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Nördlingen

22.12.2020

Wie die Spendenaktion „Brot statt Böller“ funktioniert

Auch Bewässerungsprojekte in Afrika werden durch die Aktion „Brot statt Böller“ unterstützt.
Bild: Jörg Böthling

Geld spenden statt es in die Luft zu schießen: Das ist das Motto von "Brot statt Böller". Die Spendenaktion läuft im Landkreis trotz Corona-Pandemie.

Trotz 10.000 Kilometer Entfernung und trotz Lockdown auch in der Jugendarbeit halten die Jugendlichen der Evangelischen Landjugend (ELJ) „live und in Farbe“ Kontakt zu den Partnerorganisationen der ELJ in Brasilien. Bei einer denkwürdigen Video-Konferenz trafen sich 15 Vertreter der ELJ, der CAPA (Zentrum zur Unterstützung und Förderung der Agrarökologie im Bundesstaat Paraná) und der Kindertagesstätte „Freundliche Ecke“ in Belo Horizonte. Gemeinsam gaben sie den Startschuss für die diesjährige Spendenaktion „Brot statt Böller“. Mit dem Erlös unterstützt die Evangelische Landjugend die Arbeit ihrer Partner.

Bruna, 28, Eduardo, 19, und Alex, 26, erzählten, warum sie sich in der CAPA engagieren. Sie berichteten, dass durch die Unterstützung der CAPA auch kleine Betriebe mit wenigen Hektar Land überleben können. Dabei spielt der ökologische Landbau eine besondere Rolle. Alex studiert Landwirtschaft und sagte, dass so Wirtschaften ohne teure Agrar-Chemie möglich ist. Die erzeugten Lebensmittel dienen der eigenen Ernährung oder werden mit Hilfe von Genossenschaften in der Region vermarktet. Auf diese Weise bekommen Menschen auf dem Land eine Perspektive und der Kreislauf von Überschuldung, Landflucht und Verarmung wird durchbrochen. CAPA gehört zur Evangelischen Kirche Lutherischen Bekenntnisses in Brasilien.

Sorgen um indigene Bevölkerung Brasiliens

Die Kindertagesstätte „Freundliche Ecke“ liegt in einem Armenviertel im Ballungsraum der Millionenstadt Belo Horizonte. Sie schafft ein Stück Normalität für 40 Kinder im Vorschulalter. Hier bekommen die Kinder kompetente Betreuung, gesunde Ernährung, einen geregelten Tagesablauf und einen geschützten Platz zum Spielen und Lernen. Träger ist eine evangelische diakonische Einrichtung. Wegen der Corona-Pandemie ist die Kindertagesstätte seit Monaten geschlossen. Die Leiterin Sirlei Fernandez beschrieb, wie sie und ihre Mitarbeiterinnen trotzdem den Draht zu den Familien nicht abreißen lassen.

Jhony Luchmann, Geschäftsführer des CAPA-Stützpunktes in Veré, äußerte sich besorgt besonders um die Menschen der indigenen Bevölkerung. Diese leben häufig in Reservaten unter prekären und beengten Verhältnissen. Beide Organisationen helfen während der Pandemie bedürftigen Familien bei der Grundversorgung.

Lena, 19, aus Oettingen, und Marina, 25, aus Ederheim, Teilnehmerinnen von der Evangelischen Landjugend, finden den Kontakt mit Gleichaltrigen von der anderen Seite des Globus spannend. Ihnen gefällt das Motto der Spendenaktion „Brot statt Böller“: „Uns ist viel zu selten bewusst, dass es auf der Welt Menschen gibt, die nicht so unbeschwert in das neue Jahr starten können wie wir“, meint Lena. Marina betont: „Der Verzicht auf einen kurzen Moment kann so anderen langfristig helfen.“ (pm)

  • Spendenkonto: Verein der Evangelischen Bildungszentren im ländlichen Raum in Bayern e.V., Sparkasse Mittelfranken Süd, IBAN DE10 7645 0000 0220 5855 33, BIC BYLADEM1SRS, Betreff: „Brot statt Böller“ oder Name eines der beiden Projekte.

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