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Interview

04.09.2017

Schnelleres Netz für ganz Möttingen

Bürgermeister Erwin Seiler zieht zur Hälfte der Wahlperiode Bilanz.
Bild: Foto: Bernd Schied

Bürgermeister Erwin Seiler zieht zur Hälfte der Wahlperiode Bilanz. Was er zur Kritik am neuen Gemeindezentrum und einer Ortsumgehung der B 25 sagt.

Herr Seiler, die Hälfte der Wahlperiode ist vorüber. Was ist außer dem Bau eines neuen Bürgerzentrums in den vergangenen drei Jahren in der Gemeinde Möttingen noch alles geschehen?

Erwin Seiler: Das ist so viel, dass ich nur in Stichworten einige Schwerpunkte nennen will, um den Rahmen unseres Gespräches nicht zu sprengen: Abschluss Dorferneuerung Balgheim, Erdgasverlegung Enkingen, Erweiterung unserer Baugebiete im Kernort Möttingen und im Ortsteil Appetshofen, Einrichtung einer Krippe in Appetshofen, Teilerschließung des Gewerbegebietes Enkinger Wegfeld, Umstellung der Straßenbeleuchtung auf moderne LED-Lampen, neue Spielplätze, Erwerb von Grundstücken und nicht zuletzt die derzeit laufende Sanierung der Ortsdurchfahrt, bei der wir als Kommune unter anderem bei den Gehwegen mit im Boot sind.

Die Bauarbeiten an der Ortsdurchfahrt verursachen die erwarteten Probleme ...

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Seiler: Ja. Ich habe es in unserem letzten Interview schon erwähnt: Das Ganze ist eine riesige Herausforderung für die Gemeinde und die Bürger. Was Sie da tagtäglich erleben, ist nicht normal.

Sie meinen die Unvernunft der Verkehrsteilnehmer …

Seiler: In der Tat. Darüber haben die Rieser Nachrichten erst vor Kurzem hautnah berichtet.

Das Bürgerzentrum, dessen Bau in die Endphase geht, war anfangs nicht unumstritten. Im Nachhinein betrachtet: War diese Größenordnung nötig oder hätte es nicht eine Nummer kleiner auch getan? Manche Zeitgenossen sprechen bereits vom „Denkmal Seiler“.

Seiler: Denkmäler erhalten in der Regel verdiente Persönlichkeiten, die bereits verstorben sind. Das ist bei mir ganz offensichtlich noch nicht der Fall. Aber Spaß beiseite: Man muss sehen, was in diesem Gebäude künftig untergebracht sein wird: Die gesamte Gemeindeverwaltung, der örtliche Schützenverein, die evangelische Kirchengemeinde, Kirchenchor, Posaunenchor, ein Jugendraum und ein großer Veranstaltungsraum für die breite Öffentlichkeit. Wegen dieser zahlreichen unterschiedlichen Nutzungen ist das Bürgerzentrum keinesfalls zu groß geplant. Wir haben bei den Vorplanungen die ursprünglich vorgesehenen Raumgrößen sogar reduziert.

Der Zeitplan bis zur Fertigstellung steht noch?

Seiler: Ja. Freilich kommt es immer auf die Verfügbarkeit der Handwerker an. Geplanter Einzugstermin bleibt der Januar 2018.

Die Nachfrage nach Baugrundstücken in Ihrer Gemeinde hält unvermindert an. Können Sie infrastrukturell bei dieser rasanten Entwicklung überhaupt noch mithalten?

Seiler: Wir kommen langsam an unsere Grenzen. Niemand konnte einen solchen Boom voraussehen. Wir haben einen stetigen Zuzug. Vor diesem Hintergrund tun wir alles was möglich ist, um dieser überaus positiven Entwicklung gerecht zu werden. Derzeit gelingt uns das noch.

Wann wollen Sie die nächsten Baugebiete ausweisen?

Seiler: Für das Baadfeld IV in Möttingen sowie die Baugebiete in den Ortsteilen Enkingen und Balgheim will ich im kommenden Jahr die Bebauungspläne aufstellen. Wenn alles glatt läuft, könnte man dann Mitte oder Ende 2019 mit der Erschließung beginnen.

Wie ist es um die Breitbanderschließung in Ihrer Kommune bestellt?

Seiler: Die könnte durchaus besser sein. Aber wir sind auf einem guten Weg. Bis Ende September sollte der größte Teil des gesamten Gemeindegebietes mit Bandbreiten zwischen 30 und 50 Mbit/s versorgt sein. Dennoch bleiben einige weiße Flecken übrig, die wir in nächster Zeit sukzessive angehen wollen.

Sie gelten als Anhänger einer Innenentwicklung Ihrer Kommune, sprich Bauen im Ortskern. Gibt es dafür überhaupt genügend Potenzial in der Gemeinde?

Seiler: Ja, gibt es. Erst vor Kurzem hat die Gemeinde ein Grundstück innerhalb des Ortes mit 6500 Quadratmetern erworben. Dieses will ich für Wohnzwecke nutzen. Das grundsätzliche Problem bei diesem Thema ist allerdings, dass die privaten Grundstückseigentümer nur ungern ihre Flächen verkaufen.

Machen Sie sich Gedanken über den möglichen Verlauf einer Ortsumgehung für Möttingen im Zuge der B25 oder ist das Thema noch zu weit weg?

Seiler: Diese Thematik steht immer auf der Tagesordnung, insbesondere bei den Bürgern. Die wichtigste Frage dabei ist: Brauchen wir überhaupt eine Umfahrung oder kommen andere Lösungen zur Verkehrsentlastung in Betracht? Mit dem Staatlichen Bauamt gab es bereits eine erste Besprechung, bei der verschiedene Alternativen diskutiert wurden. Bis allerdings konkrete Pläne auf dem Tisch liegen, werden noch Jahre vergehen.

Wollen Sie über 2020 hinaus Bürgermeister von Möttingen bleiben?

Seiler: Dazu werde ich mich zu gegebener Zeit äußern. (bs)

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