Das nähme zu viel Zeit in Anspruch, die ich für den Service im Laden brauche.“ Sehr viele Kunden brachten ihre Freude zum Ausdruck, dass es weiter geht mit einem klassischen Kindermode-Laden im nahtlosen Übergang – dem vierten seit 1966.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren