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Justiz

14.06.2019

Missbrauchte ein Rieser seine Enkel?

Weil er seine Enkelinnen sexuell missbraucht haben soll, muss sich ein Rieser vor dem Landgericht Augsburg verantworten.
Bild: Jakob Stadler (Symbolbild)

Ein 54-jähriger Mann soll sich über Jahre hinweg an zwei Mädchen sexuell vergangen haben. Über seine Anwältin lässt er vor Gericht eine Stellungnahme verlesen.

Es sind schwere Vorwürfe, die die Staatsanwaltschaft gegen einen 54-jährigen Mann aus dem Landkreis Donau-Ries erhebt. Er soll seine beiden Enkeltöchter immer wieder sexuell missbraucht haben. Und das über mehrere Jahre. Aufgeflogen ist der Fall im vergangenen Jahr. Seit Ende August 2018 sitzt der Mann nun in Untersuchungshaft.

Die Staatsanwaltschaft Augsburg beschuldigt den 54-Jährigen aus einem Rieser Dorf, seine Enkelkinder in 243 Fällen sexuell und in drei Fällen schwer sexuell missbraucht zu haben. Zum ersten Übergriff soll es im Januar 2013 gekommen sein, so die Anklage. Die Enkelin war damals 18 Monate alt, sagt Christian Grimmeisen, stellvertretender Pressesprecher des Landgerichts Augsburg.

Der Missbrauch soll sich die nächsten fünf Jahre auf verschiedene Weisen fortgesetzt haben. Bei der Festnahme des Großvaters im vergangenen Jahr war das Mädchen sechs Jahre alt. Auch das zweite Enkelkind soll der 54-Jährige in den vergangenen vier Jahren mehrfach sexuell missbraucht haben. Sie war bei dem ersten Übergriff im Jahr 2014, den die Staatsanwaltschaft dem Rieser vorwirft, sogar erst sechs Monate alt. Das Mädchen soll ebenfalls bis zum vergangenen Jahr, als es vier Jahre alt war, Opfer ihres Großvaters gewesen sein.

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Sexueller Missbrauch: Angeklagter äußert sich in Stellungnahme

Am ersten Verhandlungstag vor der Jugendkammer des Landgerichts Augsburg hat der Angeklagte über seine Verteidigerin Bettina Grupp eine Stellungnahme verlauten lassen, sagt die Juristin gegenüber unserer Zeitung. Diese habe auch ein Teilgeständnis des Riesers enthalten: Ihr Mandant habe die Vorwürfe, die ihm die Staatsanwaltschaft zur Last legt, teilweise eingeräumt. Es bestehe allerdings eine erhebliche Diskrepanz zwischen der von der Staatsanwaltschaft angenommenen Häufigkeit und Intensität der Vorfälle und der Aussage ihres Mandaten. Diese Fragen müssten im weiteren Verlauf des Prozesses geklärt werden, sagt Grupp.

Als Zeugen ausgesagt haben am ersten Verhandlungstag bereits die Eltern der beiden Mädchen. Sie schilderten, was ihnen ihre Kinder zu den sexuellen Übergriffen erzählt haben, erklärt die Nördlinger Anwältin. Zudem sei ein Polizeibeamter vernommen worden, der am Tag der Festnahme des Angeklagten dessen Haus durchsucht habe.

In Deutschland ist die Zahl des sexuellen Missbrauchs an Kindern gestiegen

In Deutschland ist die Zahl des sexuellen Missbrauchs von Kindern im vergangenen Jahr um 6,4 Prozent gestiegen. Das geht aus der Polizeilichen Kriminalstatistik zu kindlichen Gewaltopfern hervor. Rund 14.600 Kinder waren 2018 von sexueller Gewalt betroffen. Das sind 40 Fälle pro Tag, die den Behörden bekannt sind. Man müsse davon ausgehen, dass viele Taten unentdeckt bleiben, sagte Holger Münch, Präsident des Bundeskriminalamtes bei der Vorstellung der Statistik. Die Täter kommen dabei – wie auch bei dem Fall im Ries – oft aus dem persönlichen Umfeld der Kinder.

Die Verhandlung am Landgericht Augsburg wird nächste Woche fortgesetzt. Dann sollen weitere Polizeibeamte befragt werden.

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