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Donau-Ries

27.11.2018

Wer im Winter Salz streuen darf – und wer nicht

Auf den Straßen kommt im Winter regelmäßig Streusalz zum Einsatz – Anlieger dürfen ihre Gehwege in der Regel allerdings nicht damit von Schnee und Eis befreien. Wer dagegen verstößt, kann eine hohe Geldstrafe erhalten. 

Salz auf glatte Gehwege zu streuen, ist in den meisten Kommunen im Landkreis verboten. Ein Bußgeld von bis zu 500 Euro kann fällig werden. Was Anlieger jetzt beachten müssen.

Am frühen Morgen vor die Tür zu gehen, kostet immer etwas Überwindung. Umso mehr, wenn sich auf den Gehwegen vor dem Haus der Schnee türmt und dieser schnellstmöglich geräumt werden soll. Mancher macht es sich leicht und greift zum Streusalz, um vereiste und matschige Flächen ohne großen Aufwand begehbar zu machen. Was viele nicht wissen: Das ist in den allermeisten Kommunen verboten.

Das Salz hilft zwar besonders effektiv gegen Eis und Schnee, belastet die Umwelt jedoch stark. Es greift nicht nur Gebäude und Straßenbeläge an, sondern kann auch für Tiere zum Problem werden, sagt die Reimlinger Veterinärin Tanja Volk. Wenn Hunde oder Katzen zu viel Streusalz aufschleckten, belaste das deren Nieren und Leber. Dringe es in die im Winter oft trockenen und rissigen Pfoten der Tiere ein, führe das zu Entzündungen. Nehmen Pflanzen das salzige Schmelzwasser auf, könne es auch hier zu schweren Folgeschäden kommen, informiert das Umweltbundesamt.

Nördlingen: Streusalz nur in Ausnahmefällen erlaubt

In Ausnahmefällen dürfen Grundstückseigentümer trotzdem zu Streusalz greifen, etwa an besonders gefährlichen Stellen wie Treppen oder steilen Abhängen, sagt Daniel Wizinger vom Nördlinger Ordnungsamt. Solche von der Öffentlichkeit genutzten Bereiche gebe es auf den Grundstücken von Privatpersonen in Nördlingen allerdings nur sehr selten.

Wizinger empfiehlt dagegen, beim Streuen auf Sand oder Splitt zurückzugreifen. Diese Materialien hätten ebenfalls eine gute Wirkung gegen Glätte und können später problemlos eingesammelt oder zusammengekehrt werden. Wird bei der Straßenreinigung ohne Not Streusalz verwendet, hat die zuständige Kommune das Recht, ein Bußgeld von bis zu 500 Euro zu verhängen.

In Nördlingen habe man in den vergangenen Jahren allerdings nicht so weit gehen müssen, sagt Wizinger. „Wir gehen eher auf die Leute zu und sprechen mit ihnen. Viele wissen nicht, dass der Einsatz von Streusalz verboten ist.“ Dabei sei man vor allem auf die Hinweise von Zeugen angewiesen, habe jedoch auch selbst ein Auge darauf, dass Wege geräumt werden, sagt der stellvertretende Leiter des Ordnungsamts.

Nicht alle Straßen in Nördlingen werden geräumt

Der geräumte Schnee darf aber nicht auf der Straße abgeladen werden, heißt es in der sogenannten Verordnung zur Reinhaltung öffentlicher Wege der Stadt Nördlingen. Anlieger müssen ihn so positionieren, dass keine Verkehrsteilnehmer dadurch eingeschränkt werden – in den meisten Fällen also auf dem eigenen Grundstück. In fast allen Kommunen im Landkreis gilt dieselbe Regelung.

Dass bei einem heftigen Wintereinbruch nicht alle Straßen und Gassen in Nördlingen geräumt werden, sei unvermeidbar, sagt Daniel Wizinger. Der Baubetriebshof konzentriere sich auf die Hauptverkehrsadern und sei damit schon voll ausgelastet. Hinzu komme, dass enge Straßen in Wohngebieten oft nicht von Schnee befreit werden können, weil durch parkende Anlieger schlicht zu wenig Platz für Räumfahrzeuge sei – das sei kein exklusives Nördlinger Problem, sagt Wizinger.

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