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Finanzen

21.02.2018

Nördlingen will rund 22,8 Millionen Euro investieren

Die Wemdinger Unterführung ist eine der Maßnahmen in die Nördlingen investiert.
Bild: Martina Bachmann

Größtes Projekt der Stadt Nördlingen bleibt die Wemdinger Unterführung. Geld für Feuerwehren sind vorgesehen.

Wer mehr Geld ausgeben will, als er zur Verfügung hat, muss einen Kredit aufnehmen. Das ist bei Privatpersonen nicht anders als bei der Stadt Nördlingen. Die will aller Voraussicht nach im Jahr 2018 rund 22,8 Millionen Euro investieren. Doch laut dem aktuellen Etatentwurf von Kämmerer Bernhard Kugler geht das nur, wenn die Stadt einen neuen Kredit in Höhe von zwei Millionen Euro aufnimmt. Aktuell hat Nördlingen insgesamt etwas mehr als sieben Millionen Euro Schulden. 2018 soll auch Tilgung gezahlt werden, somit könnte die Höhe der Kredite Ende des Jahres bei 8,418 Millionen Euro liegen. Rein rechnerisch hätte damit jeder der laut Statistik 20005 Nördlinger circa 420 Euro Miese.

Doch Kugler arbeitet stets nach dem „Vorsichtsprinzip“, wie er es selbst in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am Montagabend betonte. Man könnte auch sagen: Der Kämmerer ist beruflich eher ein Pessimist als ein Optimist. 2017 beispielsweise kalkulierte er zu Beginn des Jahres damit, dass man 4,7 Millionen Euro neue Schulden machen müsste, um alle Projekte zu finanzieren. Tatsächlich blieben am Ende aber 4,1 Millionen Euro Plus übrig – unter anderem deshalb, weil Maßnahmen nicht mehr realisiert werden konnten oder die Stadt mehr Steuern einnahm, als geplant. In der Sitzung am Montag sprach Kugler von einem „absoluten Ausnahmejahr“, so gut sei es 2017 gelaufen.

Bahnhofsanierung geht weiter, Feuerwehrhaus wird gebaut

Ob heuer alle Maßnahmen abgearbeitet werden können, bleibt abzuwarten. Der Investitionsplan sieht jedenfalls unter anderem Folgendes vor: Der Umbau beziehungsweise die Sanierung des Bahnhofs geht weiter – dort sollen künftig die Mitarbeiter des Landratsamtes arbeiten. 2,425 Millionen Euro sind 2018 dafür eingeplant. Das Feuerwehrhaus Dürrenzimmern soll inklusive Dach saniert werden. In Löpsingen wird neben der Turnhalle ein neues Feuerwehrhaus gebaut (wir berichteten), im Etatentwurf 2018 stehen dafür 360000 Euro zur Verfügung. Die Sanierung der Spitalmühle ist noch nicht komplett bezahlt, insgesamt werden 2018 wohl noch mehr als 300000 Euro fällig. Mehr als 800000 Euro sind für die Sanierung von Sankt Georg samt Daniel eingeplant. Der Umbau des Hallenbades soll angegangen und die Entwicklung des BayWa-Areals vorangetrieben werden. Dort sollen nicht nur ein Supermarkt, ein Getränkemarkt und ein Hotel entstehen. Die Stadt will auch Wohnblöcke für Menschen errichten, die nur wenig Geld zur Verfügung haben. Außerdem sollen in Nördlingen und den Stadtteilen neue Baugebiete entwickelt und Betriebe angesiedelt werden – für Grunderwerb sind 2,6 Millionen Euro vorgesehen. Zudem wird die Straße zwischen Nähermemmingen und Pflaumloch saniert.

Der Umbau der Wemdinger Unterführung bleibt das größte Projekt

Größtes Projekt bleibt eine der imposantesten Baustellen, die es derzeit in der Stadt gibt: der Umbau der Wemdinger Unterführung. Sie schlägt heuer zwar mit rund sechs Millionen Euro zu Buche. Doch auf der anderen Seite erhält Nördlingen hohe Zuschüsse für dieses Projekt, sodass sich die Kosten für die Stadt am Ende insgesamt wohl auf rund 4,4 Millionen Euro belaufen werden, sagt Kugler. Im Sommer soll die Unterführung fertig sein.

Nicht nur einen Kredit sieht der Etatentwurf des Kämmerers vor, er will auch ans städtische „Sparbuch“: Insgesamt sollen aus den Rücklagen mehr als 5,7 Millionen Euro entnommen werden. Der Haupt- und Finanzausschuss stimmte dem zu, genauso wie dem Investitionsplan. Nur einer war dagegen: Thomas Knie (CSU) blieb bei seiner Meinung, dass man die Sanierung des Gebäudes „Hintere Gerbergasse 5“ noch schieben solle. Wie berichtet, soll dort ein Depot für das Rieskratermuseum entstehen, das Gebäude ist aber in einem sehr schlechten Zustand.

Kugler selbst meinte, ihm bereite der Haushalt keine Sorgen. Wenn ein Pessimist wie der Kämmerer den Etat positiv sehe, dann brauche man am Ende wohl keinen Kredit, sagte daraufhin Thomas Mittring (Stadtteilliste). Endgültig beschlossen werden Haushaltsplan, Satzung und Investitionsprogramm in der Sitzung des Stadtrates am 22. März.

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