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Oettingen

23.03.2020

Oettinger hoffen auf Historischen Markt im Mai 2020

Einblick in die Onlinekonferenz für den Historischen Markt.

Plus Vom 22. bis 24. Mai soll das Spektakel in Oettingen stattfinden. Die Veranstalter wollen bereit sein, falls sich die Coronakrise unerwartet schnell entschärft.

Ganz Deutschland ist von der Sorge um das Coronavirus beherrscht. Ganz Deutschland? Nein. Ein von unbeugsamen Optimisten bevölkertes Städtchen hört nicht auf, der eindringenden Tristesse Widerstand zu leisten. Zumindest will man vorbereitet sein, sollten die Einschränkungen bald aufgehoben werden.

Der Verein Historischer Markt Oettingen stellt sich organisatorisch darauf ein, das Historische Fest vom 22. bis zum 24. Mai abzuhalten. Freilich, ohne voreilige Investitionen zu tätigen, so wird der Druck eines Programmheftes noch zurückgestellt. Anstelle der abgesagten Generalversammlung klärte der Vorsitzende des Vereins, Christoph Schaffer, in einem Videochat mit den teilnehmenden Vereinen organisatorische Fragen wie zu Versorgung mit Getränken und Garnituren, Infrastruktur von Wasser, Strom und Toilettenhäuschen, Verordnungen, den Termin für die Ortsbegehung, Notärzte, Sicherheitsdienst, Kassenpersonal und mehr.

Einblick in die Onlinekonferenz für den Historischen Markt.

Die Powerpoint-Präsentation wurde online gezeigt, die Teilnehmer konnten in Schriftfeldern Fragen eingeben und erhielten auf gleichem Wege die Antworten. Christoph Schaller erklärte den Teilnehmern und unserer Zeitung die Grundhaltung des Vereins: „Bis zum 19. April sind alle öffentlichen Veranstaltungen abgesetzt, darüber hinaus gibt es noch keinerlei Aussagen. Der Verein akzeptiert voll und ganz die Rahmenbedingungen der Landesregierung – demnach ist es erlaubt, Veranstaltungen nach dem 19. April vorzubereiten.“

Oettinger hoffen auf Historischen Markt im Mai 2020

Historischer Markt Oettingen: Entscheidung fällt spätestens am 2. Mai

Man wolle keinesfalls voreilig das Fest absagen und danach feststellen, dass es doch gegangen wäre. An den Anordnungen der Regierung werde grundsätzlich nicht gerüttelt – erst, wenn die Krise als überstanden gilt, will man den Historischen Markt abhalten: „Es soll ein angstfreies, unbeschwertes, voll Enthusiasmus gefeiertes Fest werden.“ Nach dem 19. April sei noch eine Woche Zeit, auf günstige Rahmenbedingungen zu warten, aber spätestens am 2. Mai heißt es „hopp oder top“ – spätestens dann müssen Verein und Stadtbauhof mit den Aufbau – und anderen konkreten Arbeiten beginnen – oder das Fest wird endgültig verschoben.

Historischer Markt mit Ritterturnier in Oettingen.
47 Bilder
Wo Ritter gegeneinander kämpfen
Bild: Szilvia Izsó

Christoph Schaffer ist sich des engen Zeitfensters bewusst; schließlich setzt die Strategie der Landes- und der Bundesregierung auf Verzögerung der Virenausbreitung, was logischerweise dem baldigen Veranstaltungstermin zuwiderläuft. „Aber wir sind alle denkbaren Situationen durchgegangen, und da gibt es ja auch Möglichkeiten einer unerwarteten Beschleunigung der Krise.“ So sei es nicht auszuschließen, dass schneller als erwartet eine medizinische Lösung gefunden werde: „Das Penicillin wurde auch zufällig erfunden.“ So berichteten Medien bereits von einem Malaria-Medikament, mit dem in Frankreich erste Behandlungserfolge erzielt worden seien. Auch auf den denkbar günstigsten Verlauf von unerwarteten Besucheranstürmen sei man eingestellt: „Wir rufen dann viertelstündlich von den Ordnungskräften an den Eingängen ab, wie viele Besucher hinein- und hinausgingen.“

Optimistische Grundhaltung teilt der Verein mit Stadt und Mitwirkenden

So habe man die Ströme unter Kontrolle und könne sie bei Bedarf steuern. Könne der Termin im Mai nicht gehalten werden, verschiebe man das Fest, allerdings behalte man die bereits geplante Form bei. Das bedeute wiederum, dass der Historische Markt heuer nicht mehr stattfinden könnte: „Die sechs Bands auf sechs Bühnen, Gaukler, Landsknechte und anderen Teilnehmer haben ja bereits ihre Termine, wobei sich unmöglich im laufenden Jahr noch eine Überschneidung zu einem identischen Zeitpunkt finden lässt.“ Doch, wie gesagt, so weit wolle man einfach nicht denken.

Die derzeitige optimistische Grundhaltung sei nur möglich, weil neben dem Verein auch die Stadt, alle Teilnehmer, Lieferanten, Sponsoren und Helfer mit Idealismus an einem Strang ziehen. „Diese Art der Gemeinschaft ist unsere Stärke, die sich gerade in schwierigen Situationen zeigt“, sagt Christoph Schaffer im Namen des Vereins. „Dafür bedanke ich mich bei Allen“.

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