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Stadtmauerfest

05.09.2019

Nördlingen macht sich bereit für das Stadtmauerfest

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2 Bilder
Mitarbeiter des Bauhofs stellen einen Fahnenmasten in Nördlingen für das Historische Stadtmauerfest auf. Auch in den Straßen vor den Toren werden Fahnen wehen.
Bild: Jan-Luc Treumann

Es laufen die letzten Vorbereitungen für das Historische Stadtmauerfest. Eindrücke aus einer Stadt, die sich auf ein großes Fest vorbereitet.

Das kleine Mädchen beißt vom Doppelkeks ab und schaut dem Treiben zu. Denn es dauert eine Weile, bis der Traktorfahrer den voll beladenen, dunkelgrünen Anhänger im Rübenmarkt geparkt hat. Als er steht, beginnt das Ausladen. Drei alte, rostige Milchkannen, unzählige Bänke und Tische, einige Birkenstämme und ein Waschbecken tragen die Mitglieder der katholischen Landjugend herunter. Sie haben beim Stadtmauerfest eine historische Bäckerei, erzählt Friedrich Gerlinger. Das zweijährige Mädchen mit dem Keks ist die Tochter eines Mitglieds. „Die nächste Generation wird schon herangeführt“, sagt Gerlinger und schmunzelt.

Die Renaissance-Trommler befestigen Notenständer aus Holz.
Bild: Jan-Luc Treumann

Solche Szenen des Aufbaus spielen sich häufig am Donnerstag in Nördlingen ab. Viele Vorbereitungen sind noch zu treffen, überall wuselt es in der Stadt, es wird gehämmert, das Surren von Akkuschraubern begleitet die Passanten an nahezu jeder Ecke. Die letzten Hütten werden in die Stadt gefahren, ein Mann steht vor einem Biertisch und bindet Maiskolben, Zweige und diverse Pflanzen zusammen. Die Deko kommt später in die Milchkannen, die gerne als mittelalterliche Vasen verwendet werden. Strohballen stehen herum. Ein Auto mit einem Anhänger fährt in einer Einbahnstraße gegen die Fahrtrichtung. Es muss schnell gehen, da werden Verkehrsregeln schon mal kurzerhand missachtet. Die Zeit ist knapp. Bald ist wieder Stadtmauerfest.

Stadtmauerfest Nördlingen: So bereiten sich die Mitarbeiter der Lebenshilfe vor

Dafür muss die Stadt etwas hermachen. Drei Mitarbeiter vom Bauhof stellen dafür die Fahnenstangen auf. Sie tragen den Masten zu seinem Platz und stellen ihn auf. Zwei halten ihn, der dritte steht einige Meter weiter weg und dirigiert seine Kollegen so lange, bis der Mast im 90-Grad-Winkel steht. Jedenfalls nach Augenmaß. Dann hämmert einer der Arbeiter Holzstücke zur Befestigung ein.

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Mit handlicheren Gegenständen bereiten sich die Mitarbeiter der Lebenshilfe Donau-Ries im Spitalhof auf das Fest vor. Eine Fledermaus, die Zähne blitzen hervor, hängt im Zelt, eine Knochensäge wird drapiert. Das Zelt ist eine Erinnerung an das Spital, das 1233 erstmals urkundlich erwähnt wurde, wie Mitarbeiterin Romana Jaumann erzählt.

Im Spitalhof gibt es vermeintliche Medizin zu kaufen.
Bild: Jan-Luc Treumann

Im Zelt gibt es einige Einblicke in das Heilen zu früherer Zeit, seien es die Vier-Säfte-Regel oder Blutegel. Doch ein paar Späße erlauben sich die Mitarbeiter schon. In einem Regal stehen allerlei Glasbehältnisse, beschriftet mit „Urinum Zitronum“ oder „Rheumaschmalz“. Wer mag, kann sich dort auch mit selbsthergestellten Getränken eindecken. In dunkelblauen Flaschen gibt es vermeintliche Medizin, „gega Falda“ oder „gega Männerkrankheiten“.

Kaffeesäcke gegen Regen am Stadtmauerfest

Rechts vor der alten Schranne steht eine Bühne aus Holz, sie ist überdacht, Kaffeesäcke (und eine nicht sichtbare Folie) sollen gegen Regen schützen. Die Renaissance-Trommler und eine Band werden dort spielen, gerade werden die vermeintlich mittelalterlichen Notenständer aus Holz befestigt. Die Trommeln kommen auf die runden Stücke eines Birkenstamms, der mit Efeu umrankt ist. Dann fährt ein weißer Toyota vorbei, das Fenster geht herunter und der bärtige Oberbürgermeister Hermann Faul winkt den Musikern zu. Für einen Plausch reicht die Zeit nicht, denn von hinten drängelt schon der nächste Fahrer. Doch viel Zeit hätten die Musiker wohl sowieso nicht gehabt. Der Aufbau geht weiter. Und der Akkuschrauber surrt.

Alle Informationen zum Stadtmauerfest gibt es hier.

Das Stadtmauerfest zieht alle in einen Bann, schreibt Jan-Luc Treumann in seinem Kommentar

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