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Wertschöpfung

25.02.2015

Tourismus spült Millionen in die Kassen

Touristen vor der historischen Nördlinger Rathaustreppe. Der Fremdenverkehr ist mittlerweile zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor für die Region geworden, weil die Gäste auch Geld in Gastronomie und Einzelhandel liegen lassen.
Bild: Lechner

Wie Handel und Hotelerie vom Fremdenverkehr im Landkreis profitieren

Auf den ersten Blick ist es eine Zahl, die den Betrachter zweifeln lässt. Rund 155 Millionen Euro brutto pro Jahr spült nach statistischen Erhebungen des Deutschen Wissenschaftlichen Institutes für Fremdenverkehr (DWIF) der Tourismus im Landkreis Donau-Ries in die Kassen der Hotel- und Gaststättenbetreiber sowie der Einzelhändler in den einzelnen Kommunen.

Für die Tourismusexperten im Landkreis, wie den Geschäftsführer des Ferienlandes Donau-Ries, Günther Zwerger, drückt die Zahl die teilweise immer noch von manchen Gemeinden unterschätzte Bedeutung des Fremdenverkehrs in der Region aus, wie er im Gespräch mit unserer Zeitung sagte. „Der Tourismus ist eindeutig ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für die Region“.

Das größte Umsatzvolumen ist nach DWIF-Angaben bei den Tagesreisenden mit rund 102 Millionen Euro zu verzeichnen. Hierzu gehöre beispielsweise auch die hohe Zahl der Verwandten- oder Bekanntenbesuche, die in den amtlichen Statistiken so gut wie nicht auftauchten. Oft blieben diese Personen mehrere Tage und sorgten in der jeweiligen Kommune für Umsätze in Gastronomie, Handel und Dienstleistung. An zweiter Stelle stünden die gewerblichen Betriebe mit einem Umsatz von rund 47 Millionen Euro, gefolgt von den Privatvermietern mit circa vier Millionen Euro.

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Vor diesem Hintergrund weist das Fachinstitut auf die entscheidende Bedeutung von Kundenorientierung und Servicequalität hin. Wenn ein Gast enttäuscht werde, komme er vermutlich nie wieder, so das Fazit. Besonders schädlich sei eine negative Bewertung im Internet. Jedermann habe mittlerweile darauf Zugriff und lasse sich von den geäußerten Meinungen, beispielsweise über ein Hotel, beeinflussen. Dies führe nicht selten zu einem erheblichen finanziellen Schaden für die Betreiber, weil die Gäste ausblieben.

3000 Arbeitsplätze im Fremdenverkehr

Das Münchner Institut hat zudem eine Zahl parat, welcher Wirtschafszweig am meisten von den touristischen Umsätzen in der Region profitiere: Demnach schnitt der Einzelhandel bei den Tagesgästen mit knapp 43 Prozent Anteil am gesamten Bruttoaufkommen in diesem Segment am besten ab. Diejenigen Urlauber, die sich länger an einem Ort aufhielten, machten auch in den Häusern am meisten Umsatz, wo sie übernachteten - nämlich rund 60 Prozent. Lediglich 21 Prozent setzte diese Gruppe in den Einzelhandelsgeschäften um. Das Fazit des DWIF: Gastronomie und Einzelhandel seien „Hauptprofiteure“ des Tourismus im Landkreis Donau-Ries. Darüber hinaus lebten 3000 Personen in der Region vom Fremdenverkehr.

Ulrike Steger, Leiterin der Tourist-Information in der Kreisstadt Donauwörth, betonte gegenüber unserer Zeitung, dass sie ganz gezielt Angebote für eine längere Verweildauer der Gäste abstelle. So gebe es beispielsweise in manchen Lokalen Speisekarten für Gruppen. Auch seien Angebote teilweise so konzipiert, dass ein Teil vormittags stattfinde, der andere Teil am Nachmittag. „So haben die Gäste Gelegenheit, zum Mittagsessen zu gehen“. Oberstes Ziel sei es, die Besucher möglichst lange in Donauwörth zu halten.

Ihr Kollege in Nördlingen, David Wittner, meinte auf Anfrage, dass vor allem der Handel sehr stark von den auswärtigen Gästen profitiere, wenngleich in unterschiedlicher Weise. Dies gelte auch für die Gastronomie.

Wittner plädiert für eine Ausweitung des touristischen Angebotes in Nördlingen, um noch mehr Gäste anzulocken, die dann wiederum Geld in der Stadt ausgeben würden. Falsch wäre es, sich auf dem derzeitigen Niveau auszuruhen.

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