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Was gegen das Hotel spricht

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Kommentar Von Verena Mörzl
26.09.2019

Mit der Zehn-Millionen-Euro-Förderung durch das Programm Nationale Projekte des Städtebaus wird Oettingen die einzigartige Möglichkeit gegeben, die Krone vor dem Verfall zu retten. Tatsächlich ist es dringend nötig, zumindest ein Hotel in der Größe zur Verfügung zu stellen, das problemlos die Zahl an Touristen aus einem Reisebus aufnehmen könnte. Die Pläne für das Premium-Hotel sind attraktiv, würden den Stadtkern aufwerten und eine tolle Verbindung zwischen Altstadt und Hofgarten schaffen, da hat Städtebauexperte Gunther Wild mit seinen Ausführungen recht. Bis zur Fertigstellung des Hotels wirken die Pläne inklusive konservativen Baukostenrechnungen auch gut durchdacht. Nur was ist danach?

Wild rechnete vor, dass ein Hotel in Mindelheim mit einer Zahl von 40 Betten je nach Saison zwischen 35 und 55 Mitarbeiter braucht. In der Region haben die bestehenden Hotels- und Gastrobetriebe bereits Nachwuchssorgen. In Nördlingen wird derzeit zudem ein neues Hotel gebaut. Es wird schwierig sein, einen Pächter für die Krone zu finden und noch dazu ausreichend und qualifiziertes Personal, um einen Betrieb qualitativ so zu führen, wie es die Pläne bislang vorsehen.

Abgesehen davon ist es fraglich, ob das Hotel die gewünschte Auslastung erreichen kann. Sicher gibt es Firmen, die Mitarbeiter unterbringen müssen und Veranstaltungen, zu denen Touristen Zimmer buchen würden. Aber selbst Nördlingen hat Mühe, in der Nebensaison eine ökonomische Auslastung zu erzielen.

Es wirkt ein bisschen so, als würde die gewaltige Förderkulisse als unschlagbares Argument über allen Bedenken und der Neuverschuldung stehen. Sicherlich wäre es schmerzhaft, sich die zehn Millionen entgehen zu lassen. Doch die Bürgerversammlung zeigte auch: Es gibt nach der Bauzeit viele Unbekannte. Das Projekt ist ein Pokerspiel auf Kosten der Bürger und um es vorsichtig zu sagen: Die meisten Asse sind bereits gespielt.

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