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Konzert

18.12.2017

Wie ein Licht über Bethlehem

Das Gospel-Oratorium „There Is A Light“ von Lorenz Maierhofer führten der „Simply Joy“-Gospelchor Oettingen und der Kammerchor der Rieser Musikschule gemeinsam in der Hainsfarther Pfarrkirche St. Andreas auf. Die Unmittelbarkeit der afroamerikanischen Musik verlieh der Weihnachtsgeschichte in der ehrwürdigen Umgebung eine besonders emotionale Wirkung.
Bild: Ernst Mayer

In der Hainsfarther Kirche traten der „Simply Joy“-Gospelchor Oettingen und der Kammerchor der Rieser Musikschule auf. Sie präsentierten Songs und eine Weihnachtsgeschichte

Gospelgesang in einer Dorfkirche ist sicher ein ungewöhnliches Projekt, das der „Simply Joy“-Gospelchor Oettingen und der Kammerchor der Rieser Musikschule in der Hainsfarther Kirche vorstellten konnte.

Mit der instrumentalen Begleitung wurde Christoph Keßler aus Nördlingen betraut, der mit einem Keyboard die Gesänge der Chöre mit Gospelharmonien und Rhythmen anreicherte. Die musikalische Verantwortung hatte als Chorleiterin beider Chöre Annegret Keller inne, eine Cello-Lehrerin der Rieser Musikschule, die dabei selbst solistische Aufgaben übernahm.

Als „Gospel-Oratorium“ bezeichnete Lorenz Maierhofer seine Komposition. Unter dem Titel „There Is A Light“ reihte er zehn Gospelsongs aneinander, die Karl-Heinz Vogel als Sprecher mit der Weihnachtsgeschichte zusammenfasste.

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Der Kammerchor der Nördlinger Musikschule begann mit dem Titelsong „There Is A Light“, ein Licht, das vor zweitausend Jahren über Bethlehem – und, anschließend vom Gospelchor kommentiert, als Glanzlicht über der Welt stand. Das sollte ein glücklicher Anlass sein, von „Senora Dona Maria“, der Mutter des ewigen Herrn, zu singen. Diesem chilenischen Volkslied mit leicht swingendem Rhythmus folgte das weltbekannte Spiritual „Somebody’s Knocking At Your Door“.

Es erzählte von einem, der wie Jesus, in der religiösen Vorstellung der Afroamerikaner an die Tür des Sünders klopft. Maierhofers Musik entspricht zwar nicht deren temperamentvollen Ausbrüchen in den Gospelgottesdiensten, sondern passt sich eher an das stillere Weihnachtsfest der Deutschen an.

Den Gepflogenheiten der dortigen Prediger entsprechend angeglichen, ließ er einige Gesänge mit rezitativen Soli beginnen, meist auch wieder nachdenklich, um dann aber wie bei „Let My Light Shine Bright“ des Kammerchors dann doch das Tempo anzuziehen.

So weit ging es aber nicht, dazu wie bei den Vorbildern in der Gospelkirche zu klatschen gar zu tanzen, auch nicht bei dem ausgelassenen spanischen Lied „Vamos Pastorcillos“, mit dem die Hirten ihre Freude ausdrückten. Man blieb bei der dem hiesigen Temperament entsprechenden Gesangsweise, weniger mit ausgelassener Tanzrhythmik, als mit dem Bemühen um exakte Text- und Stimmführung. Dies galt auch für die beiden originalen Gospels „This Little Light Of Mine“, selbst den anderen ein Licht zu sein, und „It’s A Me“, in der Not der Gläubigen zu stehen. So gelang es dem Gospelchor auf diese Weise, die besondere Stimmung dieser Musik dem Publikum nahe zu bringen, ungewöhnlich in dieser ehrwürdigen Umgebung, aber durchaus interessant und anregend. „Was damals geschah“ – „Those Were The Days“ sangen die Nördlinger sehr einfühlsam und stellten sich am Schluss mit den Oettingern zusammen, um sich mit dem auch in Deutschland vertrauten „Song Of Joy“ von „Merry Christmas“ in dieser besonderen Weise freudig auf Weihnachten einzustimmen.

Die Besucher der Hainsfarther Kirche dankten mit großem Beifall und beteiligten sich freudig am gemeinsamen Lied „Seht, die gute Zeit ist nah!“.

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